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Allgemein Myanmar – Katastrophe im Schatten der Wahrnehmung II

Hizb-ut-Tahrir hat als politische Partei den anglo-amerikanischen Konflikt um hegemonialen Einfluss der alten Weltmacht Großbritannien und der nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Weltmacht USA in zahlreichen Veröffentlichungen und politischen Analysen offengelegt.

Hizb-ut-Tahrir hat als politische Partei den anglo-amerikanischen Konflikt um hegemonialen Einfluss der alten Weltmacht Großbritannien und der nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Weltmacht USA in zahlreichen Veröffentlichungen und politischen Analysen offengelegt. Die USA versuchen seit ihrem Aufstieg zur Weltmacht, die ehemaligen Kolonien europäischer Staaten unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei wenden sie unterschiedlichste politische Manöver an, um die Staaten der Welt unter ihre politische und wirtschaftliche Hegemonie zu bringen. Burma ist als verbliebenes Einflussgebiet des alten British-Empire zu betrachten, wobei vor allem die Militärs ihren britischen Kolonialherren treu geblieben sind. Bisher haben sie jeglichen Machtübernahmeversuchen seitens der USA durch Aufstachelung der Massen mittels Großdemonstrationen – angeführt von buddhistischen Mönchen, die vom Dalai Lama unterstützt werden – und weiteren politischen Manövern standgehalten. Dabei gilt die Friedensnobelpreisträgerin und Kopf der Oppositionsbewegung, Aung San Suu Kyi, als US-treue Gehilfin im Kampf um Einflussnahme in Burma.
Der anglo-amerikanische Konflikt wird auch auf dem Rücken der dortigen Muslime ausgetragen, weil der unerbittliche Kampf gegen die Rohingyas mit aller Härte fortgeführt wird und sich niemand für ihre Rechte einsetzen will. Sogar die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ergreift keine Partei für die Rohingyas, weil der Status dieser Muslime derart schlecht ist, dass sie mit dieser unpopulären Entscheidung ihre Anhänger verlieren würde.
Im Verlauf des Kalten Krieges haben die Briten ihren politischen Einfluss auf Burma entweder direkt ausgeübt oder durch ihren willigen Agenten Indien. Gleichfalls haben die Briten eine Annäherung Burmas an das kommunistische Russland und China unterstützt, weil sie sich dadurch nach altbekannter englischer Tradition Partner ins Boot holten, mit denen sie die Übernahmeversuche der USA erfolgreich abwehrten.
Die Militärjunta hat strategische Beziehungen zu China aufgebaut, um bei einem möglichen US-Angriff Chinas Unterstützung zu erhalten. Auch deshalb betreibt China eine Militärbasis und einen Marinestützpunkt auf den Kokosinseln nördlich der indischen Andamanen und Nikobaren und ist – den USA zum Trotz – ein wichtiger Lieferant für Waffen für die Militärjunta. China hat auch den Bau von panzertauglichen Fernstraßen von ihrer Staatsgrenze bis hin zum Zentrum Burmas in der Mandalay-Ebene finanziert, um dadurch einen strategischen Zugang zum Indischen Ozean zu erhalten. Burma dient China zudem als Transferroute für Erdöl und Erdgas aus dem Mittleren Osten und übt durch eine hohe Zahl an Unternehmen beträchtlichen Einfluss auf die Wirtschaft und Infrastruktur in Burma aus.
Die US-Administration versucht weiterhin, ihre Unterstützung für die Oppositionspartei von Aung San Suu Kyi zu demonstrieren – in der Hoffnung, dass bei den geplanten Wahlen im Jahre 2015 eine Machtablösung der alten Militärgarde durch ihre National Demokratische Partei erfolgt. Durch das Mittel der Sanktionen versuchen die USA, die Militärs in Burma zu Zugeständnissen zu bewegen und so etappenweise die Dominanz der Briten zu brechen. Die USA haben es durch ihre Einflussnahme erreicht, dass Aung San Suu Kyi aus dem 15 Jahre andauernden Hausarrest und Gefängnisaufenthalt befreit werden und ihre Partei an den Wahlen im Jahre 2011 erfolgreich teilnehmen konnte. Um den politischen Druck auf die Militärjunta zu erhöhen, sagte die US-Außenministerin Hillary Clinton während ihres Staatsbesuches in Burma im Jahre 2011, „dass es jetzt noch zu früh sei, um darüber zu urteilen, inwieweit Burma in den letzten Monaten sich positiv entwickelt habe und ob dieser Prozess weiter fortgeführt werden könne.“
Interessant ist die hinterhältige Position Großbritanniens zu den Wahlen von 2011. Der britische Außenminister, William Hague, zeigte sich in einem Interview mit der Associated Press vom 03.04.2012 erfreut über die Entwicklungen in Burma und sagte, dass „Großbritannien als größter Förderer von bilateraler Hilfe für die Menschen in Burma den eingeschlagenen politischen Prozess unterstütze.“ Nach den Wahlen war es der britische Premierminister David Cameron, der als erstes westliches Staatsoberhaupt seit dem Militärputsch von 1962 Burma besuchte und bei einem Treffen mit dem burmesischen Präsidenten Thein Sein die neue Politik ausdrücklich lobte und seine Unterstützung versprach.
