Bei der Antwort handelt es sich jedoch meistens nur um eine einzige, da diese die Fragen von Grund auf klärt und beantwortet.
Im Namen Allahs, des Allwissenden, des besten Gesetzgebers
Bei der Verkündung oder auch nur bei der Praktizierung des Islam wird man oftmals mit verschiedensten Fragen konfrontiert.
Bei der Antwort handelt es sich jedoch meistens nur um eine einzige, da diese die Fragen von Grund auf klärt und beantwortet. Fragen wie etwa, wieso wir Muslime kein Schweinefleisch essen, warum wir keinen Alkohol trinken, warum wir im Ramadan fasten, warum der Muslim vier Frauen heiraten darf, warum sich die Muslima bedecken muss, warum im islamischen Staat dem Dieb und der Diebin – unter bestimmten Konditionen – die Hand abgeschnitten wird, warum Apostaten in letzter Konsequenz getötet werden müssen, warum Ehebrecher (bei Bezeugung durch vier rechtschaffene Muslime) gesteinigt werden, warum, warum, warum…
Die Klärung dieser Gestalt von Fragen ist hierbei essentiell, da sie nicht nur bei der Da’wa auftreten, sondern es sich bei der Antwort um eines der wichtigsten Konzepte des Islam handelt. Bei vielen Muslimen – vor allem bei denen, die im Westen aufgewachsen sind und hier leben – stecken diese Fragen tief im Unterbewusstsein. Sie trauen sich meistens nicht, solche Fragen zu stellen, da sie befürchten, verhöhnt zu werden oder aber die Antworten ihrer „Imame“ und „Hodschas“ befriedigen sie nicht wirklich.
Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als ob jede Frage ihre eigene (logische) Antwort hätte, so sind dies meistens nicht die Antworten oder Erklärungen Allahs (s.w.t.), Der diese Gesetze aufgestellt hat, und auch nicht die Seines Gesandten Muhammad (s.), der uns den Islam überbracht hat. Vielmehr sind es Erklärungsversuche, die mit Hilfe menschlicher logischer Schlüsse entwickelt werden. Dies, obwohl gerade die Gesetzgebung des Islam (die Schari’a) sich nicht auf Logik oder menschliches Ermessen stützt und gar nicht stützen darf. Es kann vielleicht eine Weisheit (Hikma) in einem Gesetz erkannt werden, doch muss diese Weisheit nicht zwangsläufig der Grund für das Gebot oder Verbot sein.
Wenn gefragt wird, warum zum Beispiel Schweinefleisch verboten ist, so fällt dem einen oder anderen meistens nichts Besseres ein, als zu sagen, dass Schweine unreine Tiere seien, Krankheiten verursachen, sie verflucht worden seien oder sonstige Antworten verschiedenster Art, die einem spontan einfallen, obwohl uns Allah (s.w.t.) dieses Verbot mit keinem Wort begründet hat.
Die Natur dieser Fragen ist ein und dieselbe, womit es auch genügt, ein und dieselbe Antwort darauf zu geben. Dazu lehrt Allah (s.w.t.) den Menschen schon ganz am Anfang des Qur’an die grundlegende Konzeption. In Sura Al-Baqara (Die Kuh, 2) beschreibt er nämlich sehr genau das Ereignis, bei dem Iblis zum Teufel und Ungläubigen wird. Allah (s.w.t.) befahl ihm, sich vor Adam (a.s.) niederzuwerfen und er weigerte sich:
„Und als Wir zu den Engeln sprachen: „Werft euch vor Adam nieder“, da warfen sie sich nieder bis auf Iblis; er weigerte sich und war hochmütig. Und damit wurde er einer der Ungläubigen.“ (Sure Al-Baqara, Aya 34)
Der Grund, warum Iblis sich weigerte, wird in Sure al-A’raf, Aya 12, folgendermaßen beschrieben:
„Er sprach: „Was hinderte dich daran, dich niederzuwerfen, nachdem Ich es dir befohlen habe?“ Er sagte: „Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Lehm!“
Iblis hatte niemals daran gezweifelt, dass Allah (s.w.t.) existiert. Doch indirekt hat er Seine Allwissenheit und Eigenschaft als alleiniger Gesetzgeber in Frage gestellt. Allah (s.w.t.), Der ihn und alles Andere erschaffen hat, befahl ihm etwas, doch er weigerte sich aus Hochmut. Er meinte zu wissen, worin der Befehl Allahs (s.w.t.) begründet lag und konnte diesen eben nicht nachvollziehen. Allerdings sollte klar sein, dass wenn Allah (s.w.t.) es nicht für nötig gehalten hat, etwas zu erklären oder näher zu beschreiben, es auch keiner Begründung für den Vollzug der Anordnung bedarf, abgesehen davon, dass der beschränkte Verstand eines Geschöpfes ohnehin nicht in der Lage ist, alles nachzuvollziehen.
