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Nachricht & Kommentar Schülerproteste in Deutschland: Eine Generation, die die Militarisierung der Zukunft ablehnt und nach Alternativen für den Frieden sucht

In Deutschland haben in rund 90 Städten Schüler gegen den Gesetzentwurf zum Militärdienst protestiert, den der Deutsche Bundestag verabschiedet hat und der auf eine Erhöhung der Anzahl der Soldaten abzielt.

Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen

Nachricht und Kommentar

Schülerproteste in Deutschland: Eine Generation, die die Militarisierung der Zukunft ablehnt und nach Alternativen für den Frieden sucht

Nachricht:

In Deutschland haben am Freitag in rund 90 Städten Schüler gegen den Gesetzentwurf zum Militärdienst protestiert, den der Deutsche Bundestag verabschiedet hat und der auf eine Erhöhung der Anzahl der Soldaten abzielt. Tausende Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an den Demonstrationen, zu denen die Protestaktion „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ aufgerufen hatte – ein Zusammenschluss von Schüler- und Jugendorganisationen. (Aljazeera)

Kommentar:

Tausende Schüler brachten ihre Ablehnung gegenüber einer aus ihrer Sicht erneuten Militarisierung der Gesellschaft zum Ausdruck, das sie als Versuch sehen, die junge Generation in Konflikte hineinzuziehen, an die sie weder glaubt noch für die sie den Preis zahlen möchte.

Von Berlin über Hamburg und München bis Köln gingen Tausende Schülerinnen und Schüler in friedlichen Demonstrationen auf die Straße. Sie trugen Transparente mit Forderungen nach einem Stopp der Bestrebungen zur Wiedereinführung der Wehrpflicht und nach einer stärkeren Fokussierung auf dringendere Prioritäten wie Bildung, Gesundheit und Wohnraum.

Die Demonstrierenden vertreten die Meinung, dass das neue Gesetz den Grundwerten ihrer Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg widerspreche, da der moderne Staat auf der Ablehnung einer Militarisierung des zivilen Lebens sowie auf der Priorisierung gesellschaftlicher Investitionen gegenüber einer Politik der Stärke aufgebaut worden sei.

Demgegenüber rechtfertigt die Bundesregierung das Gesetz mit sicherheitspolitischen Erwägungen angesichts zunehmender internationaler Spannungen und bezeichnet militärische Einsatzbereitschaft als nationale Notwendigkeit. Ein erheblicher Teil der jungen Generation ist jedoch der Ansicht, der Staat versuche, ihr politische und militärische Lasten aufzubürden, die sie nicht zu verantworten habe. Die Einberufung der neuen Generation zum Militärdienst sei keine Lösung für die europäischen Krisen, sondern könne vielmehr Unsicherheit und Besorgnis innerhalb der Gesellschaft weiter verstärken.

Beobachter bringen diese Welle des Protests mit einer tiefergehenden Krise in Verbindung, die den Westen insgesamt erfasst hat. Viele junge Menschen hätten Schwierigkeiten, die Idee der Opferbereitschaft zu akzeptieren, solange es an einem gemeinsamen Wertefundament oder einem verbindenden geistigen Sinnhorizont fehle.

Neuere Erfahrungen zeigten, dass selbst materiell wohlhabende und machtvolle Gesellschaften Mühe hätten, ihre Jugend von der Notwendigkeit zu überzeugen, Kriege zu führen oder sich auf sie vorzubereiten, sofern kein klar erkennbares Prinzip oder eine als gerecht empfundene Sache zugrunde liege.

Die Schülerproteste in Deutschland spiegeln eine kollektive Ablehnung einer erneuten Militarisierung der Gesellschaft wider und verdeutlichen, dass die junge Generation sensibler denn je auf ihre Zukunft, ihre Rechte und ihre Rolle im zivilen Leben bedacht ist.

Demgegenüber tritt das islamische Modell als eine ethische Referenz hervor, durch die sich verstehen lässt, wie ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Gesellschaft und dem Aufbau des Menschen hergestellt werden kann – fern davon, junge Menschen auf militärische Rollen zu reduzieren oder sie in internationale Konflikte hineinzuziehen.

Verteidigung ist eine Pflicht zum Schutz der Schwachen und zur Abwehr feindlicher Angriffe. Sie ist zugleich ein Mittel, die Botschaft zu tragen und zu verbreiten, nicht jedoch, um politischen oder wirtschaftlichen Machtkämpfen zu dienen. Die Verpflichtung beruht auf Überzeugung und Glauben, nicht auf Zwang oder psychischem Druck – so wie der Koran die Heuchler beschreibt, die nicht zum Kampf gezwungen wurden.

Grundlegend zielt die Scharia auf den Aufbau eines islamischen Lebens ab. Sie wirkt darauf hin, junge Menschen so vorzubereiten, dass sie im Bedarfsfall als Soldaten handeln können. Dann erfüllen sie ihre Aufgabe im Streben nach Allahs Wohlgefallen und bringen im Einsatz für die Unterstützung des Islam große Opfer dar. Diese Prinzipien prägen im Islam ein Verständnis von Stärke als gerechte, menschenwahrende Kraft – nicht als eine Macht, die Generationen verheizt. Sie gründet nicht auf der Mobilisierung ganzer Jahrgänge in Kasernen, sondern auf der Gerechtigkeit des Islam, der Tiefe seiner Werte und seiner Fähigkeit, Frieden zu stiften und seine Botschaft zu verbreiten.

Geschrieben für das zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir

Abduladhim Hashlamun