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Verlautbarungen Warum werden ehemalige politische Gefangene erneut verhaftet?

Heute stehen 23 usbekische Staatsbürger in Taschkent vor Gericht. Jeder von ihnen wurde bereits zur Zeit des Tyrannen Karimov inhaftiert und blieb bis zu dessen Tod im Gefängnis.

بسم الله الرحمن الرحيم

Warum werden ehemalige politische Gefangene erneut verhaftet?

(Übersetzt)

Heute stehen 23 usbekische Staatsbürger in Taschkent vor Gericht. Jeder von ihnen wurde bereits zur Zeit des Tyrannen Karimov inhaftiert und blieb bis zu dessen Tod im Gefängnis. Sie alle wurden in den Jahren 1999 und 2000 wegen ihrer Mitgliedschaft in der islamischen politischen Partei Hizb-ut-Tahrir verurteilt. Während ihrer Inhaftierung wurden mehrfach weitere Haftstrafen verhängt, sodass sie 20 Jahre und länger unter extrem harten Bedingungen inhaftiert waren. Im Jahr 1999 gab es Massenverhaftungen, bei denen Tausende daʿwa-Träger und auch daʿwa-Trägerinnen in verschiedenen Teilen Usbekistans verhaftet wurden. Es war eine wirklich schreckliche Zeit. Hunderte unserer Brüder sind, als man sie gefoltert hat, zu Tode gekommen, wurden zu Tode geprügelt oder starben infolge der extrem harten und unmenschlichen Bedingungen, denen sie über lange Zeiträume hinweg ausgesetzt waren. Ihre Leichen wurden schließlich ihren Familien übergeben. Ihre mit blauen Flecken übersäten Körper erzählten schweigend die grausame Geschichte der Folter in den Kerkern Karimovs. Die Leichname waren mit kochendem Wasser verbrüht, ihre Brüste aufgeschlagen und ihre Nägel ausgerissen. Als die von Schlägen geschwärzten Leichen ihren Familien übergeben wurden, erschütterte dies die Herzen ihrer Eltern und Kinder und aller Verwandten.

Mirziyoyev kam nach dem grausamen Tod des Tyrannen Karimov an die Macht. Er begann, jene Schabab von Hizb-ut-Tahrir, die lange nach Ablauf ihrer Haftstrafe noch im Gefängnis saßen, nach und nach freizulassen. Es schien, als wäre das Schlimmste überstanden. Doch war die Freude nur von kurzer Dauer. Mirziyoyev beugte sich den Weisungen seiner Kolonialherren, wie Russland zum Beispiel, und den Ratschlägen einiger der ihn umgebenden Verräterbanden und reaktivierte die Repressionsmaschinerie seines Lehrmeisters Karimov. Die Ermittlungen, Verhaftungen, Verfolgungen und Hinrichtungen uferten wieder einmal aus. Während der Ermittlungen nahm der Druck zu. Einige der oben genannten Brüder zwang man, vorgefertigte Geständnisse zu unterschreiben, indem man ihnen androhte, ihre Frauen zu vergewaltigen und ihre Kinder zu verhaften.

Die 23 Schabab, die derzeit in Taschkent vor Gericht stehen, waren alle mehr als 20 Jahre im Gefängnis und seit kurzem erst wieder bei ihren Familien. Sie sind die mutigen Männer unserer Zeit, die zum Unrecht nicht schweigen und danach streben, ihren dīn voll und ganz zu befolgen. Allein wegen ihrer Ideen und Überzeugungen wurden sie angeklagt und mussten beinahe ein Vierteljahrhundert lang unmenschliches Leid in Haft ertragen. Diese Schabab haben mit Terrorismus nichts zu tun. Die gegen sie erhobenen Anklagepunkte unterscheiden sich nicht von denen, die im Jahr 1999 gegen sie erhoben wurden. Keiner von ihnen hatte jemals etwas mit den in den Artikeln 159 und 244 des usbekischen Strafgesetzbuches genannten Verbrechen zu tun. Sie haben weder die Tätigkeiten der Verfassungsorgane behindert noch versucht, die verfassungsmäßige Ordnung in Usbekistan gewaltsam zu stürzen. Sie sind der Überzeugung, dass alle Völker der Welt, einschließlich des usbekischen Volkes, nur dann Glück und Wohlstand erlangen werden, wenn sie nach der von Allah, dem Allmächtigen, offenbarten Ordnung leben. Dies bedeutet nicht, dass sie die verfassungsmäßige Ordnung im Land unter Anwendung von Gewalt stürzen wollten! Was den Terroranschlag in Taschkent vom 16. Februar 1999 anlangt, so hat dieser Vorfall keinerlei Bezug zu den Schabab von Hizb-ut-Tahrir. Hizb-ut-Tahrir ist eine politische Partei und hat mit solchen Aktionen nichts zu tun. Vielmehr strebt die Partei danach, ihre Ziele methodisch durch die intellektuelle Auseinandersetzung (aṣ-ṣirāʿ al-fikrī) und den politischen Kampf (al-kifāḥ as-siyāsī) zu erreichen.

