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Konzeptionen Wunschdenken – eine Einladung zum Untergang

Dass die Muslime trotz ihrer großartigen Weltanschauung, die von niemand geringerem als Allah (s.w.t.) offenbart wurde, und trotz ihres Reichtums an Rohstoffen in diesem dekadenten Zustand gefangen sind, offenbart vor allem das politische Versagen und den Verrat der Herrscher in unseren Ländern. Waren wir einst unter der Führung von Kalifen noch die einzige und unangefochtene Weltmacht, so sind wir heute zum Spielball der ungläubigen Kolonialisten verkommen.

Schon rein oberflächliche Blicke verdeutlichen die bedrückende Realität der Muslime:
– die geistige Dekadenz, welche die Ummah vor Jahrhunderten ergriff und bis heute fest im Griff hat
– die rationale Trägheit, die Wirklichkeit erkennen zu wollen und diese den islamischen Erfordernissen anzugleichen
– das Desinteresse an den politischen Machenschaften der Feinde des Islam
– die Unfähigkeit, wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistungen hervorzubringen, die denen der Vergangenheit gleichen
Dass die Muslime trotz ihrer großartigen Weltanschauung, die von niemand geringerem als Allah (s.w.t.) offenbart wurde, und trotz ihres Reichtums an Rohstoffen in diesem dekadenten Zustand gefangen sind, offenbart vor allem das politische Versagen und den Verrat der Herrscher in unseren Ländern. Waren wir einst unter der Führung von Kalifen noch die einzige und unangefochtene Weltmacht, so sind wir heute zum Spielball der ungläubigen Kolonialisten verkommen.
Doch möchten wir im Rahmen dieser Abhandlung nicht das Elend der Ummah erörtern, denn dieses ist für jedermann offenkundig. Viel interessanter ist einer der ausschlaggebenden Faktoren, der zu dieser desaströsen Entwicklung der Ummah beigetragen hat. Es handelt sich um eine Eigenschaft, die früher charakteristisch für die Nichtmuslime war und zu ihren gängigen Denkweisen zählte. Als sie jedoch ihren Fehler erkannten und entsprechende Maßnahmen ergriffen, gelangten sie in Folge dessen zu einem Aufstieg. Dieses Fehldenken, das sich bei vielen Muslimen manifestiert hat, ist das degenerierte Wunschdenken.
Hierbei handelt es sich um einen geistigen Prozess, bei dem die Realität durch eine wünschenswerte Scheinrealität unterdrückt und verdrängt wird. Diese Art des Denkens ist ein Mechanismus, der darauf abzielt, den Menschen in einen angenehmen Gemütszustand zu versetzen und diesen aufrecht zu halten. Somit werden unangenehme Gefühlslagen vermieden und widersprüchliche Aspekte der Wunschrealität ausgeblendet, während die trügerische Hoffnung mit Scheinargumenten genährt wird. Die intellektuelle Funktion des Verstandes beschränkt sich bei dieser Denkart lediglich auf die Aufrechterhaltung eben dieser trügerischen Hoffnungen.
Vergleicht man das Wesen des Wunschdenkens mit der Geisteshaltung vieler Muslime, wird eine erschreckende Ähnlichkeit deutlich. Hierzu möchten wir ein sehr markantes Beispiel anführen.
Die Ernennung von George W. Bush – einer der größten Feinde des Islam – zum Präsidenten der USA belegt die Naivität und Blauäugigkeit vieler Muslime. Er bekam die Stimmen der acht größten islamischen Organisationen in den USA und gewann 70% der muslimischen Wählerstimmen. Allein in Florida, der Staat, in dem die Entscheidung letztendlich zu Gunsten Bushs fiel, erhielt er 46.200 Stimmzettel der dortigen Muslime. Grover Norquist, Vorsitzender eines konservativen Think Tanks (Denkfabrik, Denkschmiede) und ebenso konservativen Lobbygruppe, behauptet sogar, dass Bush überhaupt erst mit Hilfe der muslimischen Stimmen zum Präsidenten ernannt werden konnte.
