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Sahaba Geschichten Ammar bin Yasir

In einem Hadith des Propheten Muhammad (s) heißt es: „Meine Sahaba sind wie die Sterne. Wem immer ihr von ihnen folgt, ihr erlangt Führung.“

In einem Hadith des Propheten Muhammad (s) heißt es: „Meine Sahaba sind wie die Sterne. Wem immer ihr von ihnen folgt, ihr erlangt Führung.“
Dieser Hadith zeigt die einzigartige Stellung, die die Sahaba im Islam genießen, und ihre Vorbildfunktion, die sie für die Muslime tragen. Ein Beispiel hierfür ist die Familie Al-Yasir, die, obwohl sie zum ärmeren und schwächeren Bevölkerungsteil Mekkas gehörte, mit bewundernswerter Kraft und Geduld bis zum Schluss am Islam festhielt.
Der Vater, Yasir bin Amir, war ursprünglich vom Jemen nach Mekka gezogen, um nach einem Bruder, den er in der Wüste Mekkas verschollen glaubte, zu suchen. Er gehörte demnach weder Stamm noch Sippe an, deren Schutz er hätte in Anspruch nehmen können, kam jedoch zunächst als Gast, wie es der Brauch war, bei dem Mekkaner Abu Hudaifa unter. Dieser verheiratete ihn später mit einer seiner Sklavinnen, Sumayya, und aus dieser Ehe stammt ihr gemeinsamer Sohn Ammar. So war diese Familie genau wie viele andere Muslime den Verfolgungen des Stammes Quraisch schutzlos ausgeliefert, welche nichts unversucht ließen, um sowohl den Gesandten Muhammad (s) als auch die Muslime vom Islam abzubringen, wobei ihnen jedes Mittel Recht war.
Was Muhammad (s) betraf, wendeten sie zunächst „friedliche“ Mittel an, indem sie ihn mit der erhofften Überredungskunst seines Onkels Abu Talib an der Verbreitung der Botschaft des Islam zu hindern versuchten. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Versuchen der Verleumdung und Beleidigung des Propheten (s) und nach Kompromissvorschlägen, die ihm von seiten der Quraisch angeboten wurden und die der Prophet alle ablehnte, griffen sie zu härteren Maßnahmen über. Nach der Bildung einer Abordnung der Quraisch von fünfundzwanzig Mann, mit Abu Lahab an ihrer Spitze, beschlossen sie die gezielte Verfolgung und Folterung der zum Islam Übergetretenen. Dabei waren die Armen und Schwachen den Peinigern schutzlos ausgeliefert, wie z. B. Sklaven und Muslime, die keinem mekkanischen Stamm angehörten, so etwa die Familie Al-Yasir. Ammar gehörte zu den ersten Anhängern des Islam, weil er wie die übrigen Sahaba von Anfang an aufgrund verstandesmäßiger Überlegungen von der Falschheit der vorherrschenden Wertvorstellungen und Konzepte und der Richtigkeit der islamischen Aqida überzeugt war.
Und er führte wie die übrigen Sahaba den Muslimen in beispielhafter Form vor, wie ernst die islamische Botschaft genommen wurde, mit dem einzigen Ziel, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen, ohne irgendwelche möglichen Konsequenzen zu fürchten. Im Gegenteil, die meisten der Sahaba strebten ihr Leben lang nach einem Tod als Märtyrer, ein Wunsch, der vielen von ihnen auch erfüllt wurde. Angesichts der gegenwärtigen Lage der Muslime, die bei Befürchtung harmlosester Folgen auf islamische Pflichtgebote verzichten, wie z. B. der mögliche Verlust des Arbeitsplatzes bei Verrichtung des Freitagsgebetes, das Abnehmen des Kopftuches, um einen Arbeitsplatz zu finden, muss es den Muslimen zu denken geben. Furcht vor Konsequenzen und Kompromissbereitschaft unter verschiedensten Vorwänden hat sich heutzutage bei vielen Muslimen in vielen Bereichen durchgesetzt.
