Es ist das Ziel des Menschen, Ruhe und Zufriedenheit zu erlangen, sich keine Sorgen machen zu müssen, Geld zu verdienen, Kinder zu kriegen etc. und einfach glücklich zu sein.
Es ist das Ziel des Menschen, Ruhe und Zufriedenheit zu erlangen, sich keine Sorgen machen zu müssen, Geld zu verdienen, Kinder zu kriegen etc. und einfach glücklich zu sein.
Dies ist es, wofür der Mensch arbeitet und worüber er sich Tag für Tag Gedanken macht. Der Mensch strebt instinktiv nach diesen Dingen und seinem Glück.
Der Islam wendet sich nicht gegen dieses Streben, denn es ist menschlich. Jedoch regelt er es so, dass der Mensch nicht allein auf der Basis von Instinkten handelt, um diese zusammen mit seinen organischen Bedürfnissen zu befriedigen. Man soll auch nicht bestimmten Instinkten folgen, indem andere Instinkte und Bedürfnisse unterdrückt werden. Die Frage hierbei ist aber nicht, wie viele man von ihnen befriedigt, sondern wie man es tut. Stimmt der Weg der Befriedigung mit den Geboten und Verboten des Schöpfers überein?
Tatsache ist, dass man nicht behaupten darf, dass der Trieb einen dazu zwinge, eine Handlung auszuführen, die der Islam nicht erlaubt. Denn die Menschen sollen nicht wie die Tiere leben, die nur ihren Bedürfnissen und Instinkten, mit denen Allah (t) sie erschaffen hat, folgen können. Im Tierreich erfolgt alles nach einem instinktgesteuerten Ablauf, ohne dass ein Verstand eingreifen könnte. Wird beispielsweise ein Mensch betäubt und wacht in einem Raum auf, in welchem er nichts als einen Tisch mit Nahrungsmitteln darauf vorfindet, wird er sich als Erstes fragen, wo er sich befinde und wie er an diesen Ort gekommen sei. Kommt hingegen ein Esel in dieselbe Situation, wird er auf den Tisch zugehen und fressen, denn das, was ihn in diesem Moment antreibt, ist sein Bedürfnis zu essen. Trotz des Hungers, den der Mensch in dieser Situation empfindet, wird das Essen nicht seine erste Handlung sein. Hierin liegt der entscheidende Unterschied, denn Allah (t) hat dem Menschen einen Verstand gegeben, den dieser demnach auch benutzen muss. Das bedeutet, dass man seine Triebe und organischen Bedürfnisse nach den Bedingungen Allahs (t) befriedigen muss und sich diesen nicht einfach so hingeben und nach ständiger Befriedigung suchen darf, um darin sein Glück zu finden.
Abu Ya’la Schaddad Ibn Aus (r) berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) sagte:
„Scharfsinnig ist derjenige, der sich selbst kritisch betrachtet und nach dem strebt, was ihm nach dem Tode zum Wohl gereichen wird; und schwachsinnig ist derjenige, der Sklave seiner Begierden bleibt, und von Allah nur die Erfüllung seiner Wünsche erbittet.“ (At-Tirmidhi)
Einem Muslim geht es folglich nicht um die maximale Befriedigung seiner Instinkte und Bedürfnisse. Erreicht man durch die Fixierung auf die Triebe und Bedürfnisse überhaupt dauerhafte Zufriedenheit und Ruhe?
Aus Sicht des Muslim ist diese Frage eindeutig mit Nein zu beantworten, da er nicht für das Diesseits lebt. Seine Vorstellung von Glück ist unzertrennlich an das Wohlgefallen Allahs (t) gebunden. Er ist es, Der den Menschen erschaffen hat und somit weiß, wie der Mensch seine Instinkte und Bedürfnisse zu befriedigen hat. Allah (t) hat dem Menschen Regeln auferlegt, auf dass der Mensch sie befolgt, damit es ihm gut geht und er das Paradies erlangt, und für dieses Glück ist das Wohlgefallen Allahs (t) eine unbedingte Voraussetzung. Also lässt man sich von den Gesetzen Allahs (t) leiten.
Bevor ein Muslim irgendeine Handlung ausführt, muss er wissen, ob es gestattet ist, diese auszuführen oder nicht. Und wenn er es nicht weiß, dann muss er die Handlung so lange unterlassen, bis er die Information hierüber erhalten hat. Wenn er alle Handlungen im Einklang mit dem Islam ausführt – wie schwierig seine Umstände auch sein mögen – erreicht er Zufriedenheit, Ruhe und Glück. Denn das Glücksgefühl besteht für einen Muslim in dem Bewusstsein, alles nach dem Wohlgefallen Allahs (t) auszurichten. Daher muss sich jeder aufrichtige Muslim fragen, wie es in seinem Fall um das Wohlgefallen Allahs (t) steht.
Die guten Taten eines Muslim werden nur gezählt, wenn man sie ausschließlich um des Schöpfers Willen vollzieht. Hierbei spielt es keine Rolle, ob jemand selbst oder ein anderer einen Nutzen daraus zieht.
Umar Ibn al-Khattab (r) berichtet: Ich hörte den Gesandten Allahs (s) sagen:
„Die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen (gebührt), was er beabsichtigt hat. Wer also seine Auswanderung um Allahs und Seines Gesandten Willen unternahm, dessen Auswanderung war für Allah und dessen Gesandten, und wer seine Auswanderung unternahm, um im Diesseits etwas zu erreichen oder um eine Frau zu heiraten, dessen Auswanderung war für das, dessentwegen er ausgewanderte.“ (Al-Bukhari und Muslim)
Von Abu Umama al-Bahiliyy (r.) wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.) sprach:
„[…] Allah nimmt von den Taten nur jene an, die allein für Ihn, um Sein Antlitz willen, verrichtet wurden.“ (al-Nasa’iyy und Abu Dawud)
Man muss sich allerdings bewusst sein, dass Allah (t) dem Menschen Prüfungen auferlegt hat und es dadurch nicht immer leicht ist, Sein Wohlgefallen zu erlangen.
Abu Huraira (r) berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) sagte:
„Der Gläubige, ob Mann oder Frau, wird immer wieder geprüft werden, am eigenen Leib, an seinen Nachkommen und an seinem Gut, bis er ohne Sünde Allah, dem Erhabenen, gegenübersteht.“ (At-Tirmidhi)
Der Mensch kann alle seine Instinkte und Bedürfnisse befriedigen, doch muss er dies in Einklang mit dem islamischen Glauben tun. Nur darin liegt das dauerhafte Glück im Islam.