{"id":9849,"date":"2015-03-20T00:00:00","date_gmt":"2015-03-19T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9849"},"modified":"2015-03-20T00:00:00","modified_gmt":"2015-03-19T23:00:00","slug":"vier-jahre-revolution-in-syrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9849","title":{"rendered":"Vier Jahre Revolution in Syrien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zitat aus dem folgenden Artikel vom ehemaligen CIA-Chef Michael Hayden:<br>\u201eDas bedeutet das Ende des Sykes-Picot-Abkommens und w\u00fcrde das Ende aller k\u00fcnstlichen Staaten der Region einl\u00e4uten, die nach dem Ersten Weltkrieg geschaffen wurden!&#8220;<br>Vor vier Jahren, im M\u00e4rz 2011, erfasste der Arabische Fr\u00fchling Syrien, und das syrische Volk raffte sich nach langer Zeit der Unterdr\u00fcckung auf, sich von seinem Despoten Bashar al-Assad zu befreien. Die Fronten waren zun\u00e4chst noch klar und \u00fcberschaubar, denn es gab nur zwei: Auf der einen Seite stand das unterdr\u00fcckte syrische Volk, das sich seines Diktators entledigen wollte, auf der anderen Seite w\u00fctete Assad, der keine Konsequenzen f\u00fcrchten musste und alle ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel einsetzte, um den Willen des Volkes zu brechen und seine Gewaltherrschaft aufrechtzuerhalten.<br>W\u00e4hrend das Volk kompromisslos den Sturz des Diktators zu Recht einforderte, appellierte der Westen mit seinem scheinheiligen Demokratieverst\u00e4ndnis an Bashar al-Assad, Reformen durchzuf\u00fchren, um ihn dadurch an der Macht zu halten, wohlwissend, dass man einen Wolf nicht in einen Vegetarier verwandeln kann. Der Erfolg dieser kosmetischen Versuche des Westens blieb aus, denn zum einen lie\u00df sich das Volk nicht zum Narren halten, zum anderen schlachtete Assad die Menschen weiter ab und lie\u00df ein Massaker dem anderen folgen, da ihm keine Repressalien drohten und der Westen ihm weiter den R\u00fccken st\u00e4rkte. Die Medien f\u00fcllten sich t\u00e4glich mit seinen Verbrechen, die keine Grausamkeit auslie\u00dfen und weder Erwachsene noch Kinder verschonten.<br>Inzwischen taucht der Name Assads jedoch kaum noch in der Berichterstattung \u00fcber Syrien auf. Seine Person ist medial in den Hintergrund geraten, obwohl seine Verbrechen keineswegs nachgelassen oder gar aufgeh\u00f6rt h\u00e4tten. Noch immer wirft er Fassbomben auf die Bev\u00f6lkerung und l\u00e4sst die Menschen r\u00fccksichtslos massakrieren. Und noch immer existiert der Widerstand gegen ihn, der ebenfalls nicht nachgelassen hat, auch nicht nach kr\u00e4ftezehrenden vier Jahren. Was also hat die politische und mediale Sicht auf Assad so ver\u00e4ndert, der noch immer derselbe Diktator ist wie zu Beginn seiner Regentschaft?<br>Um diese Frage zu beantworten, muss der Verlauf der Revolution in Syrien ins Ged\u00e4chtnis gerufen werden. Das syrische Volk wurde angespornt von den Ereignissen in Tunesien und \u00c4gypten, wo die Diktatoren Ben Ali und Mubarak relativ schnell gezwungen waren, zur\u00fcckzutreten. Auch wenn die Syrer es nicht schafften, ihren Peiniger Assad nach dem Vorbild Tunesiens und \u00c4gyptens in nur kurzer Zeit zu st\u00fcrzen, entstand ein bemerkenswertes islamisches Klima des Widerstandes in Syrien, das die Welt in Erstaunen versetzte, weil niemand mit dem starken Willen, der islamischen Entwicklung und dem Durchhalteverm\u00f6gen der Syrer gerechnet h\u00e4tte.