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Konzeptionen Die Rolle der muslimischen Frau bei der Wiedererrichtung des Kalifats

Wenngleich es sich bei der Wiedererrichtung des Kalifats allzu deutlich um die Schicksalsfrage der Muslime weltweit handelt, stellt sie zweifellos in allererster Linie eine Pflicht dar, die der Erhabene den Muslimen auferlegt hat.

So heißt es im Qurʾān beispielsweise in der Sure an-Nisāʾ (4) Vers 65:

﴿فَلَا وَرَبِّكَ لَا يُؤْمِنُونَ حَتَّى يُحَكِّمُوكَ فِيمَا شَجَرَ بَيْنَهُمْ ثُمَّ لَا يَجِدُوا فِي أَنْفُسِهِمْ حَرَجًا مِمَّا قَضَيْتَ وَيُسَلِّمُوا تَسْلِيمًا

Nein, bei deinem Herrn. Sie sind nicht eher gläubig, bis sie dich zum Richter über alles erheben, was unter ihnen strittig ist, sie sodann in ihrem Herzen keinen Zweifel gegen deinen Richtspruch hegen und sich vollends ergeben.[4:65]

Oder in Sure al-Māʾida (5) Vers 49 heißt es:

﴿وَأَنِ احْكُمْ بَيْنَهُمْ بِمَا أَنْزَلَ اللَّهُ وَلَا تَتَّبِعْ أَهْوَاءَهُمْ وَاحْذَرْهُمْ أَنْ يَفْتِنُوكَ عَنْ بَعْضِ مَا أَنْزَلَ اللَّهُ إِلَيْكَ

Und richte unter ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen. Und nimm dich vor ihnen in Acht, dass sie dich nicht von einem Teil dessen abbringen, was Allah zu dir herabgesandt hat.[5:49]

Nach den Gesetzen Allahs zu richten meint, den Islam in seiner Gesamtheit als Ideologie in allen Bereichen des Lebens zu implementieren und darauf basierend das Kalifat zu errichten, da nur die Aufstellung eines Kalifen eine allumfassende Umsetzung der islamischen Gesetze ermöglicht und die Aufstellung eines Kalifen zugleich eine islamische Pflicht darstellt, wie folgender ḥadīṯ verdeutlicht:

»ومن مات وليس في عنقه بيعة مات ميتة جاهلية«

Wer stirbt und im Nacken keine baiʿa trägt, stirbt einen Tod der ğāhilīya.

Gleichwie andere religiöse Pflichten ist den Versen zur umfassenden Anwendung der islamischen Gesetze zu entnehmen, dass sie allgemein ergangen sind und sich somit an alle Muslime richten, wodurch ihre Ausführung der Verantwortlichkeit des muslimischen Mannes und der muslimischen Frau gleichermaßen obliegt. Es gilt dabei grundsätzlich das islamische Rechtsprinzip, die Allgemeingültigkeit einer Aussage bleibt allgemeingültig, solange kein spezifizierender Rechtsbeleg vorhanden ist. Weder für die aufgeführten āyāt, noch für weitere āyāt zu diesem Thema, ist ein spezifizierender Rechtsbeleg ergangen, der ihre Gültigkeit auf eine Gruppe von Muslimen wie den Männern beschränken würde. Folglich ist die muslimische Frau ebenso dazu angehalten, dieser Verantwortung und Pflicht nachzukommen und sich mit vollem Einsatz für die Wiedererrichtung des Kalifats einzusetzen. Das bedeutet, dass die muslimische Frau dazu verpflichtet ist, sich aktiv an der politischen daʿwa zu beteiligen, sich dem Block der Aufrichtigen anzuschließen und die Ideen des Islam mit Mut, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit in die Welt zu tragen. Die muslimische Frau stellt einen untrennbaren und wichtigen Teil der Umma dar, wodurch sie ohne Zweifel eine unentbehrliche Rolle bei der Wiedererrichtung des Kalifats und dem politischen Bewusstseinsbildungsprozess der Umma auf der ganzen Welt spielt. Der Erhabene sagt:

