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Allgemein Die Absicht hinter der Einführung des islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Schulfach

Die Teilnahme von Muslimen an der Islamkonferenz war nie etwas anderes als ein Instrument der deutschen Integrationspolitik. Hierbei geht es hauptsächlich um die Frage, wie man die Muslime in Deutschland integriert, ohne dass ihnen die mit der Integration einhergehenden Distanzierung vom Islam bewusst wird? Denn die eigentliche Gefahr sieht Deutschland nicht im Terrorismus, sondern grundsätzlich im Islam.

Der diesjährigen Islamkonferenz ging die Kritik muslimischer Verbände voraus, Innenminister Hans-Peter Friedrich stelle die eigenen Sicherheitsfragen in den Mittelpunkt. Es sei kein gleichberechtigter Dialog mehr auf einer Augenhöhe. Diese Kritik kommt reichlich spät, denn aus keinem anderen Grund hatte der ehemalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Islamkonferenz 2006 ins Leben gerufen. Die Teilnahme von Muslimen an der Islamkonferenz war nie etwas anderes als ein Instrument der deutschen Integrationspolitik. Hierbei geht es hauptsächlich um die Frage, wie man die Muslime in Deutschland integriert, ohne dass ihnen die mit der Integration einhergehenden Distanzierung vom Islam bewusst wird? Denn die eigentliche Gefahr sieht Deutschland nicht im Terrorismus, sondern grundsätzlich im Islam.
Im März 2008 sprach sich Schäuble vor dem Hintergrund der Islamkonferenz für die Einführung des islamischen Religionsunterrichts „als ordentliches Unterrichtsfach in deutscher Sprache an öffentlichen Schulen“ aus. Seine Intention war sicherlich nicht, den Muslimen in ihrem Wunsch nach religiöser Entfaltung entgegenzukommen, sondern mit dem Islamunterricht an Schulen ein weiteres Instrument der Kontrolle und der Manipulation einzuführen.
Für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts fehlten alle Voraussetzungen. Zum einen gibt es bis heute keine anerkannte islamische Religionsgemeinschaft in Deutschland. Eine staatlich anerkannte islamische Religionsgemeinschaft wäre aber eine Bedingung, um den Islamunterricht als ordentliches Schulfach überhaupt einführen zu können. Da im Grundgesetz die Religionsfreiheit verankert ist, darf nicht das Land über die religiöse Kompetenz von Religionslehrern entscheiden. Nur die Religionsgemeinschaften haben das Recht dazu, über die Eignung von Religionslehrern und auch über Unterrichtsinhalte zu entscheiden. Im Falle des katholischen oder evangelischen Religionsunterrichts tun das die Kirchen. Das heißt, dass islamische Religionslehrer gar nicht eingesetzt und Unterrichtsinhalte gar nicht festgelegt werden können, weil keine anerkannte islamische Religionsgemeinschaft existiert. Abgesehen davon, dass die Institution fehlt, islamische Religionslehrer einzusetzen, gibt es noch gar keine regulär ausgebildeten Lehrer.
Trotz fehlender Anerkennung einer islamischen Religionsgemeinschaft und fehlender islamischer Religionslehrer mit Examen hat man den islamischen Religionsunterricht eingeführt. In Nordrhein-Westfalen gibt es den islamischen Religionsunterricht als ordentliches Schulfach seit dem Schuljahr 2012/13.
Man sollte kritisch fragen, warum man im Falle des islamischen Religionsunterrichts gesetzliche Übergangslösungen gefunden hat, um ihn einzuführen, während man muslimischen Schülern verwehrt, das Gebet auf dem Schulgelände zu verrichten. Man bietet ihnen den islamischen Religionsunterricht als ordentliches Schulfach an, verweigert ihnen gleichzeitig aber einen ordentlichen Gebetsraum. Und wie glaubhaft kann ein islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen sein, wenn man muslimischen Lehrerinnen zur gleichen Zeit das Tragen des Kopftuchs verbietet.
