{"id":9985,"date":"2015-07-14T00:00:00","date_gmt":"2015-07-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9985"},"modified":"2015-07-14T00:00:00","modified_gmt":"2015-07-13T22:00:00","slug":"alle-erlaubten-handlungen-erfordern-einen-beweis-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9985","title":{"rendered":"Alle erlaubten Handlungen erfordern einen Beweis \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl die Texte im Qur&#8217;an als auch in der Sunna behandeln verschiedene Themen, wie zum Beispiel die Geschichten der vergangenen V\u00f6lker und den J\u00fcngsten Tag. Dar\u00fcber hinaus gibt es aber auch spezielle Textstellen, die unsere Handlungen betreffen. Darin werden bestimmte Handlungen als erlaubt oder als verboten eingestuft. Diese Einstufung wird als Hukm Shar&#8217;i bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Begriff \u201eHukm Shar&#8217;i&#8220; steht im Arabischen f\u00fcr \u201edie Ansprache des Gesetzgebers bez\u00fcglich der menschlichen Taten&#8220;. Der Islam befasst sich mit all unseren Handlungen, seien sie erlaubt oder verboten. Dementsprechend m\u00fcssen sich all unsere Taten nach dem Hukm Shar&#8217;i richten. Viele Muslime neigen dazu, Dinge voreilig als erlaubt (halal) oder verboten (haram) einzustufen, nachdem sie einen fl\u00fcchtigen Blick auf eine Aya oder einen Hadith werfen. Jedoch ist nicht jeder Befehl aus den Rechtsquellen mit fard (verpflichtend) oder haram (verboten) gleichzusetzen. Die Regeln zur Unterteilung der verschiedenen Arten des Hukm Shar&#8217;i stehen im Zusammenhang mit den Usul-al-Fiqh, den Grundlagen der Rechtslehre. Es gibt f\u00fcnf verschiedene Kategorien des Hukm Shar&#8217;i:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>fard oder wajib (verpflichtend)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>mandub (empfohlen)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>makruh (unerw\u00fcnscht)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>haram (verboten)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>mubah (erlaubt)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Im Hinblick auf die f\u00fcnfte Kategorie, die erlaubten Handlungen, existieren viele Missverst\u00e4ndnisse unter den Muslimen. Im Folgenden werden einige dieser Missverst\u00e4ndnisse aufgezeigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>1) Gerade in der heutigen Zeit hat sich unter Muslimen das Fehlverst\u00e4ndnis verbreitet, dass jegliche Handlung erlaubt sei, solange sie dem Islam nicht ausdr\u00fccklich widerspricht und nicht durch die Shari&#8217;a verboten wurde. Als scheinbaren Beweis f\u00fchren sie an, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) Vertr\u00e4ge aus der Zeit der Jahiliya (vorislamische Zeit der Unwissenheit) vorfand und diese f\u00fcr erlaubt erkl\u00e4rte. Solche Vertr\u00e4ge hingegen, die er (s.a.s.) f\u00fcr unzul\u00e4ssig hielt, verbot er. Folglich sei das, was er nicht ausdr\u00fccklich verboten hat, erlaubt, und nur das, was er deutlich verboten hat, auch tats\u00e4chlich verboten. Deshalb k\u00f6nnen Muslime sogar Ideen, Vorschriften oder auch Gesetze akzeptieren, solange diese dem Islam nicht eindeutig widersprechen bzw. der Islam diese nicht explizit verboten hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>2) Mubah (erlaubt) ist angeblich das, was keinen Tadel (Ermahnung, R\u00fcge) nach sich zieht. Wenn eine Handlung im Islam nicht getadelt wird, wird dies gleich als Erlaubnis gesehen, so zu handeln. Wenn also kein deutliches Verbot ergeht, ist eine Handlung automatisch mubah. Dar\u00fcber hinaus schweige die Shari&#8217;a scheinbar zu einigen Handlungen und legt die Regelungen hierf\u00fcr nicht fest; und wozu auch immer die Shari&#8217;a geschwiegen hat, so sei diese Sache als mubah einzustufen. Es wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\"><\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">\u201eWahrlich, Allah hat Pflichten festgesetzt, also seid darin nicht nachl\u00e4ssig. Und er hat Grenzen festgelegt, also \u00fcberschreitet sie nicht. Und er hat Dinge verboten, also begeht sie nicht. Und er hat zu Dingen geschwiegen \u2013 aus Barmherzigkeit zu euch, nicht aus Vergesslichkeit \u2013 also fragt nicht danach.