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Nachricht & Kommentar Die Illusion des palästinensischen Staates: Eine westliche Maske zur Festigung des zionistischen Gebildes

Großbritannien, Australien, Kanada und Portugal erkennen den Staat Palästina an – Netanjahu droht mit Gegenmaßnahmen. (Al Jazeera Net)

Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen

Nachricht und Kommentar

Die Illusion des palästinensischen Staates: Eine westliche Maske zur Festigung des zionistischen Gebildes

Nachricht:

Großbritannien, Australien, Kanada und Portugal erkennen den Staat Palästina an – Netanjahu droht mit Gegenmaßnahmen. (Al Jazeera Net)

Kommentar:

Großbritannien — die Mutter allen Übels — ist der Staat, der gemeinsam mit den nationalistischen Verrätern unter den Arabern und Türken Tag und Nacht daran arbeitete, das Osmanische Kalifat zu beseitigen. Es war auch Großbritannien, das die Länder der Muslime in kleine Kantone aufteilte, den Juden in Palästina zur Macht verhalf und ihnen ein besonderes Versprechen gab, dort eine nationale Heimstätte zu errichten. Daraufhin begann Großbritannien, Juden aus aller Welt per Schiff nach Palästina umzusiedeln, führte Propaganda zu ihren Gunsten und machte ihnen Hoffnungen auf den Reichtum des Landes. Diese Kampagne wurde begleitet von dem Slogan: „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land.“

Diese Kolonialmacht wollte durch die Aufteilung der Gebiete des Osmanischen Kalifats in nationale und staatliche Einheiten Hindernisse schaffen – eine durch das Völkerrecht und die internationale Ordnung geschützte Realität –, die die Einheit der islamischen Umma und die Einheit ihrer Länder verhindern und die Wiedererrichtung eines islamischen Staates unmöglich machen sollte. Um diese Ziele zu erreichen und sie dauerhaft zu verankern, gab sie den Juden Palästina, damit sie dort einen Staat errichten, der das Prinzip der Zwietracht und Spaltung in der Region festigt und Unruhen auslöst – als wachsames Auge des Westens, als vorgeschobene Basis und Speerspitze, die die Schläge anstelle des Westens einstecken soll, im Gegenzug für ständige Unterstützung, Schutz und die Gewährleistung einer technologischen und militärischen Überlegenheit.

Diese Aufgabe erfüllt das zionistische Gebilde seit seiner Entstehung vollumfänglich. Es hat vom Westen grünes Licht für Tötung, Zerstörung und Vertreibung erhalten und schürt fortwährend Unruhen in der Region. Damit es seine Funktion erfüllen kann, wurden ihm alle nötigen Mittel zur Verfügung gestellt. Strategische Forschungszentren wurden darauf ausgerichtet, ihm sämtliche erforderlichen Informationen zu liefern, und westliche Universitäten wurden darauf ausgerichtet, mit ihm zusammenzuarbeiten – insbesondere im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung.

Großbritannien, das die zionistische Entität geschaffen und gefördert hat und es heute noch mit Geld, Waffen, Söldnern und Drohnen unterstützt, kann kein Interesse daran haben, ihm zu schaden. Amerikas angeblicher Widerstand und Druck sind nur Blendwerk. Das Zwei-Staaten-Projekt ist ein amerikanisches Projekt, dessen Ziel es ist, das zionistische Gebilde in der Region zu verankern und seine Legitimität durch Anerkennung als rechtliche, historische und geografische Realität zu festigen. Man will die Staaten in der islamischen Welt dazu bringen, dies ebenfalls anzuerkennen, indem man einen palästinensischen Staat in den Gremien der Vereinten Nationen und zunächst nur auf dem Papier etabliert. Die USA unterstützen und propagieren die Zwei-Staaten-Lösung, weil sie das Narrativ stärkt, dass Palästina „das Land der Verheißung“ und eine nationale Heimstätte für die Juden sei — und alle Staaten müssten dies anerkennen. Durch die Zwei-Staaten-Lösung würde die Anerkennung der zionistischen Entität als unausweichliche Realität zementiert, die weder zu überwinden noch anzugreifen, sondern zu verteidigen sei. Das Projekt eines palästinensischen Staates bliebe damit in den Hallen der Vereinten Nationen und auf dem Papier vorhanden, nicht aber in der Realität. Und sobald dies anerkannt ist, wäre die faktische Existenz der zionistischen Entität vor Ort bestätigt, und es gäbe keinen Grund mehr, diesem künstlichen Implantat gegenüber Kooperation, Umgang und Anerkennung seitens der muslimischen Länder zu verweigern. — Doch ist die Abtretung Palästinas an die Zionisten für keinen Muslim je zulässig.

Was den sogenannten Staat Palästina betrifft, den die westlichen Länder in einem Wettlauf anerkennen wollen, so ist das eines der merkwürdigsten Dinge überhaupt: Wie kann man einen Staat anerkennen, der nur in der Luft existiert – ohne jegliche reale Existenz auf dem Boden?!

Das gehört zu den Merkwürdigkeiten und Widersprüchen unserer Zeit. Doch die amerikanische Sichtweise ist die, dass zuerst die Anerkennung erfolgen soll und erst danach wird entschieden, wo dieser Staat liegen soll, wie groß er sein wird, welche Funktion er hat, über welche Mittel er verfügen darf, welchen Verpflichtungen er unterliegt, welche Handlungen ihm erlaubt sind und welche nicht. All das widerspricht völlig der Vorstellung eines real existierenden palästinensischen Staates und lenkt die Region nur mit einem nebelhaften, kaum vorstellbaren Projekt ab, das sich über Jahrzehnte hinziehen könnte, selbst wenn die ganze Welt diese künstliche „Staatsgründung“ anerkennen würde, selbst wenn sie, wie Jassir Arafat einst sagte, nur auf dem Gebiet von Jericho bestünde. Das alles wäre zugleich ein Schlag gegen das Projekt der zionistischen Expansion in der Region. Daher ist von einer Anerkennung dieses „Papierstaates“ durch Großbritannien, Portugal, Frankreich, Deutschland und die USA nichts Gutes zu erwarten – sie ist vielmehr wie Gift in süßem Honig. Die Anerkennung der zionistischen Entität und der Verzicht auf Palästina oder auch nur auf einen Teil davon ist ein schwerer Verrat an Allah, Seinem Gesandten (s), den Gläubigen, am Buche Allahs und an der Sunna Seines ehrenwerten Propheten (s).

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir

Salim Sbitan