Allah (s.w.t.), Der Allwissende und Allweise, will uns hierbei auf eine bestimmte Erkenntnis hinweisen, welche Iblis bewusst und aus Hochmut ablehnte. Diese Erkenntnis wird auch in Sure Al-Baqara, Aya 216, sehr deutlich, wo Allah, Der Allmächtige, spricht:
„Das Kämpfen ist euch als Pflicht auferlegt worden, auch wenn es euch zuwider ist. Doch es kann sein, dass euch etwas zuwider ist, was gut für euch ist, und es kann sein, dass euch etwas lieb ist, was schlecht für euch ist. Und Allah weiß, doch ihr könnt es nicht wissen.“
Es ist die Eigenschaft Allahs (s.w.t.) als Allwissender und einziger Gesetzgeber, was uns Muslime konzeptionell und rational dazu veranlasst, nach Seinen Gesetzen – ohne wenn und aber – zu handeln. Im Grunde erübrigen sich hiermit weitere Erklärungen im Grunde. Iblis war es, der aus Überzeugung diese Eigenschaften Allahs (s.w.t) in Frage stellte und aus Hochmut nicht akzeptierte.
Hierbei handelt es sich um eine fundamentale Konzeption des Islam. Sie ist Teil der islamischen ‚Aqida (Überzeugungsfundament) und ein Grundbaustein des Tauhid (reiner Monotheismus / Eingottglaube), da die Eigenschaft der Allwissenheit und die des Gesetzgebers zu den Attributen Allahs (s.w.t.) gehören, dessen bewusste und überzeugte Ablehnung zum Unglauben (Kufr) führt – möge Allah (s.w.t.) uns davor bewahren.
„Darum fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich; und gebt nicht Meine Zeichen um einen geringen Preis hin. Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – dies sind wahrlich die Ungläubigen.“ (Sure Al-Ma’ida, Aya 44)
Dem Verhalten von Iblis steht die beispielhafte und bekannte Verhaltensweise von Ibrahim (a.s.) und seinem Sohn Isma’il (a.s.) entgegen. Als nämlich Ibrahim (a.s.) einen Traum hatte, in dem Allah (s.w.t.) von ihm verlangte, seinen Sohn zu opfern, hat weder er selbst noch Isma’il (a.s.) sich geweigert, dem Befehl Allahs (s.w.t.) folge zu leisten. Vielmehr haben sie beide – aus Überzeugung – ohne zu zögern gehandelt, obwohl sie nicht die geringste plausible Erklärung dafür fanden. So sehnte sich Ibrahim jahrelang nach einem Nachkommen. Endlich schenkt ihm Allah einen Sohn und dann verlangt Er von ihm, diesen zu schlachten. Kann darin nach menschlichem Verstand irgendeine Logik gefunden werden?? Trotzdem haben sich Ibrahim und sein Sohn, diesem Befehl gehorcht, weil ihnen bewusst war, dass dieser Befehl von Gott, dem allwissenden Schöpfer stammt, und somit keiner logischen Erklärung bedarf. Es ist ein Beweis der Gottergebenheit, sich in so einem Fall bedingungslos zu fügen.