Die Intention ist nicht, den muslimischen Kindern ihren Glauben zu vermitteln und sie zu frommen Muslimen zu erziehen, die artig in die Moschee gehen, sondern schlichtweg ihre Integration. Dies entspricht der Aussage Allahs (t) im Koran:
„Mit dir werden weder die Juden noch die Christen zufrieden sein, bis du ihrem Bekenntnis gefolgt bist.“ (Sura 2, Aya 120)
Der ehemalige Innenminister Thomas de Maizière machte auch kein Geheimnis aus den Motiven. Auf der Islamkonferenz im Februar 2011, in der es explizit um die Frage nach der Einführung des islamischen Religionsunterrichts ging, sagte De Maizière: „Nach Angaben des Wissenschaftsrats werden derzeit an deutschen Schulen circa 700.000 muslimische Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das ist eine gewaltige Zahl. Diesen Schülerinnen und Schülern einen Islamunterricht in deutscher Sprache als ordentliches Lehrfach anzubieten – das wäre ein wertvoller Beitrag zur Integration.“ Im Kern geht es bei der Integration um eine bestimmte Idee, die vermittelt werden soll, nämlich um die Idee des säkularen Staates. De Maizière betonte in seiner Rede auf der Islamkonferenz, dass es nur wenige Muslime seien, die die säkulare Idee ablehnten. Die Mehrheit der Muslime in Deutschland stamme jedoch „aus Ländern mit einer langen Tradition der Säkularisierung wie zum Beispiel der Türkei oder Bosnien“. In Wahrheit ist es aber jene Ablehnung der Idee von der Trennung von Staat und Religion, der man mit dem islamischen Religionsunterricht vor allem entgegenwirken will. So sagte De Maizière: „Ich bin insgesamt optimistisch, dass wir mit dem bewährten Staatskirchenrecht auch die Integration des Islam in unsere Rechtsordnung gewährleisten können.“ Im Idealfall soll der islamische Religionsunterricht die Idee von der Scharia und dem Kalifat bei der neuen Generation der Muslime gar nicht erst entstehen lassen. Man will bei den muslimischen Schülern das eigene Bild vom Islam prägen und sich die Muslime zurechterziehen.
Um bei den Muslimen jede Skepsis zu beseitigen und ihr Vertrauen zu gewinnen, hat man sich bei der Einführung des Islamunterrichts die Muslime mit ins Boot geholt, obwohl es, wie erwähnt, gar keine staatlich anerkannte islamische Religionsgemeinschaft gibt. Denn nur so kann der islamische Religionsunterricht von Muslimen ebenso akzeptiert werden wie der Islamunterricht in den Moscheen. Dem Staat ist bewusst, dass er hierbei auf die Mitarbeit der Moscheen und deren Zustimmung angewiesen ist. Die Moscheegemeinden müssen den islamischen Religionsunterricht quasi absegnen, um jedes Misstrauen bei den Muslimen im Keim zu ersticken und sie für den islamischen Religionsunterricht zu gewinnen.
„Mit dir werden weder die Juden noch die Christen zufrieden sein, bis du ihrem Bekenntnis gefolgt bist. Sprich: ‚Wahrlich, die Rechtleitung Allahs ist die einzig wahre Rechtleitung.‘ Und wenn du ihrem Ansinnen folgst, nachdem zu dir das Wissen gekommen ist, so wirst du vor Allah weder Freund noch Helfer haben.“ (Sura 2, Aya 120)
Längst haben sich Muslime in Deutschland zu Komplizen der Integration machen lassen, die nichts anderes anstrebt, als die Muslime vom Islam zu entfremden und sie mit säkularen Ideen vertraut zu machen. Einer dieser Komplizen ist Mouhanad Khorchide. Er ist Leiter des Zentrums für Islamische Theologie in Münster. Es ist eines von mehreren Zentren für Islamische Theologie, die in Deutschland gegründet wurden, um den islamischen Religionsunterricht als ordentliches Schulfach auf den Weg zu bringen. Der Titel von Khorchides Dissertation aus dem Jahr 2008 lautet: „Der islamische Religionsunterricht zwischen Integration und Parallelgesellschaft: Einstellungen der islamischen ReligionslehrerInnen an öffentlichen Schulen“. Darin weist Khorchide unter anderem auf die antidemokratische Einstellung mancher islamischer Religionslehrer hin. Mit diesem Thema war er natürlich prädestiniert, die Leitung des Zentrums für Islamische Theologie in Münster zu übernehmen und die Ausbildung der islamischen Religionslehrer ganz nach den Vorstellungen des deutschen Staates vorzunehmen.
