{"id":9824,"date":"2013-06-14T00:00:00","date_gmt":"2013-06-14T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9824"},"modified":"2013-06-14T00:00:00","modified_gmt":"2013-06-14T00:00:00","slug":"das-konzept-des-staates-im-kapitalismus-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9824","title":{"rendered":"Das Konzept des Staates im Kapitalismus &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">4. Begr\u00fcndung des Staates<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Vor dem Hintergrund der von Thomas Hobbes als Naturzustand bezeichneten hypothetischen Ausgangslage des Kampfes eines Jeden gegen Jeden und dem von John Locke formulierten Ziel des ungest\u00f6rten Genusses des Eigentums f\u00fchrt diese Konstellation zu einem Paradoxon. Die Menschen m\u00fcssen ihr Zusammenleben t\u00e4glich neu organisieren, da ihr Dasein durch den permanenten Kampf gegen alle anderen bestimmt wird und ein Genuss des Eigentums dadurch nicht m\u00f6glich ist. Das Ergebnis sind Chaos und Armut. Gem\u00e4\u00df diesem Verst\u00e4ndnis k\u00f6nnen weder das Leben des Einzelnen, noch seine F\u00e4higkeiten und seine G\u00fcter vor \u00dcbergriffen der anderen gesch\u00fctzt werden. Infolgedessen richten die Menschen einen Teil ihrer Aktivit\u00e4ten und ihres Erfindungsgeistes darauf, die von ihnen ben\u00f6tigten G\u00fcter durch Mord und Raub zu beschaffen und wechselseitig gegen die \u00dcbergriffe anderer zu verteidigen. Auch der R\u00e4uber bzw. Dieb muss sich vor Raub sch\u00fctzen.[1] Der Kampf \u201aJeder gegen Jeden&#8216; verursacht der Gesellschaft erhebliche Kosten. Er bindet knappe Ressourcen f\u00fcr \u201aAngriff und Verteidigung&#8216;, die letztlich nur der Umverteilung vorhandener Leistungen dienen statt ihrer Neuproduktion. Diese Kosten f\u00fchren automatisch zu volkswirtschaftlichen Verlusten, welche sich jedoch reduzieren lie\u00dfen, indem die knappen Mittel in produktivere Verwendungen gelenkt w\u00fcrden. Um dies zu realisieren, m\u00fcssten sich die Menschen einer Regel unterwerfen, nach der sie wechselseitig ihr Leben, ihre F\u00e4higkeiten und ihre G\u00fcter als ihr \u201aEigentum&#8216; respektieren. Die damit vereinbarte Waffenruhe f\u00fchrt dazu, dass f\u00fcr alle ein h\u00f6heres Versorgungsniveau erreicht werden kann. Aus der Sicht sogenannter rationaler Individuen ist es sinnvoll, einer solchen Vereinbarung im Rahmen einer kollektiven Entscheidung zuzustimmen, da hiervon prinzipiell jeder profitiert; letztlich bevorzugt den regellosen Zustand also niemand.[2] Diese sogenannten Dilemmastrukturen und die Notwendigkeit, Regeln f\u00fcr gesellschaftliches Wirtschaften mithilfe externer Sanktionen abzusichern, liefern die Legimitation des Staates in seiner grundlegenden Funktion als Schutzinstanz.[3]<br>Gem\u00e4\u00df den aufgezeigten Ideen besteht das Verst\u00e4ndnis \u00fcber ein gesellschaftliches Wirtschaften darin, dass die einzelnen Wirtschaftssubjekte nicht unabh\u00e4ngig voneinander agieren k\u00f6nnen. Anders als im Zustand der vollst\u00e4ndigen Autarkie gehen die Menschen zur Befriedigung ihrer individuellen Bed\u00fcrfnisse wirtschaftliche Beziehungen miteinander ein. Im Rahmen solcher wirtschaftlichen Beziehungen werden G\u00fcter (Waren und Dienstleistungen) von einem Wirtschaftssubjekt auf ein anderes transferiert. Aus \u00f6konomischer Sicht kommt es zu einseitigen und zwei- bzw. mehrseitigen Transaktionen. Sie beinhalten auch immer den Transfer von Verf\u00fcgungsrechten in Form von Entscheidungsrechten \u00fcber den Umgang mit den betreffenden G\u00fctern. Die Wirtschaftssubjekte planen und entscheiden bei wechselseitiger Abh\u00e4ngigkeit \u00fcber den Einsatz knapper Mittel. Dabei sind die Pl\u00e4ne und Entscheidungen der anderen \u00fcber den Umfang an vorhandenen Mitteln und deren Qualit\u00e4t oder die Vielfalt der technischen Verfahren zur Bed\u00fcrfnisbefriedigung nicht bekannt. F\u00fcr gesellschaftliches Wirtschaften bedarf es daher der Koordination, der Kooperation und der Innovation. Dies muss durch den Staat sichergesellt werden.