Die syrischen Rebellen haben hinsichtlich des Kräftegleichgewichts im Kampf gegen das Assad-Regime in letzter Zeit große Erfolge verzeichnet. Maßgeblich hierfür war eine gut durchdachte militärische Planung auf der Grundlage von Guerilla-Taktiken. Die schnellen und unerwarteten Erfolge der Mudjahideen haben die USA dermaßen schlaflose Nächte bereitet, dass sie ganz offen mit einer militärischen Intervention gedroht haben.
Die syrischen Rebellen haben hinsichtlich des Kräftegleichgewichts im Kampf gegen das Assad-Regime in letzter Zeit große Erfolge verzeichnet. Maßgeblich hierfür war eine gut durchdachte militärische Planung auf der Grundlage von Guerilla-Taktiken. Die schnellen und unerwarteten Erfolge der Mudjahideen haben die USA dermaßen schlaflose Nächte bereitet, dass sie ganz offen mit einer militärischen Intervention gedroht haben. So teilte Hillary Clinton am 03. Dezember mit, dass „wir durchaus darauf vorbereitet sind, Maßnahmen zu ergreifen, falls diese Eventualität (der Einsatz von chemischen Waffen) eintreffen sollte.“ Die Amerikaner im Besonderen und der Westen im Allgemeinen versuchen, ihren Einfluss in Syrien beizubehalten, damit sie die Revolution nach Belieben in die Richtung lenken können, die ihrem Interesse entspricht. Das Assad-Regime steht kurz vor dem Zusammenbruch, und denkbar sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt vier mögliche Szenarien für die Zeit nach Assad.
Innerhalb der zahlreichen Widerstandsgruppen gibt es unterschiedliche Ideologien – von liberalen Säkularisten, die sich eine Demokratie im westlichen Sinne erhoffen, bis hin zu Muslimen, die einen Islamischen Staat anstreben. Darüber hinaus gibt es weitere Gruppierungen, die sich zwischen diesen beiden Extremen bewegen. Die natürliche Position der konservativen syrischen Gesellschaft wäre die Forderung, dass der Islam in der Zeit nach Assad eine größere Rolle spielt. Der Arabische Frühling hat in seiner Gesamtheit eben diese Grundtendenz aufgezeigt, dass die Menschen einen größeren Einfluss des Islam in der Politik fordern. In einer Studie des PEW Forschungsinstituts heißt es: „Viele der befragten Menschen in überwiegend muslimischen Ländern wünschen sich, dass der Islam einen deutlichen Einfluss auf die Politik ausübt.“ Durch diesen Trend haben die sogenannten Islamisten in Tunesien, Ägypten und Libyen starken Aufwind erhalten. In Syrien äußert sich diese Tendenz darin, dass Hizb-ut-Tahrir und daneben auch salafistische Gruppierungen zur Errichtung des Islamischen Staates aufrufen. Dies ist der erste mögliche Ausgang des Konflikts, den wir uns natürlich ebenfalls erhoffen. Und so haben viele Brigaden der Freien Syrischen Armee in einem bekannten Video, das vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde, ihre Unterstützung für dieses Ziel bekannt gegeben und dass sie die neu formierte, säkulare syrische Koalition zurückweisen.
Als zweite Möglichkeit steht eine Demokratie im westlichen Stile in Aussicht, die von den säkularen Fraktionen und den Muslimbrüdern angestrebt wird. Seit Beginn des Aufstandes versuchen die Amerikaner, die Rebellen dahingehend zu beeinflussen, dass sie ihre Zustimmung zu solch einem Staat erhalten. Dieses Vorhaben forcieren die Amerikaner durch die unzähligen Militärräte, die sie gegründet haben und die vom Ausland aus operieren. Der Schlüssel zur Umsetzung der amerikanischen Pläne ist die türkische Regierung unter Erdogan. Allerdings deutet die kontinuierliche Verweigerung von Waffenlieferungen an die Rebellen auf das Scheitern dieses US-Plans hin. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass die Mehrheit der Freien Syrischen Armee sich von den Amerikanern nicht hat kaufen lassen. So wurde erst letzten Freitag in Antalya ein weiterer Versuch unternommen, die Rebellengruppen unter einer Führerschaft zu vereinigen. Die USA haben hierbei sehr offen zugegeben, dass ihre Anstrengungen darauf hinauslaufen, einen politischen Übergang zu schaffen, der in einem westlich-säkularen Staat resultiert, und dass sie alle hierfür erforderlichen Mittel einsetzen würden.