<br>Zu Beginn wurden die Proteste lediglich von dem Wunsch nach Freiheit getragen. Der Slogan \u201eNur Allah, Syrien und Freiheit&#8220; pr\u00e4gte die Demonstrationen. Jedoch fand ein Umdenken statt, und man \u00fcberwand diese inhaltsleeren Forderungen nach Freiheit. Die Themen, unter denen jeden Freitag demonstriert wurde, nahmen nach einigen Monaten islamische Form an. So lautete beispielsweise das Freitagsmotto am 12. August 2011 Lannarka\u02bfill\u0101lill\u0101h! (Wir verneigen uns nur vor Allah!). Abgesehen von den Freitagsmottos riefen die Menschen unaufh\u00f6rlich Labaika y\u0101 All\u0101h! (Zu deinen Diensten, oh Allah!), wenn sie sich gegen das Assad-Regime versammelten. Ganz offen h\u00f6rte man auf den Stra\u00dfen Q\u0101\u02beidn\u0101 lilabad saiyidn\u0101 Mu\u1e25ammad! (Unser F\u00fchrer f\u00fcr immer ist unser Prophet Muhammad!) und A\u0161-\u0161a\u02bfb yur\u012bd \u1e2bil\u0101fa min \u011fad\u012bd! (Das Volk will ein neues Kalifat) oder aber A\u0161-\u0161a\u02bfb yur\u012bd ta\u1e25k\u012bm al-qur\u02be\u0101n! (Das Volk will die Implementierung des Koran!). Furchtlos hielten sie schwarze und wei\u00dfe Flaggen mit der Aufschrift La ill\u0101ha illall\u0101h! (Es gibt keinen Gott au\u00dfer Allah!) hoch, die das Bild der Stra\u00dfen von nun an pr\u00e4gten. Die Syrer gewannen eine klare Vorstellung davon, welches Regierungssystem der Diktatur Assads folgen sollte: das Kalifat. Darin unterschied sich die Revolution in Syrien gravierend von der in den anderen L\u00e4ndern.<br>Die islamische Entwicklung machte sich auch in den Reihen der Freien Syrischen Armee bemerkbar. Am Anfang war es der Widerstandskampf gegen das syrische Regime, der dominierte. Dabei blieb es aber nicht, denn die Soldaten der Freien Syrischen Armee betrachteten ihren Kampf im Laufe der Zeit als \u011fih\u0101d. Dies konnte man an den Namen der Bataillone ablesen: das Bataillon \u1e2a\u0101lid ibn al-Wal\u012bd, das Bataillon All\u0101huakbar, das Bataillon Ab\u016b\u02bfUbaida ibn al-\u011earr\u0101\u1e25 usw. Was also als Widerstand gegen einen Diktator begann, entwickelte sich folgerichtig zu einem Kampf f\u00fcr den Islam und f\u00fcr Allah. Mit dieser Einstellung erzielte die Freie Syrische Armee durchschlagende Erfolge gegen die regierungstreue Armee. Assad musste ernsthaft um seinen Thron f\u00fcrchten.<br>Im Sommer 2012 standen die Widerstandsk\u00e4mpfer kurz davor, Assad zu st\u00fcrzen. So titelte BILD.de am 7. Juli 2012: \u201eWie lange h\u00e4lt Assad noch durch?&#8220; In dem Artikel hie\u00df es: \u201eExperten sind sich nicht sicher, wie lange die Finanzen des Despoten es noch erlauben, seine Soldaten bei Laune zu halten. Seit Wochen verschanzt sich Assad mit Familie und Vertrauten in seinem Palast im Damaszener Nobel-Vorort Malki. Dort sind die K\u00e4mpfer noch nicht angekommen, doch dort wollen sie hin.&#8220; Am 19. Juli 2012 schrieb SPIEGEL ONLINE: \u201eDas syrische Regime ger\u00e4t immer st\u00e4rker in die Defensive. Die Aufst\u00e4ndischen haben den finalen Kampf um die Macht ausgerufen.&#8220; Es gab sogar Vorschl\u00e4ge von westlicher Seite, Russland solle Assad Asyl gew\u00e4hren.Das Schicksal des Assad-Regimes schien im Sommer 2012 besiegelt, sein Ende unabwendbar, und zwar ohne die Einmischung der Nato, wie es in Libyen der Fall war. Umso mehr stellt sich die Frage, warum Assad im Jahr 2015, vier Jahre nach Ausbruch der Revolution, noch immer Fassbomben auf das syrische Volk abwerfen und seine Gr\u00e4ueltaten fortsetzen kann.<br>Die westliche Hoffnung, dass Assads grenzenlos brutales Vorgehen gegen sein eigenes Volk das Problem schon l\u00f6sen werde, hatte sich nicht erf\u00fcllt. Der Westen musste erkennen, dass mit steigender Gewalt der Kampfgeist der Menschen in Syrien mehr und mehr entfacht wurde und Assad fr\u00fcher oder sp\u00e4ter geschlagen w\u00e4re, was im Jahr 2012 fast geschehen ist. Deshalb verlie\u00df sich der Westen nicht mehr nur auf Assad und seine Killermilizen, sondern wendete mehrere Strategien an, die alle darauf hinauslaufen sollten, die Diktatur Assads aufrechtzuerhalten.