[4] Die Vermeidung solcher Koordinations-, Kooperations- und Innovationsprobleme werden mit Hilfe von gesellschaftlichen Regeln bew\u00e4ltigt.[5] Das grundlegende Konzept zur Sicherstellung gesellschaftlichen Wirtschaftens ist das Konzept der \u201eunsichtbaren Hand&#8220;. Es war Adam Smith (1723-1790), der Begr\u00fcnder der klassischen National\u00f6konomie, der das Konzept der \u201eunsichtbare Hand des Marktes&#8220; entwickelt hat. Es besagt, dass der Egoismus des Einzelnen, d.h. die eigennutzorientierte Handlung der einzelnen Akteure, in wachsenden Wohlstand f\u00fcr die Allgemeinheit transformiert wird.[6] Etwa so, als ob die Wirtschaft von einer unsichtbaren Hand gesteuert wird. Dabei wird das Markt- und Preissystem als Steuerung von gesellschaftlichem Wirtschaften zugrunde gelegt. Eine ebenso zentrale Frage dieses Konzepts ist das Verh\u00e4ltnis zwischen Staat und Wirtschaft. Dabei geht es stets um die Frage, wie viel Staat die Wirtschaft vertr\u00e4gt. Nach der Auffassung von Smith solle sich der Staat als \u201aNachtw\u00e4chter&#8216; verhalten und damit eine passive Rolle einnehmen.[7] Das Erkl\u00e4rungsmodell der unsichtbaren Hand von Adam Smith brachte vor dem Hintergrund der Notwendigkeit zur Gestaltung der Volkswirtschaft und der Vorstellung einer Gesellschaftsordnung liberale wirtschaftspolitische Konzeptionen, wie z.B. die Konzeptionen des \u201aLaissez-faire&#8216;, \u201aChicago-Liberalismus&#8216; und die \u201aSoziale Marktwirtschaft&#8216; hervor.[8] Andere wirtschaftspolitische Konzepte im Sinne von interventionistischen Staatskonzeptionen, wie z.B. \u201aFreiheitlicher Sozialismus&#8216; und \u201aWohlfahrtsstaat&#8216;, haben aufgrund des gescheiterten sozialistischen Systems ihren Einfluss verloren. Dem gegen\u00fcber ist sogar ersichtlich, dass seit dem Zerfall der ehemaligen UdSSR (Sowjetunion) der Kapitalismus die \u00fcber die Jahrenzente eingef\u00fchrten sozialen Elemente sukzessive entfernt.<br>Der zugrundliegende individualistische Grundsatz des Laissez-faire, welcher im Mittelpunkt der klassischen National\u00f6konomie des Liberalismus steht, leitet sich aus dem Axiom einer nat\u00fcrlichen Ordnung der Wirtschaft ab, die der Staat durch sein Eingreifen nur verwirre. Die Triebfeder des nach den Marktgesetzen funktionierenden wirtschaftlichen Prozesses sei der erwerbsorientierte und rationale Egoismus des \u201ehomo oeconomicus&#8220;. Dieser homo oeconomicus ist laut modeltheoretischer Grundlage eine rational handelnde Person, die sich nutzenmaximierend verh\u00e4lt. Der Mensch handle aufgrund des erwarteten Profits intrinsisch motiviert. Dabei bewirke er mit seinem individuellen Wirtschaftserfolg zugleich die Prosperit\u00e4t der Volkswirtschaft und die Befriedigung der sozialen Bed\u00fcrfnisse.[9] Der Leitgedanke, \u201eWenn jeder an sich selbst denkt, ist an Jeden gedacht&#8220;, bildet hierf\u00fcr die Grundlage. Nach dem Verst\u00e4ndnis von Adam Smith f\u00fchre die Grundhaltung des Laissez-fair zu einem System des freien Wettbewerbs und damit zu einer \u201enat\u00fcrlichen Harmonie&#8220;.