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Allgemein Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer

„Markante Konzentration“ bei Vermögen: Ein Prozent hält Viertel des Geldvermögens

„Markante Konzentration“ bei Vermögen: Ein Prozent hält Viertel des GeldvermögensLaut dem aktuellen Sozialbericht des österreichischen Sozialminsiteriums herrscht in Österreich (in Deutschland und anderen westlichen Ländern ist die Kluft noch größer) weiterhin große Ungleichheit bei der Verteilung von Einkommen und Geldvermögen: Ein Prozent der Haushalte verfügt über mehr als ein Viertel des gesamten privaten Geldvermögens. Mehr als zwei Drittel liegen dagegen unter dem Durchschnitt. Auffallend auch: Die Lohneinkommen wachsen deutlich geringer als die Erträge aus Vermögen. Doch auch zwischen den Lohneinkommen gibt es eine große Kluft.
Die Verteilung des Volkseinkommens hat sich in den vergangenen Jahren von den Lohneinkommen zu den Gewinn- und Vermögenserträgen verschoben. Das geht aus einem kürzlich präsentierten Sozialbericht des österreichischen Sozialministeriums hervor.
Gleichzeitig nahmen die Einkommensunterschiede zu: Auf die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen entfielen 2006 lediglich 2,2 Prozent der gesamten Bruttobezüge, auf die 20 Prozent mit den höchsten Lohneinkommen hingegen 46,7 Prozent. D. h. die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung bekommen nur 2,2 Prozent des gesamten Volkseinkommens, während die reichsten 20 Prozent fast die Hälfte davon erhalten. Zudem verdienten Frauen um ein Drittel weniger als Männer.
Beim Geldvermögen spricht der Sozialbericht sogar von einer „markanten Konzentration“. Über die Vermögensverteilung gibt es allerdings keine angemessenen Statistiken. Fest steht jedoch, dass Geldvermögen wesentlich „ungleicher“ verteilt ist als Einkommen.
74 Prozent unter dem DurchschnittEine große Mehrheit (74 Prozent) der privaten Haushalte hat nur eine unterdurchschnittliche Geldvermögensausstattung, nur eine Minderheit (26 Prozent) verfügt über ein überdurchschnittliches Geldvermögen.
Ein Prozent hat ein Viertel des GeldvermögensDas reichste Prozent der Haushalte hält 27 Prozent des gesamten Geldvermögens. Das oberste Promille (0,1 Prozent) besitzt über acht Prozent des gesamten Geldvermögens und damit gleich viel wie die gesamte untere Hälfte (d. h. 50 Prozent) der Haushalte.
Vermögenserträge wachsen stärkerBeim Einkommen gab es eine Verschiebung von den Lohneinkommen zu den Gewinn- und Vermögenserträgen. Das Volkseinkommen, das aus Arbeitsentgelten sowie Gewinn- und Vermögenserträgen besteht, wuchs zwischen 1996 und 2006 jährlich um 3,6 Prozent, die Arbeitnehmerentgelte hingegen nur um 2,8 Prozent und die Unternehmens- und Vermögenserträge um 5,4 Prozent.Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Lohnquote (Lohnanteil am Volkseinkommen): Dieser Wert ging seit 1978 von 78,7 Prozent bis 2007 auf 66,6 Prozent zurück.
Große Kluft bei LohneinkommenAber auch innerhalb der Lohneinkommen bestehen enorme Unterschiede. 2006 entfielen laut Lohnsteuerstatistik auf die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen lediglich 2,2 Prozent der gesamten Bruttobezüge und auf die 20 Prozent mit den höchsten Lohneinkommen ganze 46,7 Prozent. Durch die Lohnsteuer wird die Ungleichheit bei den Einkommen allerdings etwas gemildert.
Schere Männer – Frauen weit offenUnverändert weit geöffnet ist auch die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen. Die Einkommen der Frauen betragen im Durchschnitt 67 Prozent der Männereinkommen. Dabei sind die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede gerade im untersten Einkommensviertel (39,4 Prozent) fast zehn Prozentpunkte größer als im dritten Viertel (30,9 Prozent).
Bericht des ORF am 26. 1. 2009