<br>So wundert es nicht, dass pl\u00f6tzlich Hisbollah-K\u00e4mpfer in Syrien auftauchten, die an der Seite Assads k\u00e4mpften, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als Assads Mittel ausgesch\u00f6pft schienen und seine Soldaten den Widerstandsk\u00e4mpfern kaum noch standhalten konnten. Damit versuchte man das Blatt noch einmal zu Assads Gunsten zu wenden, der zu diesem Zeitpunkt schon als erledigt galt. Dar\u00fcber hinaus mischten auch iranische Soldaten tatkr\u00e4ftig im syrischen Milit\u00e4r mit. Nur so konnte die Niederlage Assads im letzten Moment abgewendet werden, nachdem er im Grunde schon Geschichte war. Aus eigener Kraft w\u00e4re ihm das nicht mehr gelungen.<br>Eine andere westliche bzw. US-amerikanische Strategie war die k\u00fcnstliche Schaffung einer Opposition, um einen Verhandlungspartner f\u00fcr Assad zu kreieren. Denn am 30. Juni 2012 hatten die Vetom\u00e4chte auf der Syrien-Konferenz entschieden, Assad an einer \u00dcbergangsregierung zu beteiligen, nachdem man erkannt hatte, wie schlecht es um seine Macht stand und wie stark der Widerstandskampf war \u2013 ein ungeheuerlicher Plan, der das syrische Volk verh\u00f6hnte, denn es war der Rettungsplan f\u00fcr den Diktator, nicht f\u00fcr das syrische Volk. Am 11. November 2012 wurde zu diesem Zweck in Katars Hauptstadt Doha die Nationale Koalition der syrischen Oppositions- und Revolutionskr\u00e4fte gegr\u00fcndet. Die Nationale Koalition sollte offiziell das syrische Volk repr\u00e4sentieren, in Wahrheit aber US-amerikanische Interessen vertreten. Den Syrern sollte damit die M\u00f6glichkeit genommen werden, selbst \u00fcber ihre politische Zukunft zu entscheiden.<br>Trotz der anhaltenden Kriegsverbrechen des Assad-Regimes pochte der Westen auf eine diplomatische L\u00f6sung und suggerierte, dass der milit\u00e4rische Weg keine Aussicht auf Erfolg h\u00e4tte. Der Plan sah eine Genf-2-Konferenz vor, auf der sich das westliche Gebilde der Nationalen Koalition mit dem Diktator Assad auf eine \u00dcbergangsregierung einigen sollte. Man warb f\u00fcr diese Idee und f\u00fcr Genf 2, hatte aber enorme Schwierigkeiten, die Muslime f\u00fcr die Genf-2-Konferenz zu gewinnen, zumal sich niemand in Syrien von der Nationalen Koalition repr\u00e4sentiert sah und niemand eine Beteiligung Assads an einer \u00dcbergangsregierung akzeptieren wollte. Die Vorstellung, Assad in einer \u00dcbergangsregierung zu dulden, ist genauso abwegig wie der Gedanke, Hitler an einer \u00dcbergangsregierung zu beteiligen, nachdem er Millionen von Juden ermorden lie\u00df, um mit dieser diplomatischen Absurdit\u00e4t den Zweiten Weltkrieg zu beenden.<br>Die K\u00e4mpfe in Syrien verliefen jenseits des Einflussbereichs der Nationalen Koalition. Es h\u00e4tte folglich nichts gebracht, eine Genf-2-Konferenz einzuberufen und eine Einigung zwischen der Nationalen Koalition und Assad zu erreichen, wenn sich die K\u00e4mpfe in Syrien jenseits des westlichen Plans abspielen und der Widerstand gegen Assad fortgesetzt wird. Man h\u00e4tte nur formal eine \u00dcbergangsregierung geschaffen, die aber keine Anerkennung in der syrischen Bev\u00f6lkerung h\u00e4tte. Deshalb musste Genf 2 mit Einverst\u00e4ndnis und Beteiligung der bewaffneten Widerstandskr\u00e4fte in Syrien erfolgen, denn gerade sie sollten ihren Kampf gegen Assad einstellen.<br>Genau darin lag aber das Problem, das sich in einer st\u00e4ndigen Verschiebung des Termins f\u00fcr Genf 2 widerspiegelte. Denn es reichte keineswegs, nur die Freie Syrische Armee f\u00fcr die Teilnahme an der Konferenz zu gewinnen. Auch die islamischen Gruppen und Brigaden mussten ins Boot geholt werden, was sich als \u00e4u\u00dferst schwierig erwies. So lehnte seinerzeit beispielsweise \u02bfAbdelq\u0101dira\u1e63-\u1e62\u0101li\u1e25, Anf\u00fchrer von Liw\u0101\u02be at-Tau\u1e25\u012bd in Aleppo, Verhandlungen mit Assad kategorisch ab. Im November 2013 warnte auch die Islamische Front, die aus mehreren Brigaden in Syrien gegr\u00fcndet wurde, unmittelbar nach ihrer Gr\u00fcndung in einer Videobotschaft vor der Teilnahme an der Konferenz und drohte mit Konsequenzen.