Umso überraschter waren die in den USA lebenden Muslime, als US-Truppen in Afghanistan und in den Irak einmarschierten und dort ihr fanatisches, hasserfülltes Gesicht zeigten. Kriegsveteranen berichteten nach ihrer Rückkehr, dass sie von den Offizieren darauf abgerichtet worden seien, auf jeden mit Turban und Vollbart zu schießen, da es sich um Terroristen handeln würde. Es sei ein Gefühl gewesen, als ob man die Kreuzzüge durchleben würde. Nennenswerter jedoch ist die Tatsache, dass Bush den Muslimen auf sehr geschickte Weise Honig um den Mund schmierte, als er während des Wahlkampfs Moscheen besuchte und den Muslimen leere Versprechungen machte. So wurden den muslimischen Bürgern in den USA mehr Rechte und stärkere gesellschaftliche Einbeziehung zugesichert. Durch diese leeren Worte wurden die Wünsche der dortigen Muslime angeregt, und sie fielen in eine geistige Ohnmacht, in der sie jedes noch so offenkundig islamfeindliches Manöver und Ereignis zu Gunsten der Bush-Administration interpretierten.
Acht Jahre später wiederholte sich diese Tragödie. Gleiches Spiel, neues Gesicht. Diesmal war es Barack Hussein Obama, der zum Stolperstein des Intellekts der Muslime wurde. Durch seinen zweiten Vornamen Hussein, der islamisch anmutet, ließen sich die Muslime – sogar in den islamischen Ländern – erneut aufs Glatteis führen und machten denselben Fehler wie bereits acht Jahre zuvor, indem sie ihre Wünsche über die Realität obsiegen ließen. Dabei betrachteten sie nicht, dass Obama weitaus gefährlicher als sein törichter Vorgänger ist, der keinen Hehl aus der Ermordung und Erniedrigung der Muslime machte. Obama reicht der Ummah das Gift nämlich mit Schmalz überzogen. Die Muslime hielten bedingungslos an seinen Versprechungen fest, weil sie sich einen trügerischen Frieden von ihm erhofften. Das Ergebnis seiner „Friedensbemühungen“ war eine Truppenaufstockung in Afghanistan, die Zunahme der Drohnenangriffe in Pakistan mit vielen Toten und ein Freibrief an Assad, in Syrien nach Lust und Laune zu morden. Die Kriege und das Leid auf der Welt haben unter Obama zugenommen. Unter dem Motto „Change“ bediente sich die Obama-Administration der beliebten Taktik des Gesichtswechsels und veränderte lediglich die einfältige Herangehensweise seines Vorgängers, der durch sein ungeniertes Verhalten den Ruf der USA massiv schädigte. Denn die Agenda gegen den Islam und die Muslime dauert fort.
Dieses einfache Beispiel verdeutlicht, wie weit die Kolonialmächte gehen können, weil der größte Teil der Ummah des ehrwürdigen Propheten Muhammad (s.a.s.) die Fähigkeit verloren hat, politische Manöver richtig zu analysieren und zu deuten, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Ein weiteres banales Beispiel, das eigentlich kaum der Rede wert ist, zeigt das Ausmaß des Wunschdenkens. So ging unter den Muslimen das Gerücht um, dass auf dem Hochzeitsring Obamas „Allah“ eingraviert sei. Diese lächerliche Behauptung wird von einigen Muslimen derart hochstilisiert, dass sie Obama als eine Person darstellen, der die Muslime in Wirklichkeit unterstützt und ihnen in Zukunft zu mehr Macht verhelfen möchte. Wie viele Tomaten muss man eigentlich auf den Augen haben um die Realität dermaßen zu verkennen? Die täglichen Nachrichten – seien sie noch so zensiert – zeigen den Hass dieses schwarzen Mannes im Weißen Haus, den er auf die Muslime hat. Wehe jenen, die nach den blutigen Ereignissen in Syrien solch ein lächerliches Argument weiterhin vertreten. Spätestens der Syrien-Konflikt sollte jedem Muslim vor Augen führen, dass weder Obama noch Erdogan noch Hollande uns jemals freundlich gesinnt waren. Das Blut ganzer islamischer Völker klebt an den Händen dieser Verbrecher. Waren es nicht die USA, die von der Türkei aus den Irak bombardierte? Hat Erdogan etwa geschlafen oder wollte er durch diese Aktion „das Vertrauen der USA gewinnen“ um es dann für den Islam auszunutzen? Wo sind die großen Worte Erdogans, als er in Davos den Juden die Stirn bot? Werden die Palästinenser denn nicht Tag und Nacht vom Zionistengebilde unterdrückt und gedemütigt?