[10]<br>Smith kennzeichnet dieses System wie folgt:[11]<br>\u201aJeder Mensch hat, solange er nicht die Gesetze der Gerechtigkeit verletzt, vollkommene Freiheit, sein eigenes Interesse auf seine eigene Weise zu verfolgen, und sowohl seinen Gewerbflei\u00df wie sein Kapital mit dem Gewerbflei\u00df und den Kapitalien anderer Menschen oder anderer Klassen von Menschen in Konkurrenz zu bringen. Das Staatsoberhaupt wird dadurch g\u00e4nzlich einer Pflicht entbunden&#8230;der Pflicht n\u00e4mlich, den Gewerbflei\u00df der Privatleute zu \u00fcberwachen und ihn auf die dem Interesse der Gesellschaft zutr\u00e4glichste Besch\u00e4ftigung hinzuleiten.&#8216;<br>Auf Basis dieser Prinzipien hat der Kapitalismus den Staat und die Gesellschaft geformt. Daraus resultierende Verfehlungen sind im Westen deutlich erkennbar. Dies wird am Beispiel des oft kritisierten Zinssystems sehr deutlich, welches die Bev\u00f6lkerung zu Gunsten einiger weniger versklavt. Selbst Milton bezeichnet den typischen Zustand der menschlichen Geschichte als einen stetigen Zustand der Tyrannei, Knechtschaft und Elend. Dabei bezieht er sich beispielhaft auf die politischen Systeme der j\u00fcngeren Geschichte, in welcher Italien und Spanien faschistisch waren, sowie auf Deutschland, welches in verschiedenen Zeitr\u00e4umen unterschiedliche Regierungssysteme hatte. Auch die Monarchie von Gro\u00dfbritannien z\u00e4hlt zu einem solchen Regierungssystem. Weiterhin ist Milton Friedman der Auffassung, dass die Umsetzung des Kapitalismus ohne ein spezielles Regierungssystem m\u00f6glich sei.[12] Solchen Thesen wird oft das Konzept der Gewaltenteilung entgegengehalten, welches Tyrannei und Ausbeutung entgegenwirke. So hat bereits Charles-Louis de Montesquieu (1689-1755) die Idee der Gewaltenteilung nach dem Staatsverst\u00e4ndnis von John Locke aufgegriffen und in eine politisch-organisatorische Form gebracht, die selbst in den Staatsstrukturen der Gegenwart zu finden ist. Die Idee der Gewaltenteilung fordert eine B\u00e4ndigung der Staatsgewalt durch institutionelle Trennung in Teilgewalten. Ihr liegt die \u00dcberzeugung zugrunde, dass jeder Machthaber zum Machtmissbrauch neigt.[13] Durch die Aufteilung in Legislative, Judikative und Exekutive soll eine B\u00e4ndigung der Staatsgewalt sichergestellt werden.<br>Die Realit\u00e4t zeigt jedoch, dass die Gewaltenteilung keinen Schutz vor Machtmissbrauch bietet, da Handlungen in einem kapitalistischen Staat von Menschen innerhalb der aufgeteilten Gewalten vorgenommen werden. Der Ma\u00dfstab der kapitalistischen Staaten ist der Profit. Ihm wird alles untergeordnet. Nun stellt eben dieser Profit auch den Ma\u00dfstab f\u00fcr die in den verschiedenen Gewalten t\u00e4tigen Menschen dar. Insofern wird die Konzentration politischer Macht zugunsten des Kapitalisten gem\u00e4\u00df dem Grundsatz \u201eTeile und herrsche&#8220; (divide et impera) indes durch die Idee der Gewaltenteilung sogar instrumentalisiert. So wirkt die Gewaltenteilung Aufst\u00e4nden seitens der B\u00fcrger entgegen, da letzteren suggeriert wird, dass Machtmissbrauch nicht existiere. Selbst wenn dies zu einem Problem werden sollte, so h\u00e4tte der m\u00fcndige B\u00fcrger die M\u00f6glichkeit, seine Forderungen auf dem Rechtswege geltend zu machen. Die Gewaltenteilung garantiere eine unabh\u00e4ngige Judikative und so solle sich der B\u00fcrger an diese wenden, anstatt gegen die Staatsmacht aufzubegehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>5. Grundlegende islamische Ideen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Vor dem Hintergrund der dargestellten Ideen bez\u00fcglich des Staatsmodells wird deutlich, dass der Kapitalismus ein sehr beschr\u00e4nktes, fehlerhaftes und menschenunw\u00fcrdiges Bild des Staates zeichnet.