﴿وَٱلۡمُؤۡمِنُونَ وَٱلۡمُؤۡمِنَٰتُ بَعۡضُهُمۡ أَوۡلِيَآءُ بَعۡضۚ يَأۡمُرُونَ بِٱلۡمَعۡرُوفِ وَيَنۡهَوۡنَ عَنِ ٱلۡمُنكَرِ وَيُقِيمُونَ ٱلصَّلَوٰةَ وَيُؤۡتُونَ ٱلزَّكَوٰةَ وَيُطِيعُونَ ٱللَّهَ وَرَسُولَهُۥٓۚ أُوْلَـٰٓئِكَ سَيَرۡحَمُهُمُ ٱللَّهُۗ إِنَّ ٱللَّهَ عَزِيزٌ حَكِيم

Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrecht, verrichten das Gebet und entrichten die zakāt und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Gewiss, Allah ist Mächtig und Weise.[9:71]

Gegenwärtige muslimische Politikerinnen predigen in den muslimischen Ländern westliche politische und kulturelle Ziele und Lebensstile und verherrlichen diese bedingungslos als universelle Werte. Sie gründen Stiftungen im Namen von Frauen wie der Pakistanerin Malala Yousafzai, der Iranerin Shirin Ebadi oder der Jemenitin Tawakkol Karman, um der Welt ihre „heroischen Kämpfe“ zu präsentieren. Dabei besteht ihre gesamte Rhetorik aus der Verherrlichung kapitalistischer Ideen. Nicht zuletzt befürworten diese Frauen die Gleichstellung der Geschlechter, unterstützen die Bestrafung junger Ehen und schweigen zur ungerechtfertigten Inhaftierung, Demütigung und Folterung Tausender unschuldiger muslimischer Frauen. Diese Frauen, die sich das Prinzip zu eigen gemacht haben, dass der Säkularismus den Islam nicht leugne, treten in die Fußstapfen von Demokratieheldinnen wie Margaret Thatcher, Madeleine Albright und Hillary Clinton, die mitverantwortlich für die Ermordung von Millionen von Kindern im Irak, in Afghanistan und zahllosen weiteren muslimischen Ländern sind. Sie sind rückgrat- und visionslose Marionetten, die ihren dīn, ihren Verstand, ihr Herz und ihre Zunge an die ungläubigen kolonialistischen Mächte verkauft haben! Sie sind elende Menschen, die ihre Würde in dieser Welt und im Jenseits verloren haben!

Die aufrichtigen muslimischen Frauen, die sich ihrer politischen Rolle bewusst sind und von der Lebensordnung des Islam überzeugt sind, die an einer Veränderung arbeiten, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen und ein menschenwürdiges Leben unter der Gesetzgebung des Islam zu ermöglichen, decken die Korruption und Perversion der gegenwärtigen Regime und die Falschheit ihrer Worte auf. Sie entlarven die Herrscher, die für diese menschenunwürdigen Systeme verantwortlich sind, und bekämpfen sie. Wahre muslimische Politikerinnen zeigen, dass das islamische Regierungssystem das einzige Modell ist, das die Rechte aller Menschen schützt und ein menschenwürdiges Leben für Muslime und Nichtmuslime ermöglicht. Und die muslimische Frau schöpft aus ihrer Überzeugung die Stärke, dieser Verantwortung nachzukommen.

