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Westliche Konzeptionen Joachim Herrmann, der „wunderbare“ Herrenmensch

Im Duden findet man bei dem Wort Neger einen besonderen Hinweis: „Die Bezeichnung Neger gilt im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend und wird deshalb meist vermieden.“ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), bei dem das Spreche

Im Duden findet man bei dem Wort Neger einen besonderen Hinweis: „Die Bezeichnung Neger gilt im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend und wird deshalb meist vermieden.“ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), bei dem das Sprechen dem Denken vorausgeht, scheint diesen Hinweis nie gelesen zu haben. Am 31. August versetzte er die Zuschauer der ARD-Talkshow „hart aber fair“ in eine Schockstarre, als ihm folgender Satz entglitt: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Mit diesem Satz reagierte Bayerns Innenminister – man mag es kaum glauben – auf einen Einspieler, worin sich ein Mann mit bayerischem Dialekt darüber ausließ, dass man keine Neger hier haben wolle.

Vielleicht hat sich Herrmann vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik auch nur gedacht: „Ein bisschen Spaß muss sein.“ Dass sich der ewig grinsende Roberto Blanco, der den Deutschen doch immer so viel Vergnügen bereitet hat, nicht beleidigt fühlte, kann den Rassismus in der Aussage Herrmanns nicht relativieren. Vielmehr offenbart seine Äußerung die tiefen Abgründe seines Rassismus. Diesen wird er von seiner Position als Innenminister kaum trennen können.

Herrmann beteuerte später in anderen Interviews, dass er das Wort „Neger“ sonst überhaupt nicht verwende. Aber wahrscheinlich denkt er sich das Wort ziemlich oft. Denn niemand, der Dunkelhäutige als gleichwertige Menschen betrachtet, würde je auf die Idee kommen, den Ausdruck „Neger“ in den Mund zu nehmen, weil hierzu ganz einfach die Assoziation fehlt. Verzeihlich wäre allenfalls, wenn Herrmann das Wort „Negerkuss“ ausgerutscht wäre und er eigentlich Schokokuss meint. Vor dem Hintergrund seiner anderen Äußerungen kann man durchaus davon ausgehen, dass Bayerns Innenminister ein klassischer Rassist ist. So hatte er sich zuvor schon am 27. August in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner über den Vergleich der Flüchtlinge mit den Vertriebenen empört und diesen als Beleidigung der Vertriebenen bezeichnet. Die wirklich Vertriebenen seien die Juden vor 70 Jahren, nicht jedoch die heutigen Flüchtlinge. Bereits diese Unterscheidung entlarvt Herrmann als Rassisten. Sein „Kompliment“ an Roberto Blanco ist nur ein weiterer Ausdruck dieses Herrenmenschendenkens.

Wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre, könnte man vielleicht über Bayerns Innenminister schmunzeln. Es wäre aber zu einfach, es auf den mangelnden Intellekt Herrmanns zu schieben und sich darüber zu amüsieren. Mit jedem Versuch, seine rassistischen Verfehlungen zu korrigieren, potenzierte er seinen Rassismus nur. So sei Roberto Blanco nicht nur „ein wunderbarer Neger“, es gebe auch beim FC Bayern viele Spieler mit schwarzer Hautfarbe, was die Fans gut fänden. Was genau aber wollte Herrmann zum Ausdruck bringen? Meinte der bayerische Innenminister vielleicht damit, dass es unter Dunkelhäutigen auch gute Ausnahmen gebe wie den wunderbaren Roberto Blanco, der sogar CSU-Ehrenmitglied ist, oder die erfolgreichen FC-Bayern-Spieler?

Man mag es kaum glauben, aber all dieser rassistische Schwachsinn wurde sogar noch übertroffen, als Herrmann in einem N24-Interview davon sprach, dass es in „unserem Land“ viele gut integrierte dunkelhäutige Menschen gebe. Bisher spielte die Hautfarbe in der Integrationsdebatte keine Rolle. Nicht so für Herrmann, zu dem noch nicht durchgedrungen ist, dass Hautfarbe und Weltanschauung nichts miteinander zu tun haben. Wenn man seine Äußerung interpretiert, könnte man daraus nämlich verstehen, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe grundsätzlich integriert werden müssen, nur weil sie dunkelhäutig sind. Haben sie sich erst einmal integriert, sind sie aus Herrmanns Sicht dann wohl wunderbare „Neger“ mit Unterhaltungscharakter.

Das Schlimme an Rassisten wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist, dass sie ihre Beleidigungen auch noch als Komplimente verstanden wissen wollen. Doch außer Roberto Blanco wird sich wohl niemand bei der Bezeichnung „wunderbarer Neger“ geschmeichelt fühlen.