„Dann gaben Wir ihm die frohe Botschaft von einem sanftmütigen Sohn. (101) „Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sagte er: „“O mein Sohn, ich sehe im Traum, daß ich dich schlachte. Nun schau, was meinst du dazu?““ Er sagte: „“O mein Vater, tu, wie dir befohlen wird; du sollst mich – so Allah will – unter den Geduldigen finden.““ (102) „Als sie sich beide (Allahs Willen) ergeben hatten und er ihn mit der Stirn auf den Boden hingelegt hatte, (103) “ da riefen Wir ihm zu: „“O Abraham, (104) „“du hast bereits das Traumgesicht erfüllt.““ So belohnen Wir die, die Gutes tun. (105) „Wahrlich, das ist offenkundig eine schwere Prüfung. (106) Und Wir lösten ihn durch ein großes Schlachttier aus. (107) Und Wir bewahrten seinen Namen unter den künftigen Geschlechtern. (108) Friede sei auf Abraham! (109) So belohnen Wir die, die Gutes tun. (110) Er gehörte zu Unseren gläubigen Dienern.“ (Sure As-Saffat, Ayat 101-111)
Genau durch diese Einhaltung der Gebote und Verbote des Islam demonstriert der Muslim seine Dienerschaft, Ergebenheit und Unterwerfung gegenüber Allah (s.w.t.), außer Dem es keine Gottheit gibt! Ibrahim (a.s.) und sein Sohn Isma’il (a.s.) handelten konsequent stets nach der Erkenntnis eines gläubigen Dieners und waren vollkommen davon überzeugt, dass Allah (s.w.t.), Der Gewaltige und Allwissende, für Seine Diener nur das Beste bestimmt hat. Allah (s.w.t.) macht uns diesbezüglich mehrmals im Qur’an aufmerksam:
„und gedenkt der Gnade Allahs gegen euch und des Bundes, den Er mit euch schloß, als ihr spracht: „Wir hören und gehorchen.“ Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah weiß, was die Herzen verbergen.“ (Sure Al-Ma’ida, Aya 7)
Und auch in Sura an-Nur, Aya 51, spricht Allah (s.w.t.) über die Gläubigen:
„Doch die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit Er zwischen ihnen richten möge, ist nichts Anderes als „Wir hören und wir gehorchen.“ Und sie sind es, die Erfolg haben werden.“
Für uns Muslime und Träger der islamischen Botschaft bedeutet dies, falls wir auf solche Fragen eingehen müssen, dass wir stets versuchen sollen, die Diskussion auf die Beweisführung des Islam zu lenken, anstatt zu jedem Gesetz mit „logischen“ Argumenten Stellung nehmen zu wollen. Nachdem jemand von der islamischen ‚Aqida – der Existenz Allahs (s.w.t.), der Authentizität des Qur’an und von der Gesandtschaft Muhammads (s.a.s.) – überzeugt worden ist, erübrigt sich die weitere Debatte über den Sinn der einzelnen islamischen Gesetze. Denn Allah (s.w.t.) sagt im Qur’an in Sura Al-Ahzab, Aya 33 eindeutig:
„Weder ein gläubiger Mann noch eine gläubige Frau haben, wenn Allah und Sein Gesandter etwas entschieden haben, in ihrer Angelegenheit noch eine Wahl. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich in deutlichem Irrtum.“
Des Weiteren muss darauf hingewiesen werden, dass der Ursprung der Gesetzgebung des Islam und der des Westens zwei absolut verschiedene sind, was auch erklärt, warum solche Fragen überhaupt in den Diskussionen auftreten: Islam bedeutet Hingabe bzw. Unterwerfung, womit gemeint ist, dass derjenige, der den Islam auslebt, – der Muslim also – sich Allah (s.w.t.), Dem Schöpfer aller Dinge, ergibt und unterwirft, Ihm somit dient und schließlich erkannt hat, dass er weder aufgrund seines beschränkten Verstandes, noch seiner Neigungen und instinktiven Bedürfnisse das Recht hat, eine Gesetzgebung zu entwerfen. Dementsprechend bezeugt der Muslim auch, dass es keine Gottheit gibt – keinen Anbetungswürdigen, keinen Gesetzgeber, keinen, dem ganz bestimmte absolute Attribute zustehen – außer Allah (s.w.t.).
