{"id":9825,"date":"2013-05-06T00:00:00","date_gmt":"2013-05-06T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9825"},"modified":"2013-05-06T00:00:00","modified_gmt":"2013-05-06T00:00:00","slug":"jenseits-des-alltags-taqwa-ein-konzept-des-islams","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9825","title":{"rendered":"Jenseits des Alltags? Taqwa &#8211; Ein Konzept des Islams"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Taqwa, die Gottesfurcht, ist eines der tiefgreifendsten Konzepte des Islams. Ihre au\u00dferordentliche Bedeutung f\u00fcr Muslime wird durch eine immer wiederkehrende Ansprache im Qur&#8217;an und in der Sunna des Gesandten (s) hervorgehoben.<br>So weist Allah, der Erhabene, oftmals mit Nachdruck auf die Belohnung im Diesseits und im Jenseits hin, die f\u00fcr diejenigen bereitsteht, die gottesf\u00fcrchtig sind. Es sind die Gottesf\u00fcrchtigen, die Muttaqiin, denen Allah der Erhabene, seinen Beistand, seine F\u00fcrsorge und den Sieg verspricht. Demnach ist das korrekte Verst\u00e4ndnis von Taqwa, der Gottesfurcht, f\u00fcr jeden Muslim obligatorisch und von vitalem Interesse.<br>Bedauerlicherweise ist es ausgerechnet dieses elementare Konzept, das viele Muslime heute als Folge einer fehlerhaften Pers\u00f6nlichkeitsbildung, zumeist unbewusst, hinter sich gelassen haben. Die Bestreiter der Wahrheit und diejenigen, die den Islam und die Muslime bek\u00e4mpfen, erkannten bereits fr\u00fch, dass die Gottesfurcht als ein Konzept des Islams das Leben der Muslime grundlegend mitbestimmt und daher hervorragend geeignet ist, die muslimische Gemeinschaft in ihrem Denken und in ihrem Handeln zu beeinflussen. Sie verstanden zudem, dass die Gottesfurcht, die aus der islamischen Grund\u00fcberzeugung (Aqida) hervorgeht, die Quelle der Kraft der Muslime darstellt und begannen daher das korrekte Verst\u00e4ndnis von Gottesfurcht durch die Einf\u00fchrung von griechischen, persischen und hinduistischen Ideen zu verzerren und aufzuweichen. So \u00fcbernahmen viele Muslime die falsche Philosophie von der Trennung von K\u00f6rper und Seele in ihre Ideenwelt auf und kompromittierten damit das vormals reine Konzept von Gottesfurcht.<br>Als Konsequenz dieses intellektuellen \u00dcberfalls sprechen die Muslime insbesondere demjenigen eine tiefliegende Gottesfurcht zu, der leise spricht und ausgeglichen und and\u00e4chtig erscheint. Kurzum, einer durch und durch spirituellen Pers\u00f6nlichkeit, die von einer heiligen Aura umgeben zu sein scheint. Die Gottesfurcht manifestiere sich in \u00fcbertriebenen gottesdienstlichen Handlungen, den regelm\u00e4\u00dfigen Spenden an die \u00f6rtliche Moschee und einem zur\u00fcckgezogenen und isolierten Leben &#8211; selbst dann noch, wenn dieselbe Person Zinsgesch\u00e4fte t\u00e4tigt oder Alkohol verkauft. So gelang die Deformierung eines der wichtigsten Konzepte des islamischen Lebens durch die Konstruktion und Implementierung einer falschen Version von Gottesfurcht.<br>Diesem pervertierten Verst\u00e4ndnis steht das reine Bild der Gottesfurcht in Qur&#8217;an und Sunna gegen\u00fcber. Taqwa wird dort als ein Konzept dargelegt, welches die Muslime vor dem H\u00f6llenfeuer bewahrt, indem sie die Befehle Allahs, des Erhabenen, befolgen, seine Anweisungen ausf\u00fchren und sich von dem fernhalten, was Er uns untersagt hat. Denn Allah der Erhabene sagt:<br>\u201eUnd Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und wir haben jenen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, und euch selbst auferlegt, Allah zu f\u00fcrchten. Wenn ihr jedoch ungl\u00e4ubig werdet, dann ist Allahs, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah ist auf keinen angewiesen und des Lobes w\u00fcrdig.&#8220; (Sura An-Nisa, Aya 131).<br>Zudem sprach unser Prophet (s) in seiner letzten Ansprache:<br>\u201eIch befehle euch Ihn zu f\u00fcrchten, h\u00f6rt Ihm zu und gehorcht.