Freies Feedback

Was können wir auf unserer Webseite noch verbessern?

Allgemein Ein Brief aus der Vergangenheit – Teil 2

…Die Realität ist viel brutaler, als wir sie euch mit Worten malen können und wollen. Wir wünschten, wir könnten euch unser Zeitalter als ein ruhmreiches präsentieren, so wie das Zeitalter unserer Ur-Großeltern und der Generationen vor ihnen, seit der weltverändernden Hijra des Propheten (saw).

…Die Realität ist viel brutaler, als wir sie euch mit Worten malen können und wollen. Wir wünschten, wir könnten euch unser Zeitalter als ein ruhmreiches präsentieren, so wie das Zeitalter unserer Ur-Großeltern und der Generationen vor ihnen, seit der weltverändernden Hijra des Propheten (saw).

Ihr müsst wissen – und nehmt euch dies als Quelle von Hoffnung und Zuversicht – dass die Geschichte des Islam keine trostlose ist. Die Kümmernis der letzten Jahre verblasst vor dem Hintergrund der über tausend-jährigen Geschichte des Islam und seines Reichs. Es gab Hungersnöte, es gab politische Tumulte, Krieg und Pest. Doch dies waren mitnichten Ereignisse, die wie heute den Alltag fast aller Kinder der Ummah von Muhammad (saw) prägten. Es waren Unheile, die eine standfeste und geeinte Gemeinschaft ereilten, die so in ihrer Standfestigkeit und Einheit noch gestärkt wurde. Eine Gemeinschaft, deren Kinder zur Schule gingen, Qur’an und Wissenschaften erlernten, in den zahlreichen Krankenhäusern kostenlos behandelt und liebevoll gepflegt werden, deren Kinder nicht vom Klang des Kugelhagels in den Schlaf gewiegt wurden, sondern von den vertrauten Stimmen ihrer Mütter, denen kein Fremder ein Haar zu krümmen gewagt hätte. Die Kinder unserer Vorfahren wuchsen in Städten oder Dörfern auf, bei Gelehrten oder Bauern, wohlhabend oder bescheiden. Doch sie alle hatten gemeinsam, dass es einen Mann gab, der sich persönlich für ihre Grundbedürfnisse und ihr Wohlbefinden verantwortlich fühlte, der Allahs (swt) Strafe um der Kinder seiner Ummah willen fürchtete. Unser Prophet (saw) beschrieb ihn als Schutzschild, hinter dem auch ihr alle Sicherheit fändet, der euch mit seinem Leben verteidigen würde und eure Belange zu seiner Lebensaufgabe erhob. Die Hungrigen von euch würde er speisen, die Bedürftigen kleiden, die Ungelernten lehren, euch Obdach und vor allem Würde gewähren. Niemals würde er euer Weinen ignorieren oder das Weinen eurer Mütter oder Väter. Dieser Mann war kein Auswuchs verzweifelter kindlicher Phantasie. Er war geschichtliche und politische Realität, immer da und zum Handeln bereit, für die Kinder seiner Ummah.

Wir bitten Allah (swt) innig und aus tiefstem Herzen, dass ihr unter dem Schutz eines solchen Mannes lebt. Sollte dies der Fall sein, so werdet ihr wissen, wen wir meinen: euren Kalifen, euch allen Imam und Schutzschild zugleich! Wenn ihr bereits unter der Herrschaft eines rechtgeleiteten Kalifen lebt, in einem Kalifat nach dem Vorbild des Propheten, so wie dieser (saw) es uns in freudiger Erwartung verhieß, so ist euer Alltag vitales Beispiel und Wiederbelebung der ruhmreichen islamischen Vergangenheit. Steht hinter eurem Kalifen, gehorcht ihm im Guten sowie in den Tagen der Fitna, wachst heran zu aufmerksamen Bürgern eures Staates, gebietet das Rechte und prangert das Unrecht an, aufrecht und furchtlos. Wisset das Privileg zu schätzen, unter den schützenden Händen eures Kalifen und seiner mutigen Armeen zu leben. Denkt ihn euch nur für einen Moment hinweg und unser Elend würde euch vor Augen geführt. Wisset auch, dass wir Blut und Wasser schwitzten, um nach den Zeiten des Kolonialismus und anstelle des die Welt verpestenden Kapitalismus ein rechtgeleitetes Kalifat zu errichten. Viele von uns wurden verfolgt, gehängt, zu Tode gefoltert, verkrüppelt, verschleppt und erniedrigt. Doch wir strebten weiter auf diesem Wege Allahs (swt). Die Vorstellung, dass ihr durch unseren Einsatz einst im Kalifat würdet leben dürfen, trieb uns in den Zeiten der Prüfung und der Erschwernis an. So erfüllt eure Pflicht gegenüber Allah (swt) und schändet nicht das Andenken unserer Anstrengung! Werdet zu wachsamen Hütern des Islam, vorausschauend und weise.

