Der folgende Artikel ist von der antiimperialistischen Koordination auf www.antiimperialista.com veröffentlicht worden. Jedem Muslim spricht er wirklich aus der Seele.
Der folgende Artikel ist von der antiimperialistischen Koordination auf www.antiimperialista.com veröffentlicht worden. Jedem Muslim spricht er wirklich aus der Seele.Deswegen erlaubt sich kalifat.com, ihn unverändert seinen Lesern zu präsentieren.
Pressefreiheit ja, aber nur für die Hetze gegen den IslamOder: mit zweierlei Maß
Schon lange hat Europa sich nicht als so sehr um die Meinungsfreiheit bemüht gegeben. Doch diese Freiheit reduziert sich darauf, den Kulturkrieg gegen die islamisch-arabische Welt ungehindert führen zu können.
Szenenwechsel: Als am 4. Februar in München mehrere tausend Demonstranten gegen die Nato-Tagung marschieren, untersagte die Polizei ein Plakat, das US-Präsident Bush als Kriegsverbrecher bezeichnete. Mehrere dutzend Menschen, die sich das Recht auf Meinungsäußerung nicht nehmen lassen wollten, wurden verhaftet. In den Regimemedien suchte man vergeblich nach den Verteidigern der Meinungsfreiheit. Die Willfährigkeit erweist sich als so groß, dass sich nicht einmal für Berichterstattung Platz findet.
Das mag als Einzelfall abgetan werden. Tatsache ist jedoch, dass im Zuge des Terrorkrieges systematisch demokratische Rechte abgebaut werden. Kritik am Kriegsregime wird in die Nähe von Terror gerückt, politische Unterstützung für den Widerstand der arabisch-islamischen Völker gegen Krieg und Besatzung wird gar kriminalisiert.
Die EU-Liste „Terroristischer Organisationen“ stempelt beispielsweise alle bewaffneten Palästinenserfraktionen als Terroristen ab und negiert damit die UN-Charta, die bewaffneten Widerstand gegen fremde Besatzung ausdrücklich rechtfertigt.
Insbesondere sind aber Moslems betroffen, die unter Generalverdacht stehen. Guantanamo und andere US-Folterlager, wo Moslems ohne Recht auf einen Prozess wie Tiere gehalten werden, sind nur die Spitze des Eisbergs. Nicht nur, dass Europa mit den USA bei der Schaffung dieser Kategorie von „Untermenschen“ kooperiert. In den Institutionen, im Medienapparat, in der Zivilgesellschaft breitet sich eine Islamophobie aus. Auch Europa beteiligt sich am Kulturkampf gegen den Islam. Hier vermeint man die Aufklärung zu verteidigen. Wie total der Konsens ist, zeigt der Slogan, den die FPÖ vor kurzem im Wiener Wahlkampf affichieren lies: „Freie Frauen statt Kopftuch“. Von der KPÖ bis zu den Altrechten am Rande der FPÖ können sich alle damit identifizieren.
Aber auch der Ausschluss der französischen Unterschichtenmädchen, die das Kopftuch tragen, aus den öffentlichen Schulen, fand von ganz links bis ganz rechts Zustimmung – während die Eliten ihre Sprösslinge in vom ach so laizistischen Staat mitfinanzierte katholische und jüdische Privatschulen schicken.
Die den islamischen Religionsstifter verhöhnenden Karikaturen sind keineswegs ein einzelner Fehlgriff eines rechtsrechten Blattes. Dieses wurde von der dänischen Regierung, die fest auf der Seite des US-Kriegszuges steht und auch Soldaten im Irak hat, gegen Proteste in der typischen Arroganz des Westens langte Zeit gedeckt. Die Karikaturen bringen in einem gewissen Sinn die kulturkriegerische Position des Kopenhagener Regimes zum Ausdruck. Und es ist kein Zufall, dass eine ganze Reihe von großen europäischen Zeitungen liberaler oder konservativer Provenienz, die Karikaturen aus „Solidarität“ nachdruckten und nun heuchlerisch von der Pressefreiheit schwadronieren.
