{"id":9840,"date":"2012-10-22T00:00:00","date_gmt":"2012-10-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9840"},"modified":"2012-10-22T00:00:00","modified_gmt":"2012-10-21T22:00:00","slug":"syriens-chemische-waffen-und-die-option-einer-intervention-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9840","title":{"rendered":"Syriens Chemische Waffen und die Option einer Intervention &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schauergeschichten \u00fcber chemische Waffen in Syrien geh\u00f6ren seit dem Beginn der Aufst\u00e4nde vor \u00fcber 18 Monaten zum Standardinventar westlicher Medien. Im Juli 2012 wurde verst\u00e4rkt dar\u00fcber berichtet, dass Assads Truppen innerhalb Syriens chemische Waffen verlegt h\u00e4tten und insbesondere die Amerikaner hier\u00fcber \u201ebesorgt&#8220; seien, da diese Waffen gegen die Rebellen oder gar gegen Zivilisten eingesetzt werden k\u00f6nnten. Am Montag, den 09. Oktober 2012, best\u00e4tigte das US-Verteidigungsministerium, dass eine Gruppe amerikanischer Milit\u00e4rstrategen sich mit diesem Thema befasse.<br>Diese Gruppe, die von Spezialkr\u00e4ften geleitet wird und ca. 150 Mann umfasst, hat seine Kommandozentrale in der jordanischen Hauptstadt Amman eingerichtet, von wo aus s\u00e4mtliche Aufkl\u00e4rungsmissionen und andere Operationen geleitet werden. \u201eWir arbeiten seit geraumer Zeit mit Jordanien zusammen&#8230;an mehreren Themen, die sich aus dem entwickelt haben, was in Syrien geschehen ist&#8220;, teilte US-Verteidigungsminister Panetta auf einer Konferenz in Br\u00fcssel mit. Zu diesen Themen geh\u00f6re auch die \u00dcberwachung chemischer Lagerst\u00e4tten, \u201eum zu er\u00f6rtern, wie man am besten auf Bedenken in dieser Region zu reagieren hat&#8220;, so Panetta weiter.<br>Den Amerikanern reicht wohl das Gemetzel Assads in den letzten 18 Monaten nicht aus um einzuschreiten, w\u00e4hrend die Gefahr durch chemische Waffen oder die eines B\u00fcrgerkrieges als m\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Intervention diskutiert werden. Die Gefahr eines m\u00f6glichen Blutbads in der libyschen Stadt Benghazi war als Vorwand f\u00fcr eine milit\u00e4rische Intervention in Lybien ausreichend. Doch das Blutbad, das Tag f\u00fcr Tag in Syrien an der Ummah ver\u00fcbt wird, ist den Amerikanern offensichtlich nicht Grund genug um milit\u00e4risch einzugreifen und Assad das Handwerk zu legen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>Chemische Waffen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Syrien begann bereits 1973 \u2013 noch vor dem Yom Kippur-Krieg &#8211; mit der Entwicklung chemischer Waffen. Seit jeher verf\u00fcgt das Land \u00fcber ein eigenes Chemiewaffen-Arsenal. Syrien leugnet jedoch den Besitz chemischer Waffen, insbesondere um Unsicherheit bei feindlich gesinnten (Nachbar-)Staaten zu erzeugen. Der Sprecher des syrischen Au\u00dfenministeriums, Jihad Makdissi, best\u00e4tigte w\u00e4hrend einer Live-\u00dcbertragung im syrischen Staatsfernsehen den Besitz chemischer Waffen: \u201eDer Einsatz dieser Waffen ist ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Fall einer ausl\u00e4ndischen Aggression gegen die Arabische Republik Syrien gedacht. Jede Art solcher Waffen wird von der Syrischen Armee \u00fcberwacht, und die letzte Entscheidung \u00fcber den Einsatz liegt bei den Gener\u00e4len.&#8220;<br>Es hei\u00dft, dass Syrien chemische Waffen vom Typ Sarin, Tabun, VX und Senfgas produziert. Diese stammen aus Produktionsst\u00e4tten, die nach Meinung westlicher Experten f\u00fcnf bis sechs Anlagen umfassen, darunter in Al-Safir, Cerin, Hama, Homs, Latakia und Palmyra.<br>Sch\u00e4tzungen zufolge betr\u00e4gt die j\u00e4hrliche Produktion chemischer Kampfstoffe in Syrien wenige hundert Tonnen. Der Grund hierf\u00fcr ist, dass Syrien weder \u00fcber s\u00e4mtliche chemischen Grundstoffe verf\u00fcgt noch \u00fcber die technische Ausr\u00fcstung und deshalb auf ausl\u00e4ndische Importe angewiesen ist. In ihren j\u00e4hrlichen Berichten an den US-Kongress spricht die CIA von den Bestrebungen Syriens, chemische Grundstoffe und technische Ausr\u00fcstung aus externen Quellen zu beziehen. Der Vorrat an chemischen Substanzen, die zuvor Internationalen Exportkontrollen unterlagen, seien allem Anschein nach l\u00e4ngst aufgebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>Das Endspiel in Syrien<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Gegenw\u00e4rtig