„Hast du nicht jene gesehen, die behaupten, an das zu glauben, was zu dir herabgesandt wurde und an das, was vor dir herabgesandt wurde; dennoch wollen sie die Götzen als Richter (Gesetzgeber) heranziehen, wo ihnen doch befohlen wurde, nicht an sie zu glauben; und wahrlich will der Teufel sie weit in die Irre führen!“ (Sura An-Nisaa‘, Aya 60)
„[…] Die Rechtsprechung (Gesetzgebung) liegt allein bei Allah. Befohlen hat Er, dass ihr keinem anderen dient, außer Ihm alleine. Das ist der wahrhaft richtige Din (Lebensordnung), jedoch wissen es die meisten Menschen nicht!“ (Sura Yusuf, Aya 40)
Während im Islam Allah (s.w.t.) entscheidet, was erlaubt (halal) und was verboten (Haram), was gut und was schlecht, was richtig und was falsch, was schön und was unschön ist, fordert indes die westlich-kapitalistische Ideologie genau das Gegenteil: nämlich, dass die Menschen sich ihre Neigungen und das Profit-Nutzen-Denken zur Grundlage ihrer Gesetzgebung und ihres Handlungsmaßstabs machen sollen, wovor uns Allah (s.w.t.) in Sura al-ma’ida, Aya 49, ausdrücklich warnt:
„[…] und folge nicht ihren Neigungen, und sei vor ihnen auf der Hut, damit sie dich nicht bedrängen und von einem Teil dessen, was Allah zu dir herabgesandt hat, wegtreiben. […]“
Und auch in Sura Al-Dschathiya, Aya 18, spricht Allah (s.w.t.):
„Alsdann brachten Wir dich auf einen klaren Weg in der Angelegenheit (des Din – der Lebensordnung). Drum folge ihr und folge nicht den Neigungen der Unwissenden.“
Die säkularistische Idee besagt, dass die Religion von den Staatsangelegenheiten getrennt werden soll; sprich Allah (s.w.t.), Der Herrscher über Himmel und Erde und was zwischen ihnen ist, soll nicht mehr das Entscheidungsrecht über das öffentliche Gesellschaftsleben der Menschen haben. Vielmehr soll der Islam auf die eigenen vier Wände beschränkt werden. Abgesehen davon, dass dies eine der größten Ungerechtigkeiten gegenüber Allah (s.w.t.), dem Absoluten, dem Unabhängigen, von dem alles abhängt, darstellt, ist es auch eine Ungerechtigkeit gegenüber dem Menschen selbst.
Es ist schon schlimm genug, dass eine Vielzahl von Menschen nicht einmal auf individueller Ebene des Lebens nach Seiner frohen Botschaft handeln, oder schlimmer noch, den Gesandten der Lüge bezichtigen und die Existenz Gottes ablehnen, obwohl Er (s.w.t.) sie erschaffen, ihnen ihr Leben und ihren Unterhalt geschenkt, dazu noch ein Paradies versprochen und vor einer Hölle gewarnt hat. Ferner verweigert man Allah (s.w.t.) das Ihm zustehende Recht, dass Seine universelle und für alle Menschen gerechte Gesetzgebung im Gesellschaftsleben und den zwischenmenschlichen Beziehungen umgesetzt wird.
„Aber nein, bei deinem Herrn, sie werden nicht eher gläubig sein, bis sie dich zum Richter in Allem erheben, was unter ihnen strittig ist, sie sodann in ihrem Herzen keine Bedenken mehr gegen deine Rechtsprechung hegen und sich vollends in Ergebenheit fügen.“ (Sura An-Nisaa‘, Aya 65)
Neben der Tatsache, dass Allah (s.w.t.) uns Muslimen auferlegt hat, nicht nur in unserem privaten Leben, sondern auch auf die Gesellschaft Seine Gesetze anzuwenden, sollten wir uns vor Augen führen, dass einzig und allein nur Seine Gesetze der Menschheit Harmonie und Zufriedenheit bescheren können.