Die islamische Welt hat allen Grund und alles Recht gegen die Schändung ihrer Religion zu protestieren – und wir sprechen den Volksmassen in den Straßen unsere Solidarität aus.
Doch um diese Solidarität und Unterstützung verständlich zu machen, muss der Kontext aufgezeigt werden, und zwar nicht nur der europäische, sondern der globale. Die Verhöhnung des Propheten steht stellvertretend für die Unterdrückung der nach vielen hunderten Millionen zählenden islamischen Massen durch den westlichen Imperialismus und insbesondere durch die USA und Israel.
Der Westen spricht von der Verteidigung seiner Werte einschließlich der Meinungsfreiheit, aber diese werden weder den Palästinensern noch den Irakern zugestanden. Wer dennoch für seine elementare Menschenrechte eintritt, nämlich das auf nationale Selbstbestimmung, ist Terrorist und damit „enemy combatant“, also Untermensch, dem keine Rechte zukommen. Damit der unentrinnbare Zirkel perfekt.
Der Westen gefällt sich als tolerant. Doch diese Toleranz habe Grenzen, heißt es allenthalben, Grenzen, die durch die „demokratischen Spielregeln“ festgelegt würden. Wer diese nicht akzeptiere, müsse mit eiserner Faust bekämpft werden. Doch diese Spielregeln schließen die Hinnahme der globalen Ungleichheit, der politisch-militärischen Herrschaft des Westens, seines Kulturimperialismus mit ein. So wird dann auch die Besatzung des Iraks zum Export der Demokratie. Ganz nach antik-griechischem Vorbild reduziert sich die Demokratie auf eine Elite, nämlich die kapitalistische Oligarchie und die an sie gebundenen westlichen Mittelschichten. Die Verdammten dieser Erde bleiben vor verschlossenen Türen hinter denen das Gelage stattfindet. Es handelt sich um die Demokratie der Sklavenhalter, in der sich diese selbst dafür beweihräuchern, dass sie ihre Sklaven gut behandeln –solange sie sich eben an die „demokratischen Spielregeln“ halten, nämlich den Mund zu halten und sich widerstandslos ausbeuten zu lassen.
Nicht nur der Zorn der Muslime ist legitim, sondern auch ihr Widerstand. Er klopft nicht nur von außen an die Festung Europa, sondern – wie man kürzlich an den französischen Vorstadtrevolten eindrücklich sehen konnte – es hebt die Sklavenrevolte auch in ihrem Inneren an.
Dass der Aufstand der Verdammten dieser Erde eine religiös-kulturelle Form annimmt, macht ihn seinen potentiellen Verbündeten im Westen, nämlich den Verlierern des entfesselten Kapitalismus, schwer verständlich. Gewisse Elemente in den prowestlichen Eliten der islamischen Länder versuchen sogar gezielt vom politischen Aspekt der Proteste abzulenken, vom Imperialismus wegzulenken und zum Dampfablassen zu missbrauchen.
Wir betrachten es daher als unsere Aufgabe die religiös verschlüsselte Botschaft für europäische Ohren zu übersetzen.
Es geht keineswegs um die Forderung nach Zensur und Einschränkung der Pressefreiheit, sondern um die Wiederherstellung der umfassend geschändeten Menschenwürde der Muslime, letztlich um die Gewährung der selben Freiheiten an die islamische Welt. Frieden ist nur auf der Basis von Gerechtigkeit möglich. Daher fordern wir im Sinne der Bewegung:
Schluss mit dem Kreuzzug gegen den Islam!
Selbstbestimmung für die islamisch-arabische Welt!
Schluss mit der Besatzung im Irak und Palästina!
Keine Unterordnung Europas unter den US-Terrorkrieg!
Nieder mit dem Amerikanischen Reich!
Antiimperialistische Koordination