<br>Genf 2 war die US-amerikanische Hoffnung auf eine \u00dcbergangsregierung, die den westlichen Albtraum abwenden sollte: ein Kalifat in Syrien, das sich auf die umliegenden L\u00e4nder ausbreiten w\u00fcrde. Wie nah die Muslime der Gr\u00fcndung eines Kalifats in Syrien waren, ist an den westlichen \u00c4u\u00dferungen abzulesen. Eine dieser \u00c4u\u00dferungen stammt von dem ehemaligen CIA-Chef Michael Hayden, der drei m\u00f6gliche Szenarien f\u00fcr Syrien sah, von denen er die \u201eAufl\u00f6sung des syrischen Staates&#8220; f\u00fcr das wahrscheinlichste aber auch gef\u00e4hrlichste Szenario hielt. \u201eDas bedeutet das Ende des Sykes-Picot-Abkommens und w\u00fcrde das Ende aller k\u00fcnstlichen Staaten der Region einl\u00e4uten, die nach dem Ersten Weltkrieg geschaffen wurden&#8220;, sagte Hayden. Er sah das Ende der alten kolonialen Ordnung und damit das Ende des westlichen Einflusses in der Region kommen.<br>Daraus erkl\u00e4rt sich die Rolle Assads, die ihm der Westen zugeteilt hat. Er ist das Werkzeug, die Menschen in Syrien daran zu hindern, sich f\u00fcr den Islam und dessen Gesetzgebung zu entscheiden, mag er noch so viele Kriegsverbrechen begehen, Chemiewaffen einsetzen und Fassbomben abwerfen. Nur aus diesem Grund halten die USA und mit ihnen Europa so hartn\u00e4ckig an Assad fest. Hayden fasste dies wie folgt zusammen: \u201eSo schlimm das auch klingt, ich tendiere dazu, einen Sieg Assads als die beste von drei sehr, sehr h\u00e4sslichen Optionen anzusehen.&#8220;<br>Die westlichen Strategien f\u00fcr Syrien laufen alle darauf hinaus, den Muslimen die Kalifatsidee auszutreiben. Dennoch kam es am 29. Juni 2014 zur Ausrufung des Kalifats durch die ISIS im Irak, dem Nachbarstaat Syriens, ohne dass die USA ad\u00e4quat reagiert h\u00e4tten: kein S\u00e4belrasseln und keine Drohungen. Die ISIS, die sich anschlie\u00dfend in Islamischer Staat (IS) umbenannte, schien sich von allen vorangegangenen Gruppierungen zu unterscheiden. Sie verzeichnete strategische Gebietsgewinne innerhalb k\u00fcrzester Zeit, ohne dass das irakische Milit\u00e4r, das in die Flucht geschlagen wurde, etwas ausrichten konnte \u2013 so zumindest der Anschein. Ausgestattet mit modernsten Waffen und Geld entstand ein Image des Unbesiegbaren und gleichzeitig des Grauenvollen und Unmenschlichen. Vor allem blieb der IS nicht innerhalb der irakischen Grenzen.<br>Bashar al-Assad war damit gewisserma\u00dfen aus dem Schneider. Die Welt hatte nun etwas, das noch schlimmer zu sein schien als er. Die Nachrichten f\u00fcllten sich mehr und mehr mit Gr\u00e4ueltaten des IS, der die Menschen massenweise in die Flucht treibt, Frauen vergewaltigt, Menschen k\u00f6pft usw. Den H\u00f6hepunkt fand das IS-Grauen in der Verbrennung des jordanischen Kampfpiloten, dessen Video Anfang Februar hohe mediale Wellen schlug, um die Welt endg\u00fcltig davon zu \u00fcberzeugen, dass der IS vor nichts zur\u00fcckschreckt und niemanden verschont, weder Nichtmuslime noch Muslime. Etwas Besseres h\u00e4tte Assad gar nicht passieren k\u00f6nnen, denn er stand nun nicht mehr im Fokus der Berichterstattung \u00fcber Syrien. Und er war auch nicht mehr das unsagbar B\u00f6se, das es zu bek\u00e4mpfen gilt. Diese Rolle wurde mit Erfolg auf den IS \u00fcbertragen.