Wenn man nur einmal das westliche System näher betrachtet, wird man erkennen, dass es nichts anderes als eine Zumutung für die Menschheit ist, bestehend aus subjektiv geprägten Meinungen einer bestimmten Menschengruppe. Denn die hoch gepriesene und schon fast vergötterte säkulare Regierungsform der Demokratie setzt voraus, dass das Volk die Souveränität über die Gesetzgebung inne hat und folglich entscheiden darf, was moralisch bzw. ethisch richtig oder falsch ist. Fakt ist jedoch, dass die Werte, Moral und Ethik einer säkularistischen Gesellschaft, die ja den Grundmaßstab zur Festlegung von Gesetzen bilden und – wie sie es behaupten – logisch und rational ergründet werden, sich im Laufe der Zeit und von Ort zu Ort wandeln und dementsprechend nie wirklich falsch oder richtig sind, bzw. sein können.
In der Soziologie wird dies als „Wandel der Gesellschaft“ oder „Prozess der Zivilisation“ bezeichnet, was nichts anderes meint, als dass die Werte und Normen einer säkularisierten Gesellschaft einem ständigen Wandel unterworfen sind. Dies ist nicht verwunderlich, da die Quelle der Erkenntnisse der von Menschen hervorgebrachten Ideologien entweder auf den historischen Erfahrungen (Empirismus) oder auf dem beschränkten Verstand (Rationalismus) der menschlichen Gesetzgeber basieren. Sie versuchen somit, die Eigenschaft Allahs (s.w.t.) als Gesetzgeber sich selber zuzuschreiben und sich somit über Ihn, Dem Gewaltigen, zu erheben. Dies führt zu Schirk (Vielgötterei), da dieses Attribut nur Ihm, dem Gepriesenen, zu steht.
„Wünschen sie etwa die Rechtsprechung aus der Zeit der Unwissenheit? Wer aber richtet besser als Allah für ein Volk mit wirklicher Einsicht?“ (Sura Al-Ma’ida , Aya 50)
Außerdem ist hier schon der erste große und fatale Fehler gemacht worden, da nicht nur das Denkfundament nicht tiefgründig überprüft worden ist, sondern darüber hinaus alle Erkenntnisse, die aus diesem Denkfundament entnommen werden. Ständig werden sie nämlich von der subjektiven Sicht und den Neigungen des Einzelnen beeinflusst. So liegen alle daraus folgenden Gesetzte und Werte „im Auge des Betrachters“. Wenn z.B. im Dschungel einem Kannibalen gesagt wird, dass das essen von Menschenfleisch falsch sei, wird dieser genau das Gegenteil behaupten, da er die für ihn daraus resultierenden Vorteile erkennt und nur wenige Nachtteile darin sieht.
Hingegen wird er vielleicht den im Westen lebenden Hobbyjäger als Barbaren bezeichnen, welcher Tiere erschießt, um deren Köpfe im Wohnzimmer als Trophäe aufzuhängen und den Rest des Körpers wegwirft, ohne vom Fleisch etwas zu verzehren. Aus dem Blickwinkel des Kannibalen, der vom Drang nach Nahrung getrieben wurde, Menschenfleisch zu essen, stellt das Hobbyjagen eine grobe Rechtswidrigkeit, ja sogar eine Verhaltensperversion dar.
Auf diese Weise können eine Vielzahl von Beispielen herangezogen werden, die untermauern, dass Gesetze eine komplexe und objektive Betrachtung benötigen, damit sie auch universell und für alle Menschen gerecht sein können. Über diese Komplexität und Objektivität verfügt jedoch niemand außer Allah (s.w.t.), Der Allmächtige, Schöpfer und Herrscher über alle Dinge. Nur Er ist fähig, Gesetzte hervorzubringen und festzulegen, die sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft gerecht sind. Es ist hierbei zweifelsohne verständlich, dass der Sinn vieler Gesetze auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich ist. Ein Kleinkind, das beim Arzt mit einer Spritze geimpft werden soll, versteht auch nicht, dass eine Impfung – auch wenn sie schmerzt – gut für ihn ist. Somit sollte es doch selbstverständlich sein, dass ein Mensch nicht alles nachvollziehen kann, was Allah (s.w.t.), Der mit unendlichem Abstand über mehr Wissen als der Mensch verfügt, an Gesetzen festgelegt hat.
