Du wirst kein Volk finden, das an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt und dabei diejenigen liebt, die sich Allah und seinem Gesandten widersetzen, selbst wenn es ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Verwandten. Das sind diejenigen, in deren Herzen Allah den Glauben eingeschrieben und die er mit seinem Sieg gestärkt hat. Er wird sie in Gärten führen, durch die Bäche fließen. Darin werden sie auf ewig weilen. Allah ist wohl zufrieden mit ihnen, und sie sind wohl zufrieden mit Ihm. Sie sind Allahs Partei. Wahrlich, Allahs Partei ist die erfolgreiche
بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ يُوَادُّونَ مَنْ حَادَّ اللَّهَ وَرَسُولَهُ وَلَوْ كَانُوا آبَاءَهُمْ أَوْ أَبْنَاءَهُمْ أَوْ إِخْوَانَهُمْ أَوْ عَشِيرَتَهُمْ أُولَئِكَ كَتَبَ فِي قُلُوبِهِمُ الْإِيمَانَ وَأَيَّدَهُمْ بِرُوحٍ مِنْهُ وَيُدْخِلُهُمْ جَنَّاتٍ تَجْرِيمِنْ تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمْ وَرَضُوا عَنْهُ أُولَئِكَ حِزْبُ اللَّهِ أَلَا إِنَّ حِزْبَ اللَّهِ هُمُ الْمُفْلِحُونَ
„Du wirst kein Volk finden, das an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt und dabei diejenigen liebt, die sich Allah und seinem Gesandten widersetzen, selbst wenn es ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Verwandten. Das sind diejenigen, in deren Herzen Allah den Glauben eingeschrieben und die er mit seinem Sieg gestärkt hat. Er wird sie in Gärten führen, durch die Bäche fließen. Darin werden sie auf ewig weilen. Allah ist wohl zufrieden mit ihnen, und sie sind wohl zufrieden mit Ihm. Sie sind Allahs Partei. Wahrlich, Allahs Partei ist die erfolgreiche.“ (58; 22)
Allah (swt) erwähnt im Quran an mehreren Stellen seine Zufriedenheit über die Sahaba, die Gefährten des Propheten Mohammad (s). So sagt Allah in Sure 9: 20- 22:
„Diejenigen, die glauben und auswandern und mit ihrem Gut und ihrem Blut für Allahs Sache kämpfen, nehmen den höchsten Rang bei Allah ein; und sie sind es, die gewinnen werden. Ihr Herr verheißt ihnen seine Barmherzigkeit und sein Wohlgefallen und Gärten, in deren ewiger Wonne sie sein werden. Dort werden sie auf ewig und immerdar verweilen. Wahrlich, bei Allah ist ein riesiger Lohn.“
Auch in der Sunna finden wir mehrere Überlieferungen in denen die besondere Stellung der Sahaba hervorgehoben wird. So sagt der Gesandte Allahs (s.) über seine Gefährten:
„Meine Gefährten sind wie Sterne; wem immer ihr von ihnen folgt, ihr erlangt Führung.“
Mit der erstgenannten Aya hat Allah (swt) jedoch einen ganz bestimmten Gefährten Muhammads geehrt, nämlich Abu Ubaida ibn al-Dscharrah, der in der Schlacht von Badr auf seinen ungläubigen und von Hass erfüllten Vater stieß, er ließ von ihm nicht ab, bis er ihn um Allahs Willen niederstreckte. Sein eigentlicher Name ist Amer ibn Abdullah ibn al-Dscharrah, Allah habe Wohlgefallen an ihm.
Abu Ubaida wurde in Mekka in einer vornehmen Familie der Quraisch geboren. Er zählt zu den ersten Anhängern des Islams. Abu Ubaida nahm nur einen Tag nach Abu Bakr durch dessen überzeugende Einladung zusammen mit Abdurrahman ibn Auf, Othman ibn Mazoun und Al-Arqam ibn Abi Al-Arqam den Islam an.
Abu Ubaida wird als schlank, groß gewachsen und sehr wohl aussehend beschrieben. Außerdem haben ihn eine besondere Stärke, Zuverlässigkeit und Tapferkeit ausgezeichnet.
