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Allgemein Gaza – Chronik eines der blutigsten Massaker

Am Mittwoch, den 14. November 2012, ermordete Israel Ahmad Al-Jabari, der angeblich der militärische Führer der Izzz-ad-deen Al-Qassam war, dem militärischen Flügel der Hamas. Durch diese gezielte Tötung wurde seitens Israels ein Waffenstillstand gebrochen, der gerade einmal eine Woche zuvor durch Ägypten zwischen Israel du den Palästinensern ausgehandelt wurde.

Gaza – Chronik eines der blutigsten Massaker


Am Mittwoch, den 14. November 2012, ermordete Israel Ahmad Al-Jabari, der angeblich der militärische Führer der Izzz-ad-deen Al-Qassam war, dem militärischen Flügel der Hamas. Durch diese gezielte Tötung wurde seitens Israels ein Waffenstillstand gebrochen, der gerade einmal eine Woche zuvor durch Ägypten zwischen Israel du den Palästinensern ausgehandelt wurde. Was folgte, war ein exzessiver Bombenregen auf die eingekesselten Palästinenser im Gazastreifen. F-16-Kampfbomber, Apache-Kampfhubschrauber und unbemannte Drohnen flogen ununterbrochene Bombardements. Gleichzeitig wurden zivile Einrichtungen in Gaza von Israels Seestreitkräften entlang der Küste unter starken Beschuss genommen. Einwohner des Gazastreifens berichten von den heftigsten Angriffen, die sie je erlebt hätten. Israels Regierung behauptet wie gewöhnlich, es habe sich lediglich verteidigt; es sei die Antwort auf den Raketenbeschuss seitens der Hamas. Und wie gewöhnlich schieben die westlichen Medien die Schuld den Muslimen zu und stellen pauschal die Hamas als Provokateur und Anstifter dar.


Was war wirklich geschehen?


Schaut man sich die Reihenfolge der Ereignisse an, so zeichnet sich ein Bild der relativen Ruhe zwischen den Palästinensern und Israel ab – bis zum 08. November, als Israel ein palästinensisches Kind ermordete. Hierauf gab es eine Vergeltungsaktion seitens der Palästinenser, bei der ein Soldat der Israelis verletzt wurde. Zudem wurde ein israelisches Militärfahrzeug angegriffen, wodurch vier weitere Soldaten verletzt wurden. Hierauf ermordete Israel zwei weitere palästinensische Kinder. Während der Beerdigung der Kinder feuerte Israel auf das Zelt, in dem sich die Trauergäste befanden. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Eskalation ihren Lauf. Am 12. November wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt, und es sah danach aus, als würde dieser halten. Doch durch das Attentat auf Al-Jabari wurde der Waffenstillstand gebrochen. Israel hat offensichtlich alles nur Erdenkliche getan, um eine Eskalation herbeizuführen.
Wenige Stunden vor seiner Ermordung soll Al-Jabari den Vertragsentwurf einer dauerhaften Waffenruhe mit Israel erhalten haben, teilte der Friedensaktivist Gershon Baskin der Haaretz mit. Baskin wirkte an der Freilassung Gilad Shalids mit, einem israelischen Soldaten, der von Palästinensern gefangen genommen wurde. Baskin teilte der Haaretz weiterhin mit, dass hochrangige israelische Beamte darüber Bescheid wussten, dass er zur Hamas Kontakt hatte und dass der ägyptische Geheimdienst daran arbeitete, einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern auszuhandeln. Dennoch stimmten sie dem Attentat zu. Gemäß den Aussagen Baskins soll Al-Jabari in den letzten zwei Jahren zu der Einsicht gekommen sein, dass die Feindseligkeiten mit Israel weder der Hamas noch den Einwohnern des Gazastreifens nützen und nur zu Leid führen. Al-Jabari soll die Hamas wiederholt davon abgehalten haben, Israel zu beschießen.
Der Gazastreifen wird seit 2006 von Israel hermetisch abgeriegelt, nachdem Israel seine Siedler abgezogen hatte. Die Menschen in Gaza haben weder Zugang zu Baustoffen noch zu Lebensmitteln noch zu Medizin. All dies wird den Muslimen vorenthalten. Gaza ist im Grunde genommen das größte Freiluftgefängnis der Welt. Zudem hat Israel nach dem letzten großen Massaker in 2008, Operation „Gegossenes Blei“, eine Wirtschaftsblockade über den Gazastreifen verhängt, die seitdem aufrecht gehalten wird.


Warum greift Israel ausgerechnet jetzt an?