Am 03.06.2012 begannen dann tödliche Übergriffe von im Westen als friedfertig und besonnen geltenden Buddhisten gegen Muslime, die im weiteren Verlauf eskalierten und zu regelrechten Massakern und einem Massenexodus der Muslime aus ihren Wohngebieten führten. Im Zuge der von der burmesischen Regierung unterstützten Massaker und ethnischen Säuberungen starben mehrere Tausend Muslime auf brutale Weise. Hunderttausende wurden zu Obdachlosen und flüchteten vor allem in das benachbarte Bangladesch, wo die dortige US-treue Regierung unter Schaikh Hassina die Flüchtlinge auswies oder sogar inhaftierte.
Der Westen unter Führung der USA blieb bei diesen Massakern gegen die Muslime wieder einmal stumm und tatenlos – wie immer, wenn es sich bei den Opfern um Muslime handelt.
Die USA als amtierende Weltmacht äußerten sich zu den Übergriffen, indem sie durch ihren in Burma ansässigen Charge d’Affaires ihrer Botschaft, Michael Thurston, „beide Parteien zur Ruhe und Besonnenheit aufrufen und den Weg des Dialogs“ bemühten.
Vergessen ist die internationale Empörung mit den USA als Wortführer, als sie nach der Niederschlagung eines von buddhistischen Mönchen angeführten Aufstandes gegen die Militärjunta vom 20.09.2007 energisch Sanktionen gegen Burma beschlossen und die Übergriffe in scharfer Weise verurteilten, weil ihre eigenen politischen Ziele bedroht wurden. Die Chinesen als regionale Macht sind hingegen vornehmlich wirtschaftlich orientiert und haben keinen wesentlichen Einfluss im politischen Establishment in Burma.
Die heuchlerische Position des Westens wird hier wieder einmal deutlich, wenn die Muslime die Leidtragenden eines Konfliktes sind. Der anglo-amerikanische Konflikt wird von beiden Seiten anhand ihrer jeweiligen Agenten vor Ort ausgetragen, wobei es sowohl den Briten als auch den Amerikanern genehm ist, wenn die Muslime ethnischen Säuberungskampagnen ausgesetzt sind. Es gibt derzeit keinen Staat, der sich für die Interessen und den Schutz von Muslimen einsetzt. Hier wird auch der Verrat der muslimischen Herrscher offenkundig, die ihren britischen und amerikanischen Herren treu ergeben sind und ihre Geschwister im Islam für einen billigen Preis verraten und verkaufen.
Sie ignorieren die Worte Allahs, des Gewaltigen, wenn er uns auffordert:
Wenn sie euch jedoch um der euch gemeinsamen Religion willen um Hilfe bitten, dann obliegt euch die Hilfe (Sura Al-Anfal, Aya 72)
Auch die Muslime in Burma müssen erkennen, dass der einzige Weg zu ihrem Schutz die Wiedererrichtung des Rechtgeleiteten Kalifats ist; eines Kalifats, der jahrhundertelang in Gerechtigkeit und Würde die Angelegenheiten der Umma betreute und seit dessen Abschaffung nur Chaos, Elend und blutige Kriege gegen die schutzlosen Muslime vorherrschen.
Allah (s.w.t.) ermahnt uns zur Einheit, um den Feinden effektiv begegnen zu können, indem er zu uns spricht:
Und diejenigen, die ungläubig sind, sind einer des anderen Schutzherren (Verbündete). Wenn ihr es nicht tut (euch nicht auch verbündet), wird es im Land Aufruhr (fitna) und großes Unheil geben. (Sura 8, Al-Anfal, Aya 73)