Die Erforschung der menschlichen Persönlichkeit gilt unter Psychologen und Forschern immer noch als Paradedisziplin. Insbesondere der Analyse und Einordnung von Verhaltensmustern wird eine besonders hohe Bedeutung beigemessen.
Die Erforschung der menschlichen Persönlichkeit gilt unter Psychologen und Forschern immer noch als Paradedisziplin. Insbesondere der Analyse und Einordnung von Verhaltensmustern wird eine besonders hohe Bedeutung beigemessen. Wissenschaftler aus aller Welt trachten danach, das Mysterium des menschlichen Verhaltens endlich in eine nobelpreisverheißende Formel zu pressen.
Aber auch jeder Laie ist im Laufe seiner Entwicklung dazu verpflichtet, sich dieser Aufgabe zu stellen, eine Art Persönlichkeitskompass zu konstruieren, um Handlungsmuster der Mitmenschen zu erkennen. Die Auseinandersetzung mit den Verhaltensweisen anderer und die Ausbildung einer Methode, diese zu kategorisieren, sind unabdingbare Instrumente zur Orientierung im sozialen Leben. So ist zum Beispiel die Einschätzung der Reaktion von Mitmenschen auf bestimmte Ereignisse ein wichtiges Entscheidungskriterium im Alltag. Nicht ohne Grund werden deshalb etwa Geständnisse meistens „im richtigen Moment“ abgelegt. Auf diese Weise kann auf die Tragweite der erwarteten Konsequenzen Einfluss genommen werden. Der kluge Katholik beispielsweise würde mit seiner Beichte auf den leutseligen Pfaffen warten. Dadurch lassen sich zwar klerikal bedenklich, dafür aber arithmetisch korrekt einige „Vater unser“ einsparen.
Ebenso essenziell für ein konfliktarmes Zusammenleben ist die Fähigkeit, den eigenen Persönlichkeitskompass so zu justieren, dass divergente Verhaltensmuster nachvollzogen werden können. Ohne diese Einfühlungsbegabung wäre die Bildung von Gemeinschaften aus den unterschiedlichen Geschlechtern und Generationen undenkbar. Als besonders komplex gestaltet sich das Hineindenken in fremde Lebensweisen. Das Talent einen kultursensiblen Persönlichkeitskompass zu entwickeln ist nur den wenigsten vorbehalten. Hier muss meistens die Empathie zu Gunsten der Toleranz weichen.
Gewisse Verhaltensmuster lassen sich jedoch nicht mit soziokulturellen, geschlechtlichen oder erfahrungsbedingten Dispositionen erklären. Sie stimmen mit keiner prüfbaren Realität überein und folgen erkennbar keinerlei Logik. Wenn sich das Verhalten außerhalb jeder Vernunft bewegt und Handlungen frei von Sinn und Verstand sind, kann im Allgemeinen von Wahnsinn gesprochen werden.
Obwohl der Wahnsinn eigentlich eine schwere Persönlichkeitsstörung darstellt, scheinen einige seiner Auswüchse in der gesamten westlichen Welt und im Speziellen in Deutschland salonfähig zu sein. Hier überwiegt der aberwitzige Glaube, dass sich hinter einem vermeintlich Verrückten ein unverstandenes Genie verbergen kann. Selbst renommierte Psychiater wie Wolfgang Maier von der Universität Bonn teilen diese absurde Meinung und attestierten Menschen mit affektiven Störungen: „eine ausgeprägte kreative Fähigkeit, assoziativ und unkonventionell zu denken“. Da verwundert es nicht, dass die Bundesrepublik ein wahres Eldorado für sogenannte „Performance-Künstler“ wie Wolfgang Flatz ist, die – von der Kunstfreiheit gedeckt – Rinder aus Hubschraubern über Berlin abwerfen dürfen. Bei einer anderen Gelegenheit bewarf derselbe „Künstler“ sein frenetisches Publikum mit Dartpfeilen. Dass gerade Deutschland zu einer pervertierten Ehrerbietung zu untalentierten Künstlern neigt, hat seine schmachvolle Geschichte bereits gezeigt. Damals war es ein unbegabter Maler aus Oberösterreich, in dessen Hände sogar deutscher Krupp-Stahl zu Wachs wurde. Mit seiner unverwechselbaren Stimme, seinem stilsicheren Habitus und seinem exzentrischen Gebaren hatte er, am Höhepunkt seiner Karriere angekommen, die gesamte Nation zu seinem Atelier gemacht. Nach nur kurzer Zeit hatte die Stilikone mit Seitenscheitel, dank ihres kreativen Naturells, Landkarten neu interpretiert und etablierte den modernen Stil der dadaistisch-völkischen Anthropologie.