Doch die Konsequenzen für die ersten Muslime waren hart. Was die Familie Al-Yasir betrifft, so wurde sie unerträglicher Folter ausgesetzt, indem sie z. B. unter der glühenden Mittagshitze in die Wüste Mekkas hinausgebracht wurde, um die Abkehr vom Islam und die Verleugnung Allahs (t) und Seines Gesandten zu erzwingen. Doch sie hatten bei ihr keinen Erfolg, denn gerade sie ist für ihre Standhaftigkeit, Geduld und unerschütterliche Glaubensüberzeugung in die islamische Geschichte eingegangen. So ist Sumayya (r) als erste Märtyrerin des Islam bekannt geworden, denn sie wollte bis zuletzt nicht auf die Forderung ihrer Peiniger eingehen, wofür sie von Abu Gahl mit einer Lanze erstochen wurde. Ebenso erging es ihrem Mann Yasir.
Berühmt sind die Worte des Propheten (s), die er an diese bewundernswerte Familie richtete, wenn er die Folterung seiner Gefährten beobachtete: „Geduld Al-Yasir! Euch ist die Ganna versprochen.“ Und Sumayya (r) antwortete darauf: O Gesandter Allahs, ich sehe sie schon vor mir.
Was Ammar betraf, konnte auch er den Folterungen zunächst standhalten, doch von ihm wollten seine Peiniger nicht eher ablassen, bis er die von ihnen verlangten Worte zur Abkehr vom Islam aussprach, nachdem er die Ermordung seiner Eltern mitansehen und jede erdenkliche Art von Folter über sich ergehen lassen musste. Obwohl er im Herzen noch genauso vom Islam überzeugt war wie zuvor und die Verleugnung des Islam erzwungen wurde, quälte ihn sein schlechtes Gewissen, denn er glaubte, sich mit seinen Worten zum Kafir gemacht zu haben. Doch der Prophet konnte ihn beruhigen, und anlässlich dieses Ereignisses wurde die Aya herabgesandt: „Wer Allah verleugnet, nachdem er geglaubt hat – den allein ausgenommen, dar (dazu) gezwungen wird, während sein Herz im Glauben Frieden findet –, auf jenen aber, die ihre Brust dem Unglauben öffnen, lastet Allahs Zorn.“ (16:106)
Obwohl sich die ungläubigen Bewohner Mekkas jede erdenkliche Mühe gaben, die Muslime vom Islam abzubringen, blieben die Sahaba standhaft. Sie zogen es vor, für den Islam die Leiden hinzunehmen, ihr Vermögen, ihr Heim, ihre soziale Stellung usw. aufzugeben. Folter, Boykott und Ausschluss aus der mekkanischen Gesellschaft konnten sie nicht dazu bringen, noch einmal zur Vielgötterei, den falschen Konzepten und dem ungerechten Gesellschaftssystem zurückzukehren. Das islamische Glaubensfundament und die islamischen Ideen hatten aus den Sahaba starke islamische Persönlichkeiten gemacht, die die islamische Aqida vollkommen verinnerlicht hatten und dementsprechend handelten. Sie verkörperten den Islam sowohl nach innen als auch nach außen, so dass der Prophet (s) einmal über Ammar sagte: Wahrlich, Ammar ist durchdrungen vom Iman, bis in seine Knochen hinein.
Das Umsetzen und Verbreiten der islamischen Botschaft, die Dawa, hatten oberste Priorität. Der Prophet und seine Gefährten besaßen die Eigenschaften, die ein Muslim angesichts der gegenwärtigen Lage der Muslime auch heute bzw. gerade heute haben sollte. Mit ihrer Standhaftigkeit, Ausdauer, Kompromisslosigkeit und dem Mut, Herausforderungen ohne Furcht vor Konsequenzen entgegenzutreten, haben sie den Muslimen vorgelebt, wie heutigen Angriffen und Herausforderungen entgegenzuwirken ist. Der Kampf und die Angriffe gegen den Islam und die Muslime haben sich bis heute nicht geändert, allein die Mittel und Formen der Angriffe.
Wie alle Sahaba blieb Ammar bin Yasir ein aufrichtiger und dem Propheten (s) nahe stehender Gefährte, dessen starken Iman er immer bewunderte. Er zog mit dem Propheten nach Medina und beteiligte sich aktiv am Aufbau einer islamischen Gesellschaft und des Islamischen Staates. Ebenso war er bei allen bedeutenden Schlachten dabei, wie bei Badr, Uhud, den Ridda-Kämpfen und gegen die persischen und byzantinischen Streitmächte. Umar ibn al-Hattab sandte ihn unter seinem Kalifat als Gouverneur nach Kufa, wo er gemäß der Scharia regierte. Noch im hohen Alter von über neunzig Jahren nahm er an seiner letzten Schlacht teil und starb dort als Märtyrer.