<br>So wurden die Medien von den Ereignissen in Kobane bestimmt. Die syrische Stadt stand schon seit Ende 2013 im Visier des IS und wurde Mitte September 2014 angegriffen. Ein Kampf entbrannte genau wie die Diskussion um die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Kurden, die man f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des IS auserkoren hatte. Was bei Assad scheinbar unm\u00f6glich schien, wurde im Falle des IS als Notwendigkeit erachtet: Luftangriffe der USA und ihrer Verb\u00fcndeten auf Stellungen des IS. Selbst nach dem bewiesenen Chemiewaffeneinsatz Assads im August 2013 setzte man auf eine diplomatische L\u00f6sung und propagierte Genf 2. Der IS hingegen wurde vom Westen zu einem ernstzunehmenden Feind geadelt, gegen den ein milit\u00e4risches Eingreifen als unumg\u00e4nglich suggeriert wurde.<br>Wenn alle Stricke rei\u00dfen und ein aufm\u00fcpfiges Volk sich seinen Diktator nicht aufzwingen lassen will, b\u00fcrdet man ihm einfach etwas scheinbar noch B\u00f6seres auf, um es zu der Einsicht zu bringen, dass Assad im Gegensatz zum IS das kleinere \u00dcbel sei. Auf diese Weise konnte man Assad aus der Schusslinie nehmen und den vereinten Kampf gegen den IS in den Mittelpunkt r\u00fccken. Assad wurde dadurch nat\u00fcrlich politisch gest\u00e4rkt. Paradoxerweise ging es nicht mehr um die Gr\u00e4ueltaten des Diktators, der Syrien in Schutt und Asche gelegt hat, sondern um die Frage, ob man sich mit ihm im Kampf gegen den IS verb\u00fcnden solle.<br>Trotz aller Probleme in Syrien darf man nicht vergessen, dass es immer noch aufrichtige Muslime in Syrien gibt, die nie aufgeh\u00f6rt haben, gegen Assad zu k\u00e4mpfen, auch wenn die Medien nicht mehr \u00fcber den Widerstandskampf berichten und die anhaltenden Kriegsverbrechen Assads ignorieren, w\u00e4hrend sie intensiv \u00fcber die Gr\u00e4ueltaten des IS informieren. So ging der bereits erw\u00e4hnte Fall des get\u00f6teten jordanischen Kampfpiloten tagelang durch alle Medien, w\u00e4hrend die Menschen, die von Assad get\u00f6tet wurden und noch immer werden, keinerlei Beachtung finden. Daher muss man jenseits der allgemeinen Berichterstattung auf Syrien blicken, damit dieser aufrichtige Kampf gegen Assad, der seit Beginn der Revolution nie aufgeh\u00f6rt hat, wieder sichtbar wird.<br>Auch wenn dieser Kampf gegen Assad und die Bem\u00fchungen um ein Kalifat in Syrien von den westlichen Einmischungen behindert werden, bleibt die Tatsache bestehen, dass am Ende das wahre Rechtgeleitete Kalifat Realit\u00e4t werden wird. Die weltweite Anti-Kalifatspropaganda darf nicht dazu f\u00fchren, dass sich die Muslime einsch\u00fcchtern lassen und in ihrem Engagement und in ihrer Opferbereitschaft f\u00fcr einen echten islamischen Staat nachlassen. Das Rechtgeleitete Kalifat ist eine Kampfansage nicht nur an Assad, sondern an jeden Diktator in der islamischen Welt. Es bedeutet das Ende jeder Diktatur und jeder Tyrannei, ob sie von Muslimen oder Nichtmuslimen ausgeht. Daher gibt es f\u00fcr Syrien nur die eine L\u00f6sung, f\u00fcr die es keine Alternative gibt, mag der Westen noch so viele H\u00fcrden aufbauen, um die syrische Revolution zu ersticken: das Rechtgeleitete Kalifat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor vier Jahren, im M\u00e4rz 2011, erfasste der Arabische Fr\u00fchling Syrien, und das syrische Volk raffte sich nach langer Zeit der Unterdr\u00fcckung auf, sich von seinem Despoten Bashar al-Assad zu befreien.<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":1508,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[227,545,2237,2519],"class_list":["post-9849","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-arabischer-fruehling","tag-cia-chef","tag-revolution","tag-syrien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9849"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9849\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}