Zurzeit erlebt Deutschland eine wahre Renaissance romantischer Liebesbekundungen an infantile, aber dennoch politisch aktive Künstler. Diesmal stammt das „Genie“ aus Dänemark, ist Karikaturist und heißt Kurt Westergaard. Mit seiner retrospektiven Reanimation der dadaistisch-völkischen Anthropologie traf er den Nerv der Zeit und bewies obendrein wes Geistes Kind er ist. Da war es nur logisch, dass ihn die verzückte Bundeskanzlerin als ausgewiesene Kunstkennerin mit dem Medienpreis „M100″ ehrte. Natürlich wird er nicht an den „schieren Erfolg“ seines geistigen Ziehvaters anknüpfen können, der von Paris bis Stalingrad einen bleibenden Eindruck hinterließ und zum Karriereende hin sogar als der Schöpfer des modernen Judentums in die Geschichte einging. Die Werke Westergaards sind eher als Hommage an bessere Zeiten zu verstehen. An Zeiten an dem noch „Deutschland, Deutschland über alles“ stand.
Aber nicht nur neurotische Virtuosen aus dem künstlerischen Bereich vermögen es, die germanische Volksseele zu bezirzen. Ebenso scheinen hierzulande bizarre Buchautoren mit literarischen Entgleisungen Politik und Gesellschaft in ihren Bann ziehen zu können. Einer dieser Kandidaten ist Hamed Abdel Samad. Er ist Kulturflüchtling aus Ägypten und leidenschaftlicher Anhänger einer debilen Liaison aus Zionisten wie Henryk Broder, säkularen „Muslimen“ wie Necla Kelek und Feministinnen wie Alice Schwarzer. Dieses merkwürdige politische Konglomerat weist paradoxerweise hohe argumentative Konkordanzen zum rechten Lager auf. Es gleicht einem surrealen Märchen, in dem sich das Rotkäppchen und der böse Wolf gegen den Jäger verschworen haben. Eine wahre Freude für jeden forensischen Psychiater also. Manch Verwunderter mag sich fragen, wie sein kann, was nicht sein darf und welche affektiven Störungen solche abstrusen Symptome hervorrufen. Eine mögliche Antwort darauf könnte die moderne Psychologie liefern.
Das Verhalten von Hamed Abdel Samad und Necla Kelek beispielsweise weist deutliche Merkmale einer Art kultureller Borderline-Störung auf. Obwohl beide stets betonen ihre Wurzeln im Islam zu haben, besitzen sie offensichtlich einen pathologischen Drang dazu, die eigene Identität zu zersetzen. Ein makaberes Schauspiel ihrer Selbstverstümmlung bot Necla Kelek, als sie vor versammelter Presse Sarrazins Buch vorstellte. Mit dieser Darbietung outete sie sich als das sprichwörtliche Kalb, dass dumm genug ist, sich den eigenen Metzger auszusuchen. Schließlich hatte Sarrazin ihrer Ethnie genetische Mängel attestiert und die rassische Überlegenheit anderer Volksgruppen betont.
Während Necla Kelek vermutlich nur von dieser psychischen Störung getrieben wird, scheint Abdel Samad vom Borderline-Syndrom bis zur multiplen Persönlichkeitsstörung von ganzen Affektbündeln gegeißelt zu werden. Dies wird besonders durch seine auffällig schizophrene Etikette deutlich. Das charakteristische Chamäleon-Verhalten, auch „Splitting“ genannt, war in diesem Zusammenhang bei Abdel Samad immer wieder zu beobachten. Viele Zuschauer wurden Zeuge, wie er in der GEZ-finanzierten TV-Sendung „Die Deutschland Safari“ mit dem bekennenden Islamhasser und Zionisten Henryk M. Broder keine Gelegenheit ausließ, den Islam zu denunzieren. Kürzlich veröffentlichte er ein Buch, in dem er sogar den „Untergang der islamischen Welt“ prophezeite. Im ägyptischen Fernsehen schlägt dagegen das Chamäleon versöhnliche Töne an. Mit melodramatischen Worten beschwor er die Massen in Kairo, die Integrität seines Landes zu bewahren und warnte auf dem Tahrir-Platz vor der Einmischung des Westens in die nationalen Angelegenheiten. Den Islam bezeichnete Abdel Samad respektvoll als bedeutenden Faktor auf dem Weg zu einem „besseren Ägypten“ ohne Mubarak. Diese Doppelzüngigkeit ist nicht einfach nur das Resultat von Heuchelei. Es ist vielmehr der Ausdruck eines narzisstischen Profils, das zu einer