{"id":9999,"date":"2015-09-21T00:00:00","date_gmt":"2015-09-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9999"},"modified":"2015-09-21T00:00:00","modified_gmt":"2015-09-20T22:00:00","slug":"ein-brief-aus-der-vergangenheit-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9999","title":{"rendered":"Ein Brief aus der Vergangenheit \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht h\u00e4ufig der Fall, dass man einen Brief aus der Vergangenheit bekommt. Denn Briefe aus der Vergangenheit werden nur geschrieben, wenn sie wegweisenden Inhalts f\u00fcr die Zukunft sind. Dieser Brief richtet sich an die Kinder aus der Ummah von Muhammad (saw), die mit der Erlaubnis Allahs (swt) zu Milliarden die Erdkugel bev\u00f6lkern werden, zu einer Zeit, da wir l\u00e4ngst zu Bewohnern der Gr\u00e4ber geworden sind und uns \u2013 in sha Allah \u2013 in freudiger Erwartung nach dem Anbruch des J\u00fcngsten Tages sehnen.Ihr alle, ob wei\u00df, ob schwarz, ob rot, ob gelb, ihr alle seid unser aller Kinder und wir hoffen auf das Wiedersehen mit euch in den G\u00e4rten und an den Fl\u00fcssen des Paradieses. Doch bis dahin ist euer Weg noch lang, auch wenn er euch sp\u00e4ter wie ein einziger Augenschlag vorkommen wird. Auf diesen Weg m\u00f6chten wir euch weise Worte mitgeben. Worte, die wir nicht aus unserem Alter sch\u00f6pfen, sondern aus den vielen Fehlern die wir gemacht, eingesehen und zu korrigieren versucht haben. In dem tiefen Wunsch, dass ihr nicht in die schon von uns erkundeten L\u00f6cher fallt, dass ihr aus dem bescheidenen Wissen unserer Lebenserfahrung eigene Erkenntnisse sch\u00f6pft und um euch zu helfen, mit unserer Vergangenheit auch eure Gegenwart besser zu verstehen. Mit diesem Wunsch wenden wir uns an euch, in einem Brief aus der Vergangenheit an die Zukunft. Wenn ihr diesen Brief lest, dann sind wir doch wenigstens schon alt und greis geworden, die meisten von uns liegen bereits unter der Erde. Doch so, wie euch die Worte eures Herrn erreichen werden, die die Menschheit in Rechtleitung und Wahrhaftigkeit seit der Entsendung Muhammads (saw), des Gesandten Allahs, bis zur gro\u00dfen Stunde begleiten, so hoffen wir, dass auch unsere bescheidenen Worte euch erreichen und euch eine geringf\u00fcgige St\u00fctze sein werden.Wir bitten Allah (swt), dass dieser Brief nicht unsere einzige Hinterlassenschaft an euch ist. Vielmehr hoffen wir, dass ihr von uns ein islamisches Wissen erbt, mit dem ihr Recht von Unrecht unterscheiden k\u00f6nnt, das euch Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die kleinen und gro\u00dfen Fitan (schwere Pr\u00fcfungen) an die Hand gibt, die euch zweifelsohne ereilen werden, und euch mit messerscharfen Verst\u00e4ndnissen ausstattet, die sich tief in euren Herzen verankern und euer Handeln in die rechten Bahnen leiten. Wir suchen Zuflucht bei Allah davor, dass wir euch im Wissen abh\u00e4ngig von uns gemacht haben, weil wir euch nichts Anderes als Handlungsanweisungen zu geben pflegten. Denn jetzt, wo wir in unseren Gr\u00e4bern hausen, k\u00f6nnt ihr uns nicht mehr befragen und seid auf euch gestellt. Wehe uns, sollten wir es verpasst haben, euch einen lebendigen Islam zu vermitteln, den ihr mit rauschender Eigendynamik auf jedes Problem der Zukunft und jede uns unbekannte Herausforderung anzuwenden verm\u00f6gt. Wehe uns, sollten wir euch mit Fatawa \u00fcberh\u00e4uft, ohne euch jedoch auf allen Feldern des islamischen Wissens ausgebildet und euch Wesen und Methodik der islamischen Lebensordnung vermittelt zu haben. Wehe uns, sollten wir euren Islam an unseren gekn\u00fcpft