Die bittere Realität beweist, dass keine dieser leeren Versprechungen und die hierauf basierenden Wünsche ernst zu nehmen sind. Der einzige Weg um dieser Misere zu entkommen, ist die Rückbesinnung auf das islamische Denken.
Dem geistigen Aufstieg der Muslime muss ein erleuchtendes Denken auf Grundlage der islamischen Aqida vorangehen. Das Denken, das letztendlich die Lebens- bzw. Weltanschauung des Menschen definiert, ist ein intellektueller Prozess und kein emotionaler Gemütszustand. Durch die Abwesenheit dieses fundamentalen Gedankens wird die Ummah untergehen. Und deshalb erlangt die Ummah den Aufstieg nicht aus materieller Stärke heraus sondern umgekehrt. Denn vielmehr beruht der materielle Aufstieg beispielsweise in den Bereichen der Industrie, Wissenschaft oder Technologie auf eben diesem erleuchtenden Denken. Diese Denkart wird sich jedoch erst dann etablieren, wenn die Muslime umfassende Erkenntnisse über den Menschen, das Leben und das Universum auf der Grundlage der erhabenen islamischen Aqida gewinnen und die Lösung ihrer Probleme ausschließlich und in tiefem Vertrauen auf Allah (s.w.t.) der Shariah, der islamischen Gesetzgebung, entnehmen. Sie ist die einzig legitime und einzig zielführende Rechtsordnung, denn sie stammt von Allah (s.w.t.), dem Schöpfer der Himmel und der Erde und des Menschen und aller Existenz.
Hinsichtlich der aktuellen Entwicklung in der islamischen Welt ist ein Hoffnungsschimmer am Horizont erkennbar, denn die Muslime begreifen allmählich, dass ihnen ohne Vorhandensein eines Islamischen Staates, der sich um sämtliche Angelegenheiten der Ummah kümmert, niemals Ehre zu Teil werden wird. Vor allem in Syrien setzen sich die Geschwister mit vollem Einsatz dafür ein, das Regime des Schlächters Bashar al-Assad zu stürzen um an seiner statt mit Allahs Hilfe das Kalifat zu errichten. Der arabische Frühling lässt wahrlich das Beste in den Muslimen aufblühen, denn dieser Aufstand erhält seine Lebenskraft allein durch die islamischen Verständnisse und ist ein Manifest für die Worte Allahs:
Gewiß, Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht das ändern, was in ihnen ist (Sura Ar-Ra’d 13, Aya 11)
Somit sind die Aufstände ein praktisches Beispiel für das Erwachen der Ummah aus der geistigen Umnebelung und ein Lebenszeichen, das den Thron des Westens erschüttert. Folglich sind alle Muslime dazu verpflichtet, sich ein Beispiel an den Helden dieser islamischen Revolution zu nehmen und ihren Eifer zur Errichtung des Kalifats zu teilen, indem sie aus der Starre erwachen, das Rechte gebieten und das Unrecht anprangern, gemäß der Aya:
Und aus euch soll eine Gemeinschaft hervorgehen, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Unrecht anprangert, und dies sind wahrlich die Erfolgreichen (Sura Aali Imraan 3, Aya 104)