&#8220;<br>Sowohl die Aussage Allahs, des Erhabenen, im Qur&#8217;an als auch die Ansprache des Propheten (s.) beinhalten den Befehl an die Muslime, gottesf\u00fcrchtig zu sein. Der Muslim verinnerlicht die Gottesfurcht und errichtet damit eine Barriere, die sich zwischen dem Menschen und dem Zorn und dem Missfallen seines Sch\u00f6pfers manifestiert. Gottesfurcht, Taqwa, f\u00fchrt zum Streben nach Gehorsam seinem Gebieter gegen\u00fcber und h\u00e4lt den Menschen von den Restriktionen seines Herrn fern.<br>Alis (r.a.) Sohn, Al-Hasan (r.a.), sprach einst: &#8222;Die Menschen mit Gottesfurcht (al-Muttaqun) sind diejenigen, die sich von all dem fernhalten, was immer Allah, der Erhabene, verboten hat und all das ausf\u00fchren, was immer Allah, der Erhabene, angeordnet hat.&#8220;<br>Umar ibn Abdul Aziz (r.a.) sagte zudem: &#8222;Gottesfurcht wird nicht durch das Fasten am Tage und das Gebet bei Nacht ausge\u00fcbt, noch durch die Vermischung von beidem, sondern Gottesfurcht bedeutet sich von dem zu entfernen, was Allah, der Erhabene, zum Haram (Verbotenen) erkl\u00e4rt hat und das Ausf\u00fchren dessen, was Allah, der Erhabene zum Fard (Pflicht) erkl\u00e4rt hat. Nachdem ein Mensch dieses vollzogen hat, wird Allah, der Erhabene, ihm Gutes gew\u00e4hren.&#8220;<br>Also strebt der wahrhaftig gottesf\u00fcrchtige Muslim zu jeder Zeit nach einem profunden Verst\u00e4ndnis der islamischen Lebensordnung, die Allah, der Erhabene, den Menschen \u00fcber den Qur&#8217;an und die Sunnah \u00fcbermittelt hat. Denn nur das korrekte Verst\u00e4ndnis der islamischen Gesetzgebung versetzt einen Muslim in die Lage zu erkennen, was sein Sch\u00f6pfer von ihm erwartet. Der gottesf\u00fcrchtige Muslim setzt die Lebensordnung seines Herrn vollst\u00e4ndig um und verfolgt dabei stets die Absicht, das Wohlgefallen seines Sch\u00f6pfers zu erlangen.<br>Imam Ahmad erw\u00e4hnt einen von einem Gef\u00e4hrten \u00fcberlieferten Hadith, in dem eine Person einst fragte: &#8222;Oh Gesandter Allahs, erteile mir Rat&#8220;. Der Prophet (s.) antwortete: &#8222;Ich rate dir, Allah zu f\u00fcrchten, denn das ist das oberste von Allem.&#8220; Bei einer weiteren Gelegenheit antwortete er (s.): &#8222;F\u00fcrchte Allah, denn das ist die Gesamtheit alles Guten&#8220;.<br>Allah, der Erhabene verspricht denjenigen beizustehen, die gottesf\u00fcrchtig sind. Allah, der Erhabene, sagt:<br>\u201eWahrlich, Allah ist mit denen, die gottesf\u00fcrchtig sind und Gutes tun.&#8220; (Sura An-Nisa, Aya 128)<br>Au\u00dferdem verk\u00fcndet Allah (t) den Gottesf\u00fcrchtigen, die gro\u00dfes Leid erfahren, seine frohe Botschaft, n\u00e4mlich ihnen den Weg aus ihrer Erschwernis zu weisen. So sagt Er, der Erhabene:<br>\u201e &#8230;und dem, der Allah f\u00fcrchtet, verschafft Er einen Ausweg.&#8220; (Sura at-Talaq, Aya 2)<br>Schlie\u00dflich erkennt der Diener seines Herrn \u00fcber das, was Allah, der Erhabene, ihm mitgeteilt hat, dass Gottesfurcht keineswegs ein abgeschottetes Leben bedeuten darf, in dem lediglich die gottesdienstlichen Handlungen und der gute Charakter aufrechterhalten bleiben. Vielmehr ist derjenige gottesf\u00fcrchtig, der Allah, den Erhabenen, f\u00fcrchtet, den Zorn seines Sch\u00f6pfers vermeidet und das Wohlgefallen seines Herrn sucht, indem er sein Leben vollst\u00e4ndig nach dem ausrichtet, was Allah, der Erhabene, offenbart hat. Das sind diejenigen Muslime, die sich aktiv in der Gesellschaft bewegen und sich um die Angelegenheiten der Gemeinschaft der Muslime k\u00fcmmern. Gleichwohl fastet und betet der gottesf\u00fcrchtige Muslim, w\u00e4hrend er die Vervollkommnung seines guten Charakters anstrebt.<br>Allah, der Erhabene, sagt:<br>\u201eO Prophet, f\u00fcrchte Allah und gehorche nicht den Ungl\u00e4ubigen und den Heuchlern. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allweise. Und folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wird. Wahrlich, Allah ist wohl all dessen kundig, was ihr tut. Und vertraue auf Allah. Denn Allah gen\u00fcgt als Besch\u00fctzer.&#8220; (Sura Al-Ahzab, Ayat 1-3)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So weist Allah, der Erhabene, oftmals mit Nachdruck auf die Belohnung im Diesseits und im Jenseits hin, die f\u00fcr diejenigen bereitsteht, die gottesf\u00fcrchtig sind. 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