haben, indem wir Wissen horteten, uns ein Monopol daran errichteten, euch unwissend und leichtgl\u00e4ubig hielten. Bei Dem, in Dessen H\u00e4nden unser aller Seelen liegen, wir wollten euch unabh\u00e4ngig, furchtlos und stark machen. Wir wollten, dass ihr uns in allem Guten noch \u00fcbertrefft, wir wollten aus euch die Abu Bakrs, Umars, Khalids, Zaids, Bilals, Mus\u2019abs, Aishas, Umm Salamas, Khadijas und Fatimas der Zukunft machen, m\u00f6ge Allah (swt) mit ihnen allen und mit euch zufrieden sein. Wir bitten den Erhabenen um Vergebung f\u00fcr unsere erzieherischen Unzul\u00e4nglichkeiten und darum, dass ihr unsere Hoffnungen noch meilenweit \u00fcbertrefft.Wir wissen nicht, unter welchen Umst\u00e4nden ihr lebt, nur Allah (swt) hat Kenntnis von der Zukunft. Wir bitten den Erhabenen jedoch, dass jedes von euch Kindern liebevolle, rechtschaffene Eltern hat, einen warmen Schlafplatz, eine s\u00e4ttigende Mahlzeit im Magen, Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung. Vielleicht wisst ihr es aus euren Schulb\u00fcchern, vielleicht auch nicht, ihr seid noch jung. Wir leben in einer Zeit, da unsere Kinder auf der ganzen Welt leiden. Es f\u00e4llt uns schwer, euch vom Elend eurer Vorfahren zu berichten. Denn die Kinder der Ummah von Muhammad (saw) leben unter erb\u00e4rmlichen, uns\u00e4glichen Zust\u00e4nden. So viel Leid, so viel Schmerz, so viel Trauer. Doch f\u00e4llt es uns auch schwer euch zu berichten, weil wir uns f\u00fcr unsere Unzul\u00e4nglichkeit sch\u00e4men, unsere Unf\u00e4higkeit, jedes einzelne unserer Kinder zu sch\u00fctzen und daf\u00fcr, dass wir euch eure j\u00fcngere Geschichte nicht in leuchtenden Farben malen k\u00f6nnen. Die Heimstatt der Muslime ist zerrissen, wir leben in vielen funktionsunt\u00fcchtigen Nationen, verstreut \u00fcber die ganze Welt. In Syrien irren unsere Kinder durch ihre zerbombte Heimat oder haben diese l\u00e4ngst verlassen, um im Elend der notd\u00fcrftigen Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte auf eine bessere Zukunft zu hoffen. Manche finden dort den Tod durch Erfrieren, andere verhungern. L\u00e4ngst haben sie das Lesen und Schreiben verlernt, wenn sie es \u00fcberhaupt je konnten. Ihre verwitweten M\u00fctter betteln, um die aufgebl\u00e4hten B\u00e4uche ihrer hungernden Kinder zu f\u00fcllen. Manche von ihnen wagen die Flucht ins ferne Europa, nur um dort auf angesteckte Fl\u00fcchtlingsheime zu treffen. Ein brennendes Fl\u00fcchtlingsheim, das ist neues Ostdeutsch f\u00fcr: \u201eHerzlich Willkommen\u201c. Unsere Kinder in Myanmar werden von ach-so friedfertigen buddhistischen M\u00f6nchen ins offene Meer geworfen. Ihre D\u00f6rfer wurden niedergebrannt, nun treiben sie staaten- und schutzlos auf dem Ozean, wochenlang, monatelang. Von den umliegenden Staaten will sie keiner haben. Nach den j\u00fcngsten Fluten in ihrer Heimat zwingt man sie in ihre \u00fcberschwemmten Behausungen zur\u00fcck. Die muslimischen Kinder von Burma sterben ihren Eltern untern den H\u00e4nden hinweg, weil medizinische Versorgung dort nur Buddhisten geb\u00fchrt. Unsere Kinder in Zentralafrika werden Zeugen, wie Christen ihren Eltern auf offener Stra\u00dfe mit Macheten Gliedma\u00dfen abhacken. Von den franz\u00f6sischen Soldaten der UN, die sie vor diesen \u00dcbergriffen sch\u00fctzen sollen, werden unsere Kinder gegen Essen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. In Afghanistan bombt man auf Familienfesten ihre ganze Verwandtschaft hinweg. Man habe gedacht, es handle sich um Ansammlungen von K\u00e4mpfern. In Pakistan werden unsere Kinder von Drohnen aus der Luft abgeschossen. In Russland d\u00fcrfen sie nicht in der \u00dcbersetzung des Qur\u2019an lesen, in China selbst im Ramadan nicht fasten. Im Irak leben unsere Kinder seit Jahrzehnten im Chaos und unter Todesangst, gesch\u00fcrt von sich abl\u00f6senden Diktatoren, Neokolonialisten und Milizen. In Somalia essen unsere Kinder die unverdauten K\u00f6rner aus Viehmist, weil eine Hungersnot der anderen folgt. Und in Europa und Amerika? Da bl\u00e4ut man unseren Kindern ein: \u201eIhr seid die Terroristen der Zukunft!