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Allgemein „Das wird man doch wohl noch fragen dürfen!“

Wir schreiben den 31.12.2015. Voller Vorfreude auf den Rutsch ins neue Jahr steht Angela seit Stunden vor ihrem Spiegel und sinniert angesichts ihrer Problemzonen über die adäquate Länge ihres Minis, der noch vor wenigen Tagen süß verpackt unter der Tanne lag. Dieses Silvester will sie sich nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen, sie sei zu prüde und kleide sich wie ein mittelalterliches Weibsbild! Jetzt noch die passenden Pumps und ein letzter Griff zum Haarspray und die Party kann beginnen!

Wir schreiben den 31.12.2015. Voller Vorfreude auf den Rutsch ins neue Jahr steht Angela seit Stunden vor ihrem Spiegel und sinniert angesichts ihrer Problemzonen über die adäquate Länge ihres Minis, der noch vor wenigen Tagen süß verpackt unter der Tanne lag. Dieses Silvester will sie sich nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen, sie sei zu prüde und kleide sich wie ein mittelalterliches Weibsbild! Jetzt noch die passenden Pumps und ein letzter Griff zum Haarspray und die Party kann beginnen! Ein Blick auf die Uhr verrät auch schon, dass nicht mehr viel Zeit für das obligatorische Vorglühen mit Julia und Ursula bleibt, schließlich wollen die drei Blondinen das Jahr 2016 am Kölner Hauptbahnhof begrüßen. Mit einem Sack voll guter Vorsätze angekommen, begrüßt sie jedoch nicht das gewohnte Partyvolk, sondern der nordrheinwestfälische Ableger des IS, um Angela und ihre Artgenossinnen auszurauben, zu begrapschen und brutal zu vergewaltigen! Nach kurzer Lagebesprechung beschließen die drei freiheitsliebenden Partymäuse, sich nicht die Stimmung von dem orientalischen Mob vermiesen und trotz allem um Punkt 00:00 Uhr auf der Domplatte die Korken knallen zu lassen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Schon wenige Minuten nach ihrer Ankunft beginnt ein Spießroutenlauf, auf dem das blauäugige Trio auseinandergerissen, von wildgewordenen Horden lüsterner Nordafrikaner umzingelt, ausgeraubt und belästigt wird. Doch Angela schafft es, sich aus den Klauen der fremden Peiniger zu befreien und kämpft sich bis zum nächsten Ordnungshüter durch, dem sie völlig aufgelöst von den Übergriffen berichtet. Der zunächst gutgelaunte Polizeibeamte runzelt die Stirn und ermahnt Angela, sie solle gefälligst mit dieser Hetze gegen Flüchtlinge aufhören, sonst drohe eine Anzeige wegen Volksverhetzung!

Total übertrieben? Ein wenig. Provokant? Vielleicht. Journalistisch völlig unverantwortlich? Geschenkt. Doch die dargebotene Polemik lässt sich nahtlos in die Schlagzeilen hiesiger Print- und Onlinemedien einreihen. Während die BILD von einem „Sex-Mob“ sprach, titelte die Online-Plattform Epoch-Times: „Kölner Silvesterhorror und Sex-Attacken: Jetzt spricht die Polizei offiziell von 1000 Nordafrikanern/ Arabern“. Die Welt-Redakteure sahen sogar das Kölner Symbol der jüdisch-christlichen Tradition gleich der Dresdener Frauenkirche in Rauch und Flammen aufgehen und berichteten von einem „gezielten Beschuss des Doms“. Die Zustände in der „Angstzone“ scheinen apokalyptischen Ausmaßes gewesen zu sein: „Raketenfeuer auf Menschen, bandenmäßiger Raub, sexuelle Gewalt gegen Frauen und Verantwortliche, die schweigen – weil Flüchtlinge beteiligt waren?“. Wer an dieser Stelle einwendet, es handle sich um Sensationsjournalismus, welcher nur in gewohnter Manier darauf abziele, durch spektakuläre Überschriften und reißerische Artikel die Auflage zu erhöhen, der hätte unter normalen Umständen recht – wäre da nicht die politische Spitze der Bundesrepublik. Denn anstatt sachlich und verantwortungsbewusst mit den Ereignissen umzugehen, überboten sich Politiker parteiübergreifend in scharfer Rhetorik und forderten übersprungartig knallharte Strafmaßnahmen. Selbst die „antifaschistische“ Sahra Wagenknecht nutzte die Gunst der Stunde, um den Geist stalinistischer Repressalien zu reanimieren. „Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt“, so die PKK- und Assad-Sympathisantin. Justizminister Heiko Maas empfahl sich durch seine hollywoodreife Darstellung als künftiger Chefredakteur des Kopp-Verlags. Mit seiner Behauptung, dass von den Tätern bundesweit (!) „ein bestimmtes Datum und zu erwartende Menschenmengen herausgesucht wurden“, ist dem SPD-Politiker neben as-Sahhaf, Karl-Eduard von Schnitzler und dem Baron von Münchhausen ein Platz in der Hall of Fame der Fabulanten sicher. Mutter Merkel meldete sich am 7. Januar zu Wort und ersetzte in ihrer neuesten schizophrenen Episode die Wir-schaffen-das-Willkommenskultur mit der Warnung vor einem drohenden Kulturkampf! Da die „abscheulichen Übergriffe“ nicht nur „Einzelfälle sind“, müsse nun endlich auch über die Grundlagen des kulturellen Zusammenlebens gesprochen werden!