<br>Im Hinblick auf die islamische Lebensweise fordert Allah (s.w.t.) die Muslime auf, mit dem Islam durch einen islamischen Staat zu regieren. Dabei macht Allah (s.w.t.) drei Ansatzpunkte deutlich. Zum einen verbietet Allah (s.w.t.) generell die Anwendung anderer Gesetze als die der Offenbarung.<br>Allah (s.w.t.) beschreibt dies im Qur&#8217;an wie folgt:<br>Wer nicht nach dem richtet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungl\u00e4ubigen. (Sura 5, Aya 44)<br>Dar\u00fcber hinaus fordert Allah (s.w.t.) von den Muslimen die Gesetze der Offenbarung umzusetzen. Allah (s.w.t.) sagt diesbez\u00fcglich im Qur&#8217;an:<br>So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen entgegen dem, was dir von der Wahrheit zugekommen ist. (Sura 5, Aya 48)<br>Ferner sagt Allah (s.w.t.):<br>Und so richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen, sondern sieh dich vor ihnen vor, dass sie dich nicht der Versuchung aussetzen (abzuweichen) von einem Teil dessen, was Allah zu dir (als Offenbarung) herabgesandt hat! (Sura 5, Aya 49)<br>Des Weiteren macht Allah (s.w.t.) deutlich, dass ein anderes Schutzsystem als das Seinige, nicht in Betracht kommt.<br>Allah (s.w.t.) sagt im Qur&#8217;an:<br>O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von euch sie zu Schutzherren nimmt, der geh\u00f6rt zu ihnen. Gewiss, Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht. (Sura 5, Aya 51)<br>Auch sagt Allah (s.w.t.) im Qur&#8217;an:<br>\u201eO die ihr glaubt, nehmt nicht Meine Feinde und eure Feinde zu Schutzherren, indem ihr ihnen Zuneigung entgegenbringt, wo sie doch das verleugnen, was von der Wahrheit zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst vertreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. (Nehmt sie nicht zu Schutzherren), wenn ihr wirklich ausgezogen seid zum Abm\u00fchen auf Meinem Weg und im Trachten nach Meiner Zufriedenheit. (Tut das nicht, indem) ihr ihnen heimlich Zuneigung zeigt, wo Ich doch besser wei\u00df, was ihr verbergt und was ihr offenlegt. Und wer von euch das tut, der ist f\u00fcrwahr vom rechten Weg abgeirrt.&#8220; (Sura 60, Aya 1)<br>Ein Muslim unterwirft sich aufgrund seiner islamischen \u00dcberzeugung den Geboten und Verboten Allahs (s.w.t.). Experimentelle Gedankenkonstrukte hinsichtlich der Ideen zur Gestaltung der Gesellschaft sind nicht notwendig. Mithin f\u00fchren diese zu Verfehlungen im gesamten Staatsapparat und zu Verfehlungen in der Gesellschaft.<br>Allah (s.w.t.) hat den Muslimen das Richtige und das Falsche durch die Offenbarung aufgezeigt. Der Muslim hat zur Umsetzung der islamischen Lebensweise die Gesetze Allahs (s.w.t.) in sein Leben zu implementieren. Dabei hat uns Allah (s.w.t.) aufgezeigt, dass auf andere Gesetze und Schutzinstanzen nicht zur\u00fcckgegriffen werden darf. Allah (s.w.t.) hat uns zur Umsetzung dieser Vorschriften das Kalifat als Staatskonzept vorgegeben. Alle anderen Staatskonzepte widersprechen dem Islam und d\u00fcrfen dementsprechend nicht angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>6. Fazit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Zusammenfassend kann Folgendes festgehalten werden. Das Staatsmodell von Hobbes hat die zentrale These zum Gegenstand, dass ein allumfassender Staat erforderlich ist, um ein friedliches Leben der Menschen zu volkswirtschaftlich geringen Kosten zu erm\u00f6glichen. Dies geschieht aufgrund des selbstzerst\u00f6rerischen Naturzustandes, indem sich die Menschen wie Tiere verhalten und einen Kampf um Leben und Tod f\u00fchren. Das Modell von John Locke verlangt die Sicherung des Genusses des Eigentums. Dabei wird auf einen konstruierten homo oeconomicus als typisierten Menschen zur\u00fcckgegriffen, um menschliches Handeln zu erkl\u00e4ren. Aus dieser Konstellation ergibt sich, dass die Grundlage menschlichen Handelns der Profit ist.