Als die christlichen Abgesandten Nadschrans bei ihrer Rückreise aus Medina den Propheten baten, einen zuverlässigen Muslim aus den eigenen Reihen auszuwählen, welcher zwischen zwei streitenden Parteien unter ihnen ein gerechtes Urteil sprechen soll, sagte der Prophet (s.):
„Ich werde euch einen wirklich Starken und Zuverlässigen schicken.“
Die Gefährten des Propheten (r.) strebten hiernach, vom Propheten (s) für diese Aufgabe ausgewählt zu werden, nicht weil sie die Herrschaft liebten, sondern weil sie mit der Eigenschaft „wirklich zuverlässig“ bezeichnet werden wollten.
Omar ibn Al-Khattab (r) erzählt:
„An jenem Tage ging ich etwas früher zur Moschee, um das Mittagsgebet zu verrichten. Und bei Allah ich sehnte mich niemals nach Macht und Herrschaft, aber ich wünschte damals vom Propheten ausgewählt zu werden, weil ich vom Propheten (s.) als den „wirklich zuverlässigen“ bezeichnet werden wollte. Als der Prophet (s.) nach dem Gebet unter uns nach einem bestimmten Ausschau hielt, streckte ich mich sogar, damit er mich sieht. Der Prophet (s) vernahm es deutlich, doch er suchte weiter bis er Abu Ubaida erblickte und sagte: „Steh auf Abu Ubaida und gehe mit diesen Leuten und lasse sie sich einander versöhnen.““
Abu Ubaida lag auch Omar ibn Al-Khattab (r) aufgrund seiner markanten islamischen Persönlichkeit mit hervorragenden Eigenschaften sehr am Herzen. Er setzte ihn beispielsweise inmitten der Al-Yarmuk Schlacht, bei der das römische Reich besiegt wurde, anstelle von Khalid bin Walid als Heeresoberbefehlshaber ein.
Auch versuchte Omar (r) Abu Ubaida von der Seuche von Ameus, wo er als Heeresführer eingesetzt war, zu retten. Er schrieb ihm:
„Wenn du meinen Brief am Abend erhältst, so warte nicht auf den Morgen um dich nach mir zu richten. Und wenn du ihn am Morgen bekommst, befehle ich dir auf den Abend nicht zu warten. Ich brauche dich dringend.“ Doch Abu Ubaida erkannte die Absicht des Amir al- Muminin, ihn vor der Seuche retten zu wollen und antwortete ihm entschuldigend: „Ich habe deinen Brief bekommen und habe deine Absicht verstanden. Ich bin trotzdem betroffen als einer der muslimischen Soldaten, der erlebt, was alle erleben. Ich bitte dich, o Führer der Gläubigen, deinen Befehl zurückzuziehen.“ Als Omar (r) den Brief erhielt, begann er zu weinen. Die Leute um ihn fragten: „Ist Abu Ubaida ums Leben gekommen?“ Er antwortete ihnen: „Nein, aber er wird.“
Die Soldatenanzahl seines Heeres betrug 36000. Von dieser Anzahl überlebte nur 6000 die Seuche. Die übrigen starben daran; so auch Abu Ubaida (r), Allah habe Wohlgefallen an ihm. Es war im Jahre 18 n. H.
Omar (r) sagte kurz vor seinem Tod:
„Wäre Abu Ubaida am Leben, so würde ich ihn zu meinem Nachfolger ernennen. Und hätte mich Allah über ihn gefragt, würde ich antworten: Ich habe den Vertrauenswürdigen Allahs und seines Gesandten ernannt.“
Als Abu Ubaida im Sterbebett lag, gab er seinen Soldaten folgenden Rat:
„Ich rate euch etwas, solange ihr es tut, geht es euch gut. Verrichtet das Gebet, entrichtet die Zakat, fastet im Ramadan, gebt Almosen aus, vollzieht die Pilgerfahrt und die kleine Umra, gebt einander gute Ratschläge und beratet euch miteinander und empfiehlt euren Fürsten und Herrschern Gutes. Wenn der Mensch auch tausend Jahre leben würde, wird er zum selben Ende kommen, und er wird sterben. Allah verhing den Tod als Schicksal über die Söhne Adams, und sie können ihm nicht entrinnen. Der Geschickte unter ihnen ist derjenige, der Allah gehorcht und nach Erwerben seines Wohlgefallens strebt.“