Kaum ließ die Kanzlerin von dem Multi-Kulti-Kadaver ab, kreisten bereits die ersten Aasgeier um die verbliebenen Fetzen und steckten post-mortem nochmal ihren Schnabel in eine Diskussion, in der ohnehin schon alles gesagt wurde. Federführend übernahm Hamed Abdel-Samed wieder einmal die Rolle des Kronzeugen, der in populärwissenschaftlicher Manier über vermeintliche Zusammenhänge zwischen sexueller Gewalt und islamischer Kultur „referiert“. In seinem Cicero-Artikel, dessen logische Schlussfolgerungen eher an den Hexentest Monty Pythons, als an die Denkstrukturen eines halbwegs gesunden Geistes erinnern, heißt es zunächst: Ich war in Ägypten und Marokko Zeuge einiger Fälle kollektiver Belästigung. Fast ausnahmslos handelte es sich dabei nicht um religiöse Jugendliche, sondern um kleine Gruppen, die oft unter Drogeneinfluss standen. Es ist einem gläubigen Muslim untersagt, eine fremde Frau anzufassen, sogar wenn sie die eigene Verlobte ist. Strenggläubigen Muslimen ist es sogar untersagt, einer Frau die Hand zu geben.“ Nur um wenig später zu folgern: „Vor 40 Jahren trug kaum eine Frau in Kairo ein Kopftuch. Öffentliche sexuelle Belästigung gab es damals so gut wie nie. Heute ist kaum eine Frau unverschleiert und dennoch werden Frauen auf offener Straße bedrängt und begrapscht. Das gilt für Iran, Afghanistan, Pakistan und genauso für die meisten anderen islamischen Länder, die auf der Top-Liste der sexuellen Belästigung in der Welt ganz oben stehen. Auch im reichen Saudi-Arabien ist das Phänomen weit verbreitet. Man könnte hier einen direkten Zusammenhang zwischen Verschleierung und sexueller Belästigung vermuten. Es hat mit dem real existierenden Islam zu tun […]“. Laut der Abdel-Samed‘schen Dialektik reiche ein Cocktail bestehend aus exzessivem „Porno-Konsum […], den Verführungen einer offenen Gesellschaft […] und konservativ-islamischer Erziehung“ also aus, um eine Vergewaltigungsorgie in Gang zu setzen! Trotz seiner argumentativen Zweidrittelparität zugunsten der Muslime, kommt dem geständigen Pädophilen und geisteskranken „Experten“ nicht in den Sinn, die Ursache in der sexuellen Selbstbestimmung der westlichen Welt zu suchen. Mit einem Quantum an Sachlichkeit hätte Abdel-Samed zumindest von einer Subkultur sprechen müssen, so wie es Guido Steinberg tat. Letzterer widersprach ebenfalls Seyran Ates, die bei Maischberger behauptete, Sex-Mobs gehörten in den Maghreb-Staaten zum gesellschaftlichen Alltag. Dass selbst ein renommierter Politberater und Vertreter transatlantischer Interessen vom Kaliber eines Steinbergs die irrsinnige Darstellung von Ates und Konsorten abschmettert, belegt, dass Erklärungsmodelle dieser Art bestenfalls in den Köpfen betrunkener PEGIDA-Anhänger Sinn ergeben. Die Expertise scheint von den kruden Thesen eher peinlich berührt zu sein, schließlich ist ihr nicht entgangen, wie stark sexuelle Gewalt gerade in der westlichen Welt verbreitet ist.