<br>Prim\u00e4rer Zweck des Staates liegt in der \u00dcberwindung des Naturzustandes, um den Genuss des Eigentums zu gew\u00e4hrleisten und generell f\u00fcr Sicherheit zu sorgen. Dadurch ergeben sich rein \u00f6konomisierte moralische Wertvorstellungen, da die Moral dem Ma\u00dfstab des Profits untergeordnet wird. So werden alle Dinge aus diesem Blickwinkel des Nutzens betrachtet.<br>Aufgrund der Forderung, der Staat solle sich in das wirtschaftliche Geschehen nur geringf\u00fcgig involvieren, werden die zwischenmenschlichen Beziehungen \u00fcberwiegend durch individuelle Vertr\u00e4ge geregelt. Auch hier stellt der Ma\u00dfstab des Profits dabei die Grundlage dar. Dementsprechend ist die gesamte Gesellschaft mit dem Profitgedankten durchtr\u00e4nkt und wirkt bis in die einzelnen Ver\u00e4stelungen der Gesellschaft. Auf Grundlage dieses Staatskonzepts werden Rechtsg\u00fcter wie z.B. die W\u00fcrde nicht gesch\u00fctzt und lediglich zu einer abstrakten Leerformel, unter der sich h\u00f6chstens Philosophen noch etwas vorstellen k\u00f6nnen.<br>Der Muslim besitzt eine andere ideologische Grundlage. Er entzieht sich deshalb dem Kapitalismus und seinem Staatskonzept. Das oberste Ziel besteht in der Befolgung der Gebote und Verbote Allahs (s.w.t.). Daher muss der Muslim nach der Umsetzung der Gesetze Allahs (s.w.t.) streben. All seine Kraft muss darauf ausgerichtet sein, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und auf diesem Weg ein w\u00fcrdevolles Leben zu leben.<br>[1] Vgl. Bender et.al., Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, S. 181.<br>[2] Vgl. Bender et.al., Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, S. 181-182.<br>[3] Vgl. Bender et.al., Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, S. 181.<br>[4] Vgl. Bender et.al., Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, S. 175.<br>[5] Vgl. Bender et.al., Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, S. 178.<br>[6] Vgl. Mankiw, Grundz\u00fcge der Volkswirtschaftslehre, S. 11.<br>[7] Vgl. Walter, Einf\u00fchrung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, S. 225.<br>[8] Vgl. Bender et.al., Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, S. 223-224.<br>[9] Vgl. Badura\/Huber et.al., Besonderes Verwaltungsrecht, S. 294.<br>[10] Vgl. Die gro\u00dfe Chronick-Weltgeschichte \u2013 Band 11, S. 387.<br>[11] Vgl. Kromphardt, Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus, S. 77.<br>[12] Vgl. Friedman, Kapitalismus und Freiheit, S. 32-33.<br>[13] Vgl. Weber-Fas, Staatsdenker der Moderne, S. 110.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund der von Thomas Hobbes als Naturzustand bezeichneten hypothetischen Ausgangslage des Kampfes eines Jeden gegen Jeden und dem von John Locke formulierten Ziel des ungest\u00f6rten Genusses des Eigentums f\u00fchrt diese Konstellation zu einem Paradoxon.<\/p>\n","protected":false},"author":51,"featured_media":2835,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[1329,1434,1535,2461],"class_list":["post-9824","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-islamische-ideen","tag-kapitalismus","tag-konzept","tag-staat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9824","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/51"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9824"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9824\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9824"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9824"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}