Das Jahr 2012 war ein überaus wichtiges und folgenschweres Jahr für die Weltpolitik im Allgemeinen und für die Muslime im Besonderen. In nahezu allen arabischen Ländern hat die Welt Aufstände gesehen, die von Mut und Entschlossenheit geprägt waren.
Das Jahr 2012 war ein überaus wichtiges und folgenschweres Jahr für die Weltpolitik im Allgemeinen und für die Muslime im Besonderen. In nahezu allen arabischen Ländern hat die Welt Aufstände gesehen, die von Mut und Entschlossenheit geprägt waren. Tyrannen sind gefallen, Regierungen wurden durch andere ersetzt und ganze Länder sind in einem Prozess fundamentaler Veränderungen aufgeblüht. Zum ersten Mal seit das Kalifat im Jahre 1924 zerstört wurde, schöpft die Ummah wieder massiv Kraft und hofft auf die Hilfe Allahs wie nie zuvor. Gerade in diesen Zeiten verfolgen wir mit Spannung die Nachrichten aus Syrien und freuen uns über jeden noch so kleinen Teilerfolg der dortigen Muslime gegen das Regime. Aufmerksam beschäftigen wir uns mit den Entwicklungen in Ägypten, Libyen oder blicken mit Sorge auf die Zukunft Palästinas. Doch inmitten dieser Entwicklungen vergessen wir unsere Geschwister, die am Rande der Wahrnehmung und fernab der uns bekannten Zivilisation ein hartes Schicksal ertragen müssen – unsere Geschwister in Myanmar. Ihre Realität erscheint surreal und unbegreiflich. Ihr Leid ist unerträglich und ihre Sorgen übersteigen nahezu das menschliche Begreifen, doch sind sie allein gelassen worden von der Ummah. Kennen wir denn nicht die Überlieferungen des Gesandten Allahs (s.a.s), in denen er uns die Geschwisterlichkeit unter uns Muslimen nahelegt?
Ibn Umar (r.a.) überliefert, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: „Ein Muslim ist der Bruder jedes Muslims: Er soll ihn nicht unterdrücken und ihn nicht seinem Feind ausliefern. Wer seinem Bruder hilft, dem wird Allah helfen. Und wer einem Muslim bei der Beseitigung seiner Sorgen hilft, dem wird Allah bei seinen Sorgen am Tage des Gerichts helfen. Ebenso wird Allah demjenigen, der die Schwächen eines anderen Muslims verdeckt, am Tag des Gerichts seine Fehler verbergen.“ (Al-Bukhari und Muslim)
Und Abu Huraira (r.a.) überliefert, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: „Ein Muslim ist der Bruder des anderen Muslims. Weder betrügt er ihn, noch belügt er ihn, und er lässt ihn nicht im Stich.“ (At- Tirmidhi)
Wahrlich, wir erwähnen diese Ahadith, doch durchdringen sie nicht unsere Herzen und haben keinen Effekt auf unsere Handlungen. Wer soll diesen Vergessenen helfen, außer ihre Geschwister im Din? Erwarten wir etwa Hilfe von der UNO, den USA oder der EU? Ihre Hilfsbemühungen sind deutlich zu sehen. So lobt der Westen die „Förderung der Demokratie“ in Myanmar. Die USA schickt ihre Abgesandten, um diesem Land ihre Unterstützung zuzusichern und ihnen ihre sogenannte Hilfe anzubieten.
“ ‚Unser Ziel ist es, der Demokratisierung weitere Schwungkraft zu geben‘, sagte Obama nach einem Treffen mit Oppositionsführerin Suu Kyi. Er versprach weitere Unterstützung der USA, sollte Myanmar den Reformprozess fortsetzen. Seit 1962 wurde das Land von einer Militärdiktatur beherrscht. Thein Sein, der ehemalige Regierungschef der Junta und heutige Präsident des Landes, leitete 2011 Reformen ein.“ (tagesschau.de)
„Die EU-Kommission plant Handelserleichterungen für Myanmar, das frühere Birma. Der Vorschlag sehe vor, dass das Land wieder alle Waren mit Ausnahme von Waffen und Munition zollfrei und ohne Begrenzung der Menge in die EU einführen dürfe, teilte die Kommission mit.“ (tageschau.de)
So sieht die Berichterstattung in den westlichen Medien aus, die im Verschleiern der Wahrheit unangefochten sind. Myanmar ist ein weiteres Beispiel für das Verschweigen der grausamen Unterdrückung von Muslimen. Für den Westen hat das Blut und die Ehre des Muslims bekanntlich keinen Wert. Das Leid der dortigen Muslime, die zahllosen Massaker, Vergewaltigungen und Gewaltexzesse durch die vermeintlich friedvollen Buddhisten werden – wenn überhaupt – nur in kurzen Nebensätzen erwähnt
Bei Allah! Sie wurden vergessen und im Stich gelassen, und in uns ist nichts Gutes, wenn wir ihnen nicht zur Hilfe eilen. Dieser vergessene Teil der Ummah wird uns am Tage der Auferstehung bei Allah anklagen. Was werden wir dann nur antworten können? Während wir in unseren warmen Betten schlafen, gutes Essen genießen und ein gemütliches Leben führen, bleibt ihnen keine Wahl als verdorrte Nahrung und von Malaria infiziertes Wasser runterzuwürgen. Dies alles nur, weil sie an ihrem islamischen Glaubensbekenntnis festhalten. Für die ungläubigen Buddhisten ist das Blut der Muslime ebenso wenig wert wie für den ungläubigen Westen. Die Verbrechen gegen die Muslime Myanmars gleichen den Verbrechen gegen die ersten Muslime in Mekka seitens der Quraish. Nein, bei Allah! Es wird endlich Zeit, dass die Muslime begreifen, dass diese Ummah, ihr Schicksal, ihre Gefühle und ihre Empfindungen eins sind! Sie müssen ihren vergessenen Geschwistern zur Hilfe eilen und sich für die Errichtung des Rechtgeleiteten Kalifats einsetzen. Nur dieser Staat vermag es, die Buddhisten und jedweden Aggressor, der es wagt, sich an Muslimen zu vergreifen, zur Rechenschaft zu ziehen und einer harten Strafe zuzuführen.
Es sprach der Gesandte Allahs (s.a.s.):
„O Allah, ich suche Zuflucht bei Dir vor Sorge und Kummer. Ich suche Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit und Faulheit. Ich suche Zuflucht bei Dir vor Feigheit und Geiz. Ich suche Zuflucht bei Dir vor dem Erdrücken der Schulden und der Überwältigung der Männer.“