Durch seine Position als Leiter des Zentrums für Islamische Theologie in Münster nimmt Khorchide großen Einfluss auf die Ausbildung von islamischen Religionslehrern. Man kommt daher nicht umhin, sich mit seinen gefährlichen Ansichten zum Islam auseinander zu setzen. Seine Haltung zu wesentlichen islamischen Themen ist so bedenklich, dass seine Person unter Muslimen sehr umstritten ist. Sein 2012 erschienenes Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ hat viel Anstoß erregt. Im Folgenden sollen einige Aussagen von ihm wiedergegeben werden, um zu verdeutlichen, welches Islambild er bei den Muslimen in Deutschland durchsetzen will.
Das Islambild, das Khorchide prägen will, geht aus folgender Aussage hervor: „Ich will ein Islambild vermitteln, das nichts mit einer Gesetzesreligion zu tun hat. Ein solches theologisches Verständnis lässt sich zudem bestens mit den Prinzipien des Verfassungsstaats und dem Leben in einer pluralen Gesellschaft vereinbaren.“ Die islamischen Strafgesetze etwa gelten laut Khorchide nicht für die Moderne. Die ganze Scharia ist für ihn „menschliches Konstrukt“. Khorchide plädiert vielmehr dafür, den Koran zeitgemäß zu deuten. Er äußerte sich wie folgt: „Der Koran gilt als Gottes Wort. Als Theologe beschäftigt mich die Frage, wie wir mit diesem Gotteswort umgehen. Wie können wir es angemessen verstehen? Sollen wir den gesamten Koran wortwörtlich verstehen? Sollen wir alles, was im 7. Jahrhundert offenbart wurde, auch die juristischen Einzelanweisungen, zum Beispiel im Strafrecht, heute eins zu eins übertragen? Ich glaube nicht. Mir geht es um eine zeitgemäße Deutung des Islam. Und die sollte danach fragen, welche Antworten in welchem gesellschaftlichen Kontext auf welche Fragen gegeben wurden. Wir müssen verstehen, welche Anliegen die Menschen damals hatten – und welchen Sinn die damals gegebenen Antworten. Auf Grundlage dieser Hermeneutik können wir uns dann fragen, welchen Sinn die heiligen Texte heute haben. Als gläubiger Muslim und Theologe gehe ich davon aus, dass der Koran das Gotteswort nicht nur für die Menschen des 7. Jahrhunderts, sondern auch für uns heutige Menschen ist. Um diese Frage aber zu beantworten, muss man den Koran in seinem historischen Kontext lesen.“ Selbst das islamische Verständnis von Paradies und Hölle greift Khorchide an: „Die Hölle ist nichts anderes als die Konfrontation mit den eigenen Verfehlungen. Sie ist keine Strafe, die von außen kommt. […] Die traditionelle Theologie allerdings hat die Bilder von Paradies und Hölle weniger metaphorisch gesehen, sondern wortwörtlich als materielle Räume mit materiellen Strafen und Freuden beschrieben. Aber es ist doch zu wenig, wenn man nur aus Angst vor Bestrafung oder aus Hoffnung auf Belohnung Gutes tut.“ Khorchide greift hier den Handlungsmaßstab des Muslims an und versucht Paradies und Hölle auf einen symbolischen Sinn zu reduzieren. Seine Hauptbotschaft über den Islam lautet wie folgt: „Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit, der Islam eine Religion der Barmherzigkeit. Jede andere Lesart des Islams ist nicht der Islam.“
Die Ansichten, die Khorchide vertritt, haben die Intention, die Muslime vom Gehorsam gegenüber Allah (t) wegzuführen und sie von der Praktizierung des Islam abzuhalten. Khorchides Verständnis von der Barmherzigkeit Allahs (t) ist genauso falsch und unislamisch wie seine Äußerungen über den Koran. Seine Vorstellung von Barmherzigkeit stellt selbst Atheisten in Aussicht, nicht in der Hölle zu enden. So schreibt er in seinem Buch „Islam ist Barmherzigkeit“: „Warum soll meine österreichische, nichtmuslimische Doktormutter auf ewig in die Hölle kommen, während dieser unsympathische Mitstudierende, der Menschen bestiehlt, für immer das Paradies genießen wird? Nur weil er die Überschrift ‚Muslim‘ trägt? Was ist das für ein Gott, der das so bestimmt hat und will?!“ Allah (t) wird bei ihm auf den Gott der Liebe und Barmherzigkeit reduziert. Dass Allah (t) auch ein strafender Gott sein kann, zieht er nicht in Erwägung.