sieht es in Syrien danach aus, dass Assads Machtapparat, der zuvor s\u00e4mtliche Gesellschaftsbereiche kontrollierte, gescheitert ist und den Aufstand nicht mehr wird beenden k\u00f6nnen &#8211; dies, obwohl alle erdenklichen Mittel der Gewalt und Einsch\u00fcchterung angewandt wurden, um die Massen zum Schweigen zu bringen. Die Lage wurde erst dadurch verkompliziert, dass ausl\u00e4ndische M\u00e4chte, die jeweils unterschiedliche Interessen verfolgen, sich in Syrien eingemischt haben und versuchen, die Geschicke in ihre Richtung zu lenken. Mehrere aufeinander folgende Versuche seitens des Westens, den Ruf der Menschen in Syrien nach Ver\u00e4nderung hinters Licht zu f\u00fchren, sind kl\u00e4glich gescheitert. Was wir gegenw\u00e4rtig erleben, ist im Endeffekt der Konflikt zwischen den sunnitischen Muslimen Syriens und den USA um die Herrschaft des Landes nach Assad.<br>In diese hoffnungsvolle Situation konnte die Ummah erst dadurch gelangen, dass sie all ihre Angst, die sie vor dem Assad-Regime und seinen brutalen Methoden hatte, abgelegt und ihre Forderung nach der Herrschaft des Islam zu einer Schicksalsfrage erhoben hat.<br>Allah \u00e4ndert den Zustand eines Volkes nicht, ehe sie \u00e4ndern, was in ihnen ist. (Sura 13, Aya 11)<br>Dieser gesegnete Aufstand der Ummah in Syrien dauert seit nunmehr \u00fcber einem Jahr an. Der islamische Widerstand hat sich die vollst\u00e4ndige Vernichtung des Assad-Regimes zum Ziel gesetzt und ihre Koordinierung und Einsatztaktik seit dem Beginn des Aufstandes fortlaufend verbessert. Die Erfahrungen und die Unterst\u00fctzung desertierender Soldaten kommen unterst\u00fctzend hinzu. Ebenso ist der Zustrom von K\u00e4mpfern aus anderen L\u00e4ndern eine Hilfe. Unter ihnen befinden sich auch welche mit Erfahrung aus dem Irak im Kampf gegen US-Soldaten. Deren Kenntnisse im Bau selbstgefertigter Sprengs\u00e4tze (sogenannte Improved Explosive Devices, kurz IED&#8217;s) hat ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, den Truppen Assads schmerzhafte Verluste zu bereiten. Die hohe Zahl an zerst\u00f6rten Kampfpanzern und anderer gepanzerter Fahrzeuge der syrischen Armee sind ein Beleg f\u00fcr das Potential und den Todesmut der Ummah.<br>Und genau deshalb hat die Syrische Armee den Einsatz von Panzerfahrzeugen in Gegenden, in denen die Rebellen die Kontrolle haben, verringert. Das Regime setzt zunehmend auf Angriffe aus der Luft, die durch Artillerie und Kampfhubschrauber unterst\u00fctzt werden. Der bewaffnete Widerstand jedoch hat den Vorteil, dass er \u00fcberaus mobil ist und einerseits so das Regime dazu zwingt, an mehreren Fronten gleichzeitig zu k\u00e4mpfen und andererseits Hinterhalte wirkungsvoll und kurzfristig ausf\u00fchren kann.<br>Da der Widerstand \u00fcber keine konventionelle Kommandostruktur verf\u00fcgt wie man es von einer regul\u00e4ren Armee gewohnt ist, f\u00e4llt es sowohl dem Westen als auch Assads Leuten sehr schwer, die F\u00fchrung des Widerstandes zu infiltrieren. Aufgrund der hohen Zahl an \u00dcberl\u00e4ufern ist Assad dazu gezwungen, sich fast ausschlie\u00dflich auf die Republikanische Garde, die 4. Gepanzerte Division und die Shabiha &#8211; ein Haufen wilder M\u00f6rder, Folterer und Vergewaltiger &#8211; zu verlassen. Hierdurch verbleibt der Gro\u00dfteil der Armee, der aus Sunniten besteht, in den Kasernen. Dies hat dazu gef\u00fchrt, dass Assad den Gro\u00dfteil der l\u00e4ndlichen Gebiete verloren hat und den Einsatz seiner Streitkr\u00e4fte nun auf die Schlacht um Damaskus und Aleppo konzentriert.<br>Der Mangel an schweren Waffen ist das einzige Hindernis, das den Widerstand davon abh\u00e4lt, einen Gro\u00dfangriff auf Damaskus und die Wirtschaftsmetropole Aleppo zu starten. Amerika, England, Frankreich, die T\u00fcrkei, Qatar, Saudi Arabien und \u00c4gypten \u2013 allesamt versuchen sie, die oppositionellen Kr\u00e4fte mit der Lieferung schwerer Waffen zu k\u00f6dern, um so ihre Loyalit\u00e4t zu kaufen. Der Grund, weshalb man dem Widerstand bislang diese ben\u00f6tigten Waffen nicht hat zukommen lassen, ist die Tatsache, dass sie den K\u00f6der &#8211; Al-hamdu-lillah &#8211; nicht geschluckt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schauergeschichten \u00fcber chemische Waffen in Syrien geh\u00f6ren seit dem Beginn der Aufst\u00e4nde vor \u00fcber 18 Monaten zum Standardinventar westlicher Medien. 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