&#8220;<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem anderen Bericht sagte er: \u201e<strong>Und das, wor\u00fcber Er schwieg, ist Vergebung (Erlaubnis).<\/strong>&#8220; Deshalb sei alles, wozu die Shari&#8217;a schwieg, mubah. Die Akzeptanz von Regelungen und Gesetzen, die in der Shari&#8217;a keine Erw\u00e4hnung finden und f\u00fcr die in der Shari&#8217;a kein Verbot zu finden ist, seien Teil des mubah; und zwar deshalb, weil diese Gesetze nicht getadelt wurden. Und auch weil kein direktes Verbot ergangen ist und die Shari&#8217;a das Gesetz nicht erw\u00e4hnt bzw. die Shari&#8217;a dazu schweigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>3) Einige behaupten, die Demokratie habe ihren Ursprung im Islam, da sie auf Shura (Beratung), Gerechtigkeit und Gleichberechtigung basiere. Auch ziele die Demokratie darauf ab, die Autorit\u00e4t in die H\u00e4nde der Umma zu legen, und dies entspreche auch dem Anliegen des Islam. Der Islam mache keinen Unterschied zwischen Reichen und Armen, zwischen Rechten und Pflichten und ebenso wenig zwischen einem Minister und einem Schafhirten. Der Islam sorge daf\u00fcr, dass die (zwischenmenschlichen) Beziehungen auf Basis von Shura geregelt w\u00fcrden. Das Gebieten des Guten und Verbieten des Verwerflichen erhebe er zu einer der h\u00f6chsten Prinzipien. Die Shura im Islam entspr\u00e4che prinzipiell dem, was die Europ\u00e4er als Parlament bezeichnen. Das Gebieten des Guten und Verbieten des Verwerflichen entspr\u00e4che in der heutigen, modernen Welt der Pressefreiheit und der Freiheit von Individuen und Gruppierungen, ihre Meinung schriftlich wie auch m\u00fcndlich kundzutun. Man d\u00fcrfe Dinge, die einem gefallen, bef\u00fcrworten und Dinge, die einem missfallen, kritisieren und offen dar\u00fcber sprechen. Von daher sei keine Person von der Kritik ausgenommen, auch nicht die Regierung oder der Wali. Was sie (die Herrscher) auf dem geraden Weg hielte und vor dem Abweichen besch\u00fctze, sei die Angst vor der \u00f6ffentlichen Meinung und vor der Freiheit der Kritik. Dies sei es, was im Qur&#8217;an unter der Formulierung <\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u062a\u064e\u0648\u064e\u0627\u0635\u064e\u0648\u0652\u0627\u06df \u0628\u0650\u0671\u0644\u0652\u062d\u064e\u0642\u0651\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">\u201eund einander die Wahrheit eindringlich empfehlen&#8220;<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">103:3<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">zu verstehen sei.<br>Auf diese Weise begr\u00fcnden sie, dass die Demokratie mit dem Islam vereinbar sei, der Qur&#8217;an diese erw\u00e4hne und der Gesandte (s.a.s.) sie befohlen habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Die Fehlerhaftigkeit dieser Gedanken<\/strong><br>Die oben ausgef\u00fchrten Fehlverst\u00e4ndnisse basieren auf einem grundlegend falschen Islamverst\u00e4ndnis, das es zu bereinigen gilt. In diesem Sinne werden im Folgenden wichtige Aspekte genauer analysiert:<br>Teil 2 folgt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sowohl die Texte im Qur&#8217;an als auch in der Sunna behandeln verschiedene Themen, wie zum Beispiel die Geschichten der vergangenen V\u00f6lker und den J\u00fcngsten Tag. 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