Relativ schnell hat die deutsche Politik einen Weg gefunden, wie sie den islamischen Religionsunterricht einführen kann. Das „Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach“ wurde im Dezember 2011 beschlossen. Dadurch wurde eine Übergangslösung geschaffen, um den Islamunterricht trotz aller Hindernisse einführen zu können. Diese Übergangslösung sieht so aus, dass das NRW-Schulministerium und der Koordinationsrat der Muslime einen Beirat einberiefen, der als Ansprechpartner fungieren kann. Dieser Beirat setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen. Das Gesetz trat am 1. August 2012 in Kraft und tritt am 31. Juli 2019 außer Kraft, dann nämlich, wenn regulär ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen.
Da es hier um die Integration der Muslime geht, d. h. darum, sie von einem richtigen Islamverständnis abzubringen, zeigt man sich sehr flexibel, was die Regelung angeht. Islamkundelehrer müssen zurzeit die Lehrerlücke füllen. Es sind beispielsweise Orientalisten oder Türkischlehrer, die den islamischen Religionsunterricht erteilen, ohne ein ordentliches Lehrstudium und ein Staatsexamen absolviert zu haben. Sie erhielten lediglich eine „dienstliche Unterweisung“, die Khorchide zusammen mit Bülent Ucar von der Universität Osnabrück an einem Wochenende durchführte. Darin ging es um den Unterschied zwischen dem Islamkundeunterricht und dem bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht. Darüber hinaus existiert auch noch kein Lehrplan. Dieser ist voraussichtlich erst im Sommer dieses Jahres fertig. Die fehlenden ausgebildeten Lehrer sowie der fehlende Lehrplan stellten für NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann jedoch keinen Hinderungsgrund dar, den islamischen Religionsunterricht an 44 Grundschulen einzuführen, der später dann flächendeckend an Grundschulen und an weiterführenden Schulen eingeführt werden soll.
Khorchide ist einer der acht Mitglieder des Beirats, die die Lehrer bestimmen. Er ist auch der Herausgeber des ersten Schulbuchs für bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht. Darin spiegelt sich natürlich auch das auf Liebe und Barmherzigkeit reduzierte Islamverständnis Khorchides wider. Allah (t) ist ausschließlich der Gott der Liebe. Interessant hierbei sind die Koranübersetzungen. So heißt es in der Übersetzung der Fatiha in dem Schulbuch „Miteinander auf dem Weg“ für die 1. und 2. Klasse auf Seite 28: „Allah, wir danken Dir! Du sorgst für uns und für die ganze Welt. Du bist das liebste Wesen, das es gibt. Zu dir beten wir und auf dich verlassen wir uns. Sei immer bei uns und zeige uns den richtigen Weg.“ Neben der Tatsache, dass die Übersetzung bewusst falsch gewählt ist, werden hier genau jene Teile ausgespart, die nicht in das Bild von Liebe und Barmherzigkeit passen. Allah (t) als „Herrscher am Tage des Gerichts“ wird einfach weggelassen, genauso wie der letzte Vers: „[…] den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht (den Weg) der Irregehenden.“ Auf diese Weise will man umgehen, dass es nur einen richtigen Weg gibt und die Juden und Christen von diesem Weg abgewichen sind. Die Koranübersetzung passt sich in dem Buch der Intention des Herausgebers an. Auf Seite 60 wird die gleiche Sure ebenso falsch, aber völlig anders übersetzt. Da heißt es: „Im Namen Allahs, der lieb und barmherzig ist. Wir danken Dir, oh Allah. Du hast alles gemacht und alles kommt von Dir. Du bist der, der alles sieht, was wir tun. Zu Dir beten wir und Dich bitten wir um Hilfe. Zeige uns immer den richtigen Weg. Du hast uns soviel Gutes gegeben. Deshalb wollen wir dich nicht enttäuschen oder böse sein.“
Allein das Beispiel der Fatiha reicht aus, um zu erkennen, dass der islamische Religionsunterricht als ordentliches Schulfach darauf angelegt ist, den muslimischen Schülern ein völlig falsches Bild von Allah (t) und dem Islam zu vermitteln. Der Unterschied zwischen richtigem und falschem Glauben – zwischen Wahrheit und Lüge – wird ganz bewusst unterschlagen. Die Muslime sollen von der Idee einer vollständigen Praktizierung des Islam mit all seinen Gesetzen, die alle Bereiche des Lebens umfassen, weggeführt werden.