krankhaft moralischen Selbstüberhöhung neigt. Sein unersättliches Verlangen nach Anerkennung treibt ihn dazu, adaptive Meinungsbilder zu kreieren, die immer an das Wunschdenken seiner Zuhörer gekoppelt sind. Exemplarisch für dieses Verhalten war auch das ARD Sonntagsgespräch mit Esther Schapira zum Thema „Arabische Revolution“. In dessen Verlauf erkannte Abdel Samad die Befürchtung seiner Gesprächspartnerin, dass die Aufstände im Nahen Osten in einer islamischen Revolution münden könnten. Ab diesem Moment war klar, aus welchen Zutaten er den nötigen Balsam für ihre verängstigte Seele zu mischen hatte. Es muss wie Musik in Schapiras Ohren geklungen haben, als Abdel Samad versicherte, dass die „Jugend ihr Leben für Freiheit und Würde riskierte“ und „nicht für den Islam und den Jihad“ auf die Straße ging. Mit dieser Behauptung verdrehte er eine Tatsache, die spätestens nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses nicht mehr von der Hand zu weisen war. Nach dem jüngsten Massaker mit tausenden Toten passte er seine politische Maskerade der aktuellen Kulisse an und erscheint in diesem Akt als glühender Anhänger General Abdel Fattah Sissis, dessen Militärputsch er just zu einem demokratischen Befreiungsschlag gegen die „faschistische Muslimbruderschaft“ verklärte, welche das Land zuvor durch „Terror“ in Gewalt und Chaos stürzte. Dies obwohl er in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger im Februar 2012 im Militärrat den Störfaktor in Ägypten ausmachte, der die demokratisch gewählte Regierung sabotiere, für die damalige Gewalt in Port Said und die grassierende Frauenunterdrückung verantwortlich sei. „Der Westen sollte nicht so voreilig wieder Allianzen mit den Mächtigen im Land schließen, sich vom Militärrat distanzieren“, so Abdel Samad. Diese intrigante Positionierung ist nicht etwa das Ergebnis einer gut überlegten Strategie, sondern der unwillkürliche Reflex eines paranoiden und selbstherrlichen Neurotikers.
Natürlich ist es denkbar, dieses scheinbar strukturierte Verhaltensmuster als sublimen Machiavellismus zu bezeichnen. Aber solange genug Wahnsinn vorhanden ist, sollte niemanden voreilig böser Vorsatz unterstellt werden. Schließlich gestand Hamed Abdel Samad seine psychischen Leiden selber ein und gab zu, mehrmals in einer Nervenheilanstalt behandelt worden zu sein. Seiner Karriere sollte dies allerdings keinen Abbruch tun. Dem gewünschten Dresscode der „Islamkonferenz“ ist er mit seinem Nervenkostüm offensichtlich gerecht geworden und wurde zum Teilnehmer berufen. Außerdem ist Abdel Samad zum wichtigsten Ansprechpartner in Nahostfragen avanciert und ein gern gesehener Gast bei Maybrit Illner, Günther Jauch und Konsorten. Solange also sein Fleisch willig, aber sein Geist schwach ist, stehen ihm in Deutschland für eine erfolgreiche Laufbahn Tür und Tor offen.
Wenn der Wahnsinn den Geschmack seiner Zeitgenossen trifft, wird er oft als Vernunft empfunden und kann im schlimmsten Fall zur Quelle von Inspiration werden. Necla Kelek und Hamed Abdel Samad sind mit ihren affektiven Störungen, ihren notorischen Lügen und ihren vielen Gesichtern willkommene Subjekte in der aktuellen politischen Agenda des Westens. Sie sind tragende Säulen und wichtige Kronzeugen einer Propaganda, mit der sich die Lanzen für den „Krieg gegen den Terror“ brechen lassen. Ihre Bücher und perfiden Behauptungen sind das Opium für die Bundeswehrsoldaten am Hindukusch und der Treibstoff für die mörderischen Drohnen am Himmel von Pakistan.
So sieht übrigens Wolfgang Maiers „ausgeprägte kreative Fähigkeit, assoziativ und unkonventionell zu denken“ in freier Wildbahn aus. Mit derselben Logik könnte der Tatort so mancher Ritualmorde als besonders originell bezeichnet werden. Die Werke der Manson-Familie hätten dann die Aussicht im Louvre der berühmten „Hochzeit zu Kana“ beizuwohnen und das Lächeln der „Mona Lisa“ zu erwidern.