Auch wenn der beschränkte Verstand des Menschen nicht jedes einzelne Gesetz nachvollziehen kann – genau wie auch Iblis nicht den Befehl zur Niederwerfung gegenüber Adam (a.s.) nachvollziehen konnte –, sind trotzdem alle Gesetze Allahs (s.w.t.) die besten, die für die Menschheit jemals auserkoren wurden. Nicht nur, dass sie der menschlichen Natur entsprechen und perfekt für ein harmonisches Leben abgestimmt sind; wurde die Gesetzgebung des Islam, die Schari’a, vom Schöpfer des Universums offenbart und für das harmonische Zusammenleben der Menschen erstellt. Wer könnte denn für die Menschen bessere Gesetzte erlassen, als Allah (s.w.t.), ihr Schöpfer?
Es gibt genügend Beispiele, die dies in der Realität bestätigen: Angenommen, ein Elektrogerät benötigt eine Bedienungsanleitung. Wer könnte eine bessere Bedienungsanleitung erstellen, als der, der das Gerät hergestellt hat und sich mit allen Details auskennt? Wer könnte besser entscheiden, was für die Funktion und die Lebensdauer des Geräts vorteilhaft bzw. nachteilig ist, als der Hersteller selber? Wer also könnte besser entscheiden, was für das Geschöpf gut oder schlecht ist, als sein Schöpfer höchstpersönlich?!
„Kennt Er den denn nicht, den Er erschaffen hat? Und Er ist der Nachsichtige, der Allkundige.“ (Sura Al-Mulk 67, Aya 14)
„Ist nicht Allah der gerechteste aller Richter?“ (Sura At-Tin, Aya 8)
Deswegen rufen wir alle Muslime dazu auf, der besten Gesetzgebung, der Gesetzgebung Allahs (s.w.t), wieder Geltung auf Erden zu verschaffen und an der Wiedererrichtung des rechtgeleiteten Kalifats mitzuarbeiten, das genau diese Gesetzgebung in der Gesellschaft implementieren wird!
Ihr Muslime, lasst uns dieser ehrenvollen Pflicht nachgehen, für deren Vernachlässigung Allah (s.w.t.) vor einer großen Strafe warnt! Lasst uns zusammen die ehrenhafte Aufgabe übernehmen, für die Allah (s.w.t.) einen schönen Platz im Paradies verspricht! Lasst uns zusammen dafür arbeiten, dass die Unrechtsherrscher und ihre Vasallen hinweggefegt werden und der Islam über alle anderen Weltanschauungen und Ideologien obsiegt! Sucht dabei Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet – wahrlich, Allah (s.w.t.) ist mit den Standhaften!
„Sprich: „Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten.“ Wenn ihr euch jedoch abwendet, so wisset, dass nur seine Bürde auf ihm ruht und eure Bürde auf euch. Und wenn ihr ihm gehorcht, seid ihr rechtgeleitet; doch dem Gesandten obliegt nur die deutliche Verkündung. Verheißen hat Allah denen von euch, die glauben und gute Werke tun, dass Er sie gewisslich zu Nachfolgern auf Erden machen wird, so wie Er die, welche vor ihnen lebten, zu Nachfolgern machte; und dass Er gewisslich ihren Din (den Islam) befestigen wird, den Er für sie gutgeheißen und auserwählt hat; und dass Er gewisslich ihre Furcht in Sicherheit verwandeln wird: Nur Mir alleine dienen sie und sie stellen Mir nichts zur Seite. Wer danach aber leugnet, so sind dies wahrlich die Frevler.“ (Sura An-Nur, Ayat 54-55)