Sollte es jedoch der Fall sein – und diese Vorstellung ist bitter – dass auch ihr noch in den Fängen des Kapitalismus ausharrt, so führt weiter, was wir angefangen haben! Wir wissen, dass in diesem unsäglichen Fall unser Erbe schwer auf euch lastet. Doch auch wir hatten eine ererbte Bürde zu tragen. Als wir die Schuhe der Kindheit abstreiften und uns der Welt bewusst wurden, schlug uns Schreckliches entgegen. Die islamische Lebensweise war fast vergessen, unsere Generation nationalistisch und dem Islam fern. Unsere Großeltern oder deren Eltern hatten für die Unabhängigkeit von den Kolonialherren gekämpft, doch gab man ihnen statt echter Unabhängigkeit nur billige Vasallen-Herrscher. Mit Senfgas hatte man ihnen im Maghreb die Gesichter zerfressen, sie in Lybien in Ghettos ausgehungert und ausgerottet sowie in den Ländern von ash-Sham und der heutigen Türkei keine Anstrengung gescheut und mehr als anderswo intrigiert, um ihre Gedanken zu verseuchen und ihre Herzen vom Islam abzuwenden. Trotz allem begannen sie, die von ihren Unterdrückern gezogenen Grenzen zu lieben, an den schon im Ursprung funktionsunfähig errichteten Nationen Gefallen zu finden. Fortan war der Westen nicht mehr Widersacher, sondern Vorbild. Der schamhafte Hijab wich schamlosen Kleidern, die Koran-Schulen den Kinos und Diskotheken. Die westliche Lebensweise war chic, die islamische fortan beschämend. Von unseren Vorfahren verschuldet oder nicht, das war jedenfalls die Realität, die wir vorfanden. Als uns die Welt richtig bewusst wurde, da stürzten zwei Türme ein und plötzlich waren wir alle als Terroristen verschrien. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terror nahm man den Kampf gegen das Wiedererwachen islamischen Bewusstseins auf. Doch der Schuss ging nach hinten los. Je mehr sie den Islam bekriegten, desto mehr forcierten sie unsere Rückbesinnung auf Qur’an und Sunna. So begannen auch wir, unserer islamischen Kultur und Werte gewahr zu werden und beschlossen, für die Wiederaufnahme der islamischen Lebensweise alles zu geben.

Wir konnten nicht all unsere Kinder vor den bestialischen Übergriffen der Westmächte schützen. Wir fürchten uns so vor ihrer und auch eurer Anklage am Jüngsten Tag. Wir wollten jedes einzelne Kind bewahren und doch kehrten so viele so jung zu ihrem Herrn zurück. Wie sehr wir uns danach sehnen, Hand in Hand mit unseren Kindern das Paradies zu bevölkern. Euch Kindern der Zukunft rufen wir zu: Macht weiter, gebt nicht auf, es geht um das Wohlgefallen Allahs (swt)! Ihr seid die goldene Generation, die die Welt mit der Herrschaft des Islam und seiner Gerechtigkeit überziehen wird! Ihr werdet unser Elend nur aus Büchern kennen, doch daraus Lehren für die Zukunft ziehen. Ihr werdet die Ketten des Kolonialismus, die materiellen und immateriellen, vollends abstreifen!