Betrachtet man die Stärke und Standhaftigkeit der muslimischen Frauen in der Geschichte, dann blickt man auf Frauen wie Fāṭima bint al-Ḫaṭṭāb, die den Islam annahm, obwohl damals ihr Bruder ʿUmar dem Islam feindlich gesinnt war. Sowie diesem zu Ohren kam, seine Schwester sei zum Islam konvertiert, schlug er sie auf den Kopf, woraufhin Fāṭima erwiderte: „Wir halten weiterhin daran fest, ob es dir gefällt oder nicht.“ Sie ließ sich weder vom Familien- und Stammesdruck noch von der Gewalt ihres Bruders einschüchtern. Die erste Märtyrerin des Islam, Sumaiya bint Ḫabbāṭ, wurde vor den Augen ihres Sohnes und ihres Mannes in der sengenden Wüste Mekkas zu Tode gefoltert und zeigte in keiner einzigen Sekunde Schwäche, sondern bezeugte standhaft, dass es keine Gottheit gibt außer Allah, sodass der Prophet der Familie zurief:

«صبراً آل ياسر، فإنَّ موعدَكم الجنة»

Seid standhaft, ihr Sippschaft Yāsirs! Euer Treffpunkt ist das Paradies.

Wir sehen muslimische Frauen wie Nusaiba bint Kaʿb, die an der Schlacht von Uḥud teilnahm und den Propheten mit Leib und Seele verteidigte, als die Soldaten in der Schlacht ihre Formation verließen und der Prophet angegriffen wurde. Sie umringte ihn mit ihrem Mann und ihren Söhnen und kämpfte mutig und ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben in einer Weise für den Islam, dass der Prophet später berichtete, Nusaiba habe ihn beschützt wohin auch immer er sich wandte. Zur Zeit des rechtgeleiteten Kalifen ʿUmar bin al-Ḫaṭṭāb hielt dieser eine Ansprache in der Moschee und wollte die Brautgabe einschränken. Eine Frau erhob sich und korrigierte ʿUmars Meinung, indem sie ihn ermahnte, dass er etwas einschränken wolle, was Allah erlaubt hat. Diese Frau fürchtete ʿUmar nicht trotz seiner Position als Kalif. Als sie erkannte, dass er mit seinem Vorhaben falsch lag, prangerte sie das Unrecht ohne Furcht vor Konsequenzen an. Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, in denen muslimische Frauen Stärke bewiesen und sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Privaten das Rechte befohlen und das Unrecht angeprangert haben.

Das Unrecht anzuprangern geschieht nicht durch Schweigen, es geschieht nicht durch Untätigkeit. Die muslimischen Frauen gehören nicht zu jenen, die sich in dieser Welt und im Jenseits demütigen lassen, indem sie sich an der Unterdrückung und Tyrannei der kolonialistischen Weltmächte beteiligen und zu dem von ihnen begannen Unrecht schweigen! Die Unterdrückung und Tyrannei des kufr-Systems schüchtert die muslimische Frau in keiner Weise ein und hindert sie niemals daran, ihre Pflicht zum Gebieten des Rechten und Anprangern des Unrechts zu erfüllen. Im Gegenteil, es stärkt sie nur darin, mit noch größerer Entschlossenheit an der Wiedererrichtung des Kalifats zu arbeiten, indem sie sich aktiv und mit vollem Einsatz für die Wiederimplementierung der islamischen Lebensordnung einsetzt. Zu keiner Zeit wird die muslimische Frau aufhören, die Muslime weltweit, insbesondere ihre Machthaber, dazu aufzurufen, sich von der Politik, den Ideen und Werten, Projekten und Strategien des Kapitalismus und aller menschengemachten Systeme, die dem Islam und den Muslimen feindlich gesinnt sind, zu distanzieren. Sie werden sie unermüdlich dazu anhalten, zur Glaubensordnung des Islam und zu den Gesetzen Allahs, zurückzukehren und das zweite rechtgeleitete Kalifat nach dem Plan des Prophetentums zu errichten. Denn sie ist sich ihrer Verantwortung und ihrer Pflicht zur Widererrichtung des Regierungssystems Allahs, des Erhabenen, das allen Menschen wahre Würde und Sicherheit garantieren wird, stets bewusst.