Eine einfache Gegenüberstellung der Zahlen zeigt, dass sich unter den Top 10 der Länder mit den meisten Vergewaltigungen kein einziges muslimisches Land befindet, dafür aber Dänemark und Finnland (Platz 10), Australien (Platz 8), Kanada (Platz 7), England und Wales (Platz 4), die USA (Platz 3) und das idyllische Schweden (Platz 2). Auch die 7.345 im Jahre 2014 bundesweit registrierten Fälle sexueller Nötigung und Vergewaltigung belegen, dass die glorifizierte sexuelle Selbstbestimmung nicht nur marokkanischen Asylanten ihre guten Sitten auszutreiben vermag, sondern ebenso die angeblich an Testosteronmangel leidenden Arier massenweise in Triebtäter verwandelt. So verwundert es nicht, dass der nekrophile Serienmörder Ted Bundy im Interview vor seiner Hinrichtung erklärte, die Pornographie hätte dieses Monster aus ihm gemacht. Auch der weltberühmte Kriminalpsychologe Dr. Michael Stone attestierte der westlichen Kultur, ein Hort der Perversion und Psychopathie zu sein. Auf die Frage warum ausgerechnet die Vereinigten Staaten und Westeuropa immer wieder von Serienmördern und Triebtätern heimgesucht werden, antwortete er nüchtern: „Es ist unsere Kultur, die diese Psychopathen produziert“. Wer nun glaubt, es handle sich bei den Betroffenen um Geächtete, die lediglich in den Zuchthäusern und Nervenheilanstalten dieser Republik anzutreffen seien, der muss eines Besseren belehrt werden. Ein Blick in die Führungsgremien deutscher Unternehmen und Parteien offenbart, dass die hiesigen Gesellschaftsstrukturen das perfekte Milieu für Narzissten, Psychopathen und Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung bieten. Die fehlende Empathie, die für all diese Persönlichkeitsprofile kennzeichnend ist, stellt die Grundvoraussetzung für eine ganze Reihe destruktiver Verhaltensweisen dar – insbesondere für sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Gerade wenn sich die Gewinner einer Gesellschaft durch opportunistisch-pathologische Verhaltensmuster auszeichnen, machen diese Schule und mutieren zum Leitfaden für eine breitere Öffentlichkeit. So überrascht es auch nicht, dass ein Buch monatelang die Bestsellerliste anführte, welches die Synthese von Gewalt und Sexualität zur höchsten Stufe der Sinnlichkeit verklärt. Die anschließende Verfilmung von Fifty Shades of Grey sorgte für einen wahren Hype in Deutschland, in dessen Zuge es zu einem regelrechten Ausverkauf der Baumärkte kam, die Kabel, Seile und andere potentielle Folterinstrumente im Sortiment hatten. Eine Erklärung, warum in der aktuellen Debatte nicht die enthemmende, ja sogar animierende Wirkung derartiger „Kunst“ thematisiert wird, bleibt eine Necla Kelek ihrem Publikum freilich schuldig. Stattdessen verschließt die paranoide Soziologin beide Augen und versucht zwanghaft die Ursache für die Kölner Übergriffe im Qur’an auszumachen – einem Buch also, welches Diebstahl, Raub, Alkoholkonsum und Unzucht strengest untersagt und unter Strafe stellt! Das Ausmaß an Impertinenz, mit dem Kelek, Ates und Abdel-Samed ihren verbalen Unrat auch noch als Wissenschaft verkaufen wollen, würde selbst einem Till Eulenspiegel die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Die typische Schutzbehauptung „man dürfe doch wohl noch kritische Fragen stellen“ hat eine intellektuelle Trendwende eingeleitet, durch die Tür und Tor für jede noch so absurde Anschuldigung gegen Muslime geöffnet wurden. Da dieser Tage provokante Fragen hoch im Kurs zu liegen scheinen, wird ja wohl auch folgende Frage erlaubt sein: Statistisch gesehen hat Deutschland hundert Prozent aller Weltkriege begonnen und schmachvoll verloren. Liegt dies an einer genetischen Disposition oder an der Kultur und Tradition der Deutschen? Oder diese Frage: Warum ist der typische Serienmörder statistisch gesehen weiß, mitteleuropäisch oder nordamerikanisch? Oder diese: Warum hat der Flüchtlingsmob ausgerechnet in Deutschland zugeschlagen? Weder in der Türkei, noch im Libanon, Jordanien oder Griechenland wurden ähnliche Fälle gemeldet. Und warum handelte es sich bei den Tätern ausgerechnet um jene, die in den säkularsten und „fortschrittlichsten“ Staaten des Nahen und Mittleren Ostens aufwuchsen und sozialisiert wurden? Fragen, die sich all jene gefallen lassen müssen, die mit ihren konstruierten und aberwitzigen Unterstellungen gegen Muslime ihr täglich Bier verdienen. Wir warten voller Vorfreude auf die Antworten.