Was die Anschuldigungen des usbekischen Regimes gegenüber unseren Schabab betrifft, so konnte keine einzige davon in den Untersuchungen nachgewiesen werden. Der Vorwurf des „Umsturzversuches der verfassungsmäßigen Ordnung“ ist völlig aus der Luft gegriffen. Bei diesem Vorwurf handelt es sich ebenso um eine Erfindung wie bei all den vorherigen Vorwürfen. Als Beleg dafür genügt ein Blick in das ideologische Parteiprogramm von Hizb-ut-Tahrir, in die intellektuellen und politischen Veröffentlichungen der Partei sowie die Aussagen, die unsere Schabab während der Ermittlungen tätigten. Doch leider hat die usbekische Regierung seit einem Vierteljahrhundert keine derartigen, unabhängigen Ermittlungen mehr durchgeführt. Auch scheint es sehr unwahrscheinlich, dass sie dies in Zukunft tun wird. Daher lässt sich sagen, dass die derzeitigen Machthaber – ebenso wie alle ignoranten Herrscher im Laufe der Geschichte – einen erbitterten Kampf gegen jene führen, die davon überzeugt sind, nach dem islamischen System leben zu müssen. Die Tatsache, dass man das Tor zur Frevelhaftigkeit weit geöffnet hat, die sich wie die Pest in den islamischen Ländern verbreitet, ist ein deutlicher Beweis dafür. Auch die usbekische Regierung ist davon nicht ausgenommen. So bekämpft sie die Tugenden und guten Handlungen, zu dem uns der Islam anhält, auf unterschiedliche Weise.

Welchen Sinn macht es denn, dass diese Schabab, die an ihren Ideen festhalten und zu diesen stehen, nach Ablauf ihrer Haftstrafe aus den Gefängnissen entlassen werden, um dann Jahre später wegen derselben Ideen und Ansichten wieder verhaftet zu werden? Die Schabab von denen wir sprechen sind lediglich Verfechter des Guten. Sie wollen nur das Beste für unser Volk und unser Land. Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass die Vorgehensweisen des usbekischen Regimes heute von den Muslimen überall auf der Welt beobachtet und diskutiert werden.

Wir von Hizb-ut-Tahrir rufen die usbekische Regierung dazu auf, derartige Gräueltaten nicht zu wiederholen. Wir warnen vor Massakern, wie sie im Jahr 1999 unter Karimov verübt wurden. Verbrechen dieser Art werden nur dazu führen, dass die derzeitige Regierung als abstoßender Schandfleck in die Geschichte eingeht. Schluss mit der Unterdrückung des rechtschaffenen Volkes von Usbekistan! Lasst die Inhaftierten sofort frei und hört auf, gottesfürchtige und rechtschaffene Menschen anzugreifen und zu foltern! Schickt diese reinen und frommen Menschen, die ihr bereits mehr als 20 Jahre lang eingesperrt und gefoltert habt, nicht zurück ins Gefängnis!

Hizb-ut-Tahrir

Usbekistan

29. Ḏū l-Ḥiǧǧa 1445 n. H.

05.07.2024 n. Chr.