\u201c Ja ganz recht, die Opfer des kapitalistischen Welt-Terrors sind im Westen die wahren Terroristen. Sie werden gezwungen, sich voreinander im Schwimmunterricht zu entbl\u00f6\u00dfen, am besch\u00e4menden Sexualkunde-Unterricht teilzunehmen, vom Gebet in der Schule abgehalten, ihnen der Hijab untersagt. Unsere Kinder gelten als Opfer unserer vermeintlichen Gewalt und Radikalisierung und sind doch als Radikalisierer und Gewaltt\u00e4ter von morgen verschrien.Doch sind es nicht nur unsere Kinder, die tagt\u00e4glich Bitterkeit erfahren. Die Kinder der Nicht-Muslime leben teils in Wohlstand, teils in kl\u00e4glicher Armut. Manche von ihnen haben f\u00fcrsorgliche Eltern, doch viele auch nicht. Soziale Krankheiten haben die Gesellschaften der Kuffar befallen. Eine dieser Krankheiten nennt sich \u201ePers\u00f6nliche Freiheit\u201c. Sie treibt die Menschen dazu an, die Entfaltung ihrer Triebe \u00fcber die Grenzen jeglicher Natur und Vernunft hinweg zu betreiben. Vor allem die Familienstruktur wird von diesem Virus zersetzt. Man gibt den Menschen eine verwirrende Vielzahl von M\u00f6glichkeiten. Sie k\u00f6nnen gleichgeschlechtlich leben, sie k\u00f6nnen sogar ihr Geschlecht ver\u00e4ndern oder \u00fcberhaupt ein geschlechtsloser Mensch sein. Viele Kinder genie\u00dfen nicht mehr die F\u00fcrsorge eines Vaters und einer Mutter. Die M\u00fctter vernachl\u00e4ssigen Familie und Haushalt, weil sie sich dem Diktat einer vermeintlichen Selbstverwirklichung in der Arbeitswelt unterwerfen. Wenn es warmes Essen gibt, dann aus der Tiefk\u00fchltruhe. Gestresst zerren sie ihre Kinder jeden morgen in den Kindergarten, ach was in die Kinderkrippe, in der sie ihre Kinder schon im S\u00e4uglingsalter jeden Wochentag Fremden \u00fcberlassen. Dann suchen sie verzweifelt nach einer Nachmittagsbetreuung, um blo\u00df nicht ihre Karriere aufs Spiel zu setzen. Eine liebevolle Mutter zu sein, die sich unter Selbstaufgabe ihrer Familie widmet, wurde erst zum Fremdwort, dann zur Beleidigung. Erzogen werden die Kinder heute vom Fernseher, F\u00e4kalsprache und Sexualisierung im Kleinkindalter sind l\u00e4ngst nicht mehr ge\u00e4chtet. Die pers\u00f6nliche Freiheit zieht auch viele andere Viren an und bereitet ihnen einen fruchtbaren N\u00e4hrboden. Alkoholismus, Promiskuit\u00e4t, Kindesmissbrauch, so hei\u00dfen einige von ihnen. Wir bitten Allah (swt), dass er die Muslime immun gegen diese Krankheit macht, doch auch unsere Gesellschaften hat das Virus des westlichen Lebensstils schon befallen. Bei Allah, niemand leidet so sehr unter den Ausw\u00fcchsen der pers\u00f6nlichen Freiheit mit ihren absurden Lebensentw\u00fcrfen, ihrer Frauen- und Menschenfeindlichkeit, wie alle Kinder dieser Welt.Die Realit\u00e4t ist viel brutaler, als wir sie euch mit Worten malen k\u00f6nnen und wollen. Wir w\u00fcnschten, wir k\u00f6nnten euch\u2026Teil 2 folgt\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht h\u00e4ufig der Fall, dass man einen Brief aus der Vergangenheit bekommt. 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