Da sich aber wie gesagt bisher für die Amerikaner kein Erfolg abzeichnet, bereiten sie sich auf zwei weitere Szenarien vor. Und so steht als dritte Option eine direkte militärische Intervention auf dem Plan, die von Clinton und auch von Obama bereits mehrfach angedroht wurde. Dabei würden die Amerikaner im Falle einer Bodenoffensive NATO-Truppen, darunter möglicherweise auch türkische Truppen, entsenden. Denkbar wäre auch eine UN-Truppe, die vom UN-Sondergesandten Lakhdar Ibrahimi gefordert wurde und wenige Tage nach seiner Forderung vom Sprecher der Syrischen Koalition, Walid Al-Bunni, gutgeheißen wurde. Ziel einer solchen Intervention wäre die Vernichtung sämtlicher FSA-Brigaden, die sich der Forderung des Westens nach einem säkularen Staat nicht beugen wollen, wie beispielsweise die mittlerweile sehr populäre Jabhat Al-Nusrah oder Ahrar Al-Sham. Das Problem hierbei ist die Tatsache, dass die Muslime Syriens sehr wütend auf den Westen sind, der seit zwei Jahren tatenlos zusieht, wie die Menschen vom Assad-Regime abgeschlachtet werden. Gleichzeitig fühlen sie sich mit den islamischen Bataillonen und Brigaden stark verbunden, denn schließlich beschützt der islamische Widerstand die syrische Bevölkerung vor den Schergen Assads und stellt in manchen Landesteilen sogar Lebensmittel und anderweitige Hilfe für die Bevölkerung bereit. So berichtet die New York Times, dass „Demonstranten am Freitag in mehreren syrischen Städten Banner mit Aufschriften wie ‚Nein zur amerikanischen Intervention, denn wir sind alle Jabhat Al-Nusrah‘ hochhielten.“
Die Amerikaner könnten aber auch zu der Auffassung gelangen, dass eine direkte Intervention sowohl finanziell als auch militärisch zu kostspielig ist und zudem auch noch große Teile der syrischen Gesellschaft in die Arme der Jabhat Al-Nusrah oder anderer islamischer Gruppierungen treiben könnte. Und hieraus ergibt sich die vierte Möglichkeit, die die blutigste von allen wäre; ein langwieriger Bürgerkrieg zwischen den bewaffneten Fraktionen innerhalb Syriens, ähnlich wie in Afghanistan nach dem Abzug der Sowjets. In diesem Fall würden die Amerikaner die säkularen FSA-Fraktionen finanziell und mit Waffenlieferungen unterstützen, damit ein Bürgerkrieg zwischen den Gruppierungen tobt, die zwei Jahre lang auf derselben Seite gegen Assad gekämpft haben. Seit geraumer Zeit festigen die Amerikaner ihre Beziehungen zu diesen Gruppen, beispielsweise durch ein Trainingscamp in der südlichen Türkei. Ein Mitglied dieser säkularen FSA-Fraktionen gab ganz offen zu, dass „nach dem Sturz Bashars unzählige Kämpfe zwischen diesen Gruppierungen stattfinden werden.“
Während die Syrische Revolution unmittelbar vor ihrem Ziel steht und Assad inshallah bald Geschichte sein wird, müssen sich die diversen Widerstandsgruppen auf einen Plan einigen, wie es mit Syrien weitergeht. Der Westen wird unter allen Umständen versuchen, dieses Land, das von hoher strategischer Bedeutung ist, seinem Willen zu unterwerfen. Auf keinen Fall werden sie dabei zusehen, wie Syrien sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Doch genau hierin besteht die Lösung des Konflikts; die Vereinigung des islamischen Widerstands unter dem Banner von ‚La ilaha illallah muhammadur-rasulullah‘ und die Gründung des Rechtgeleiteten Kalifats, dass seine Landesgrenzen und seine Bürger gegen jede ausländische Aggression verteidigen und die ungläubigen Kolonialisten in ihre Schranken verweisen wird. Sodann wird sich dieser Staat mit Allahs Erlaubnis ausdehnen und die besetzten islamischen Ländereien in den Schoße des Islam zurückführen. Unsere aller Bittgebete richten sich an Allah, den Gewaltigen, dass das Rechtgeleitete Kalifat schon bald entstehen wird.