Die Umstände weisen auf mehrere Möglichkeiten hin, denn die jüngsten Analysen der Ereignisse legen drei denkbare Gründe nahe.
1. Vieles deutet auf die zahlreichen außenpolitischen Niederlagen Israels als Grund für den jetzigen Angriff hin:
a) Israel hat versucht, einen Angriff auf den Iran mit Rückendeckung Washingtons zu starten, doch ist ihr Plan gescheitert.
b) Vor der UNO hatte Netanjahu anhand eines Schaubilds versucht, die Gefahr einer iranischen Atombombe darzulegen. Dabei hat er sich lächerlich gemacht und ist mit seinem Versuch, den Iran als Gefahr darzustellen, gescheitert.
c) Der Hizbollah ist es gelungen, eine Drohne in die Nähe der israelischen Atomanlage Dimona zu fliegen. Ein sicherheitspolitisches Desaster für Israel.
d) Weitere, weniger Aufsehen erregende Ereignisse in der Region stellten Israels Autorität in jüngster Zeit in Frage und ermutigten Diplomaten aus den umliegenden Ländern, selbstbewusster aufzutreten.
Die Muslime im Allgemeinen und die Araber im Besonderen wurden für Israels Geschmack zu übermütig. Für Israel war es somit wieder an der Zeit, sein Abschreckungspotential unter Beweis zu stellen und an den Palästinensern im Gazastreifen ein Exempel zu statuieren.
2. Zur israelischen Tradition gehört es, kurz vor Wahlen seine Nachbarn zu massakrieren – insbesondere die Palästinenser. Netanjahus Likud-Partei hat erst kürzlich eine Koalition mit Avigdor Liebermans Israel Beitenu-Partei für die bevorstehenden Wahlen im Januar 2013 angekündigt. Durch diesen Zusammenschluss wollen die ultrarechten Parteien mehr Parlamentssitze ergattern als ihre Kontrahenten, die Arbeiterpartei und die Khadima-Partei. Durch den Angriff auf Gaza will Netanjahu unter Beweis stellen, dass die rechten Parteien die Nationale Sicherheit ernster nehmen als andere Parteien und erhofft sich hierdurch mehr Wählerstimmen. Eine ähnliche Taktik ist Israel bereits während der letzten Wahlen in 2009 gefahren – je mehr tote Palästinenser, umso größer der Erfolg bei den Wahlen.
3. Die dritte Möglichkeit ist der Iran. Israel arbeitet schon seit Längerem an Plänen, einen Angriff auf iranische Atomanlagen zu starten. Wie die Washington Post mitteilte, fanden vor wenigen Wochen im Oktober direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Qatar statt. Diese Gespräche sollten vor allem als ein Aushängeschild für Obamas außenpolitischen Erfolg im Konflikt mit dem Iran dienen, für den Fall, dass er wiedergewählt würde. Reporter des Al-Monitor berichten, dass US-Diplomaten ihnen mitgeteilt hätten, Washington denke über einen Deal mit dem Iran nach. Der Studiochef der New York Times in Teheran, Thomas Erdbrink, erwähnte allerdings, dass man im Falle eines israelischen Angriffs auf Gaza „jede Art von Iran-US-Gesprächen vergessen könne, falls der Gaza-Konflikt eskaliert.“ Israel hat bekanntlich kein Interesse an einer friedlichen Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran und sabotiert jeden internationalen Versuch einer diplomatischen Lösung.


Wie sah die internationale Reaktion aus?


Man ist nur wenig überrascht darüber, dass die westliche Welt Israels Märchen von Hamas-Raketen auf unschuldige israelische Bürger vertritt und einseitig für Israel Partei ergreift. Trotz der Spannungen zwischen Obama und dem israelischen Premier Netanjahu, gab das Weiße Haus volle Rückendeckung für das israelische Massaker in Gaza. Wie üblich wurde auf Israels Recht zur Selbstverteidigung verwiesen. Der britische Außenminister William Hague sagte in einem Statement: „Die Hamas trägt die Hauptverantwortung für die gegenwärtige Krise in Gaza.“ Die Stellungsnahmen der Politiker der westlichen Welt sind ganz klar ein grünes Licht für Israel, mit dem Morden nach Herzenslust fortzufahren.


Und wie sah die Reaktion der muslimischen Herrscher aus?


Die Reaktion der muslimischen Herrscher trug ebenfalls nur wenig Überraschung in sich. Verurteilung über Verurteilung und keine einzige Handlung um dem Zionistengebilde das Handwerk zu legen. Anstatt Israels Botschafter aus Ägypten rauszuwerfen, zog Mursi den ägyptischen Botschafter aus Israel ab. Hierauf schickte er seinen Premierminister Hisham Qandil nach Gaza, als symbolisches Zeichen der Unterstützung für die Palästinenser. Andere muslimische Staaten richteten einen Appell an die Arabische Liga und an die UN, sie mögen doch bitte helfen. Während der Arabische Frühling jene Unrechtsherrscher hinweg fegte, die mit Israel unter einer Decke steckten, haben es ihre Nachfolger wie z. B. Mursi versäumt, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um die Bewohner Gazas vor den mordwütigen Zionisten zu schützen. Die Herrscher in der islamischen Welt haben nicht einmal im Ansatz versucht, zumindest politischen Druck auf Israel auszuüben. Weder wurden israelische Botschafter des Landes verwiesen noch hat man die Wirtschaftsbeziehungen zu Israel unterbrochen, die Ägypten und die Türkei zu Israel pflegen.


Ist Israel einfach zu mächtig?


Ganz im Gegenteil, die Fakten deuten auf etwas anderes hin. Israel ist ein winziges Land, das keinerlei strategischen Vorteile aufweisen kann. Ein Kampfjet braucht maximal vier Minuten um Israel vom Jordan bis zum Mittelmeer zu überqueren, das sind etwa 70 Kilometer. Aufgrund der niedrigen Einwohnerzahl kann es keine größere Armee auf die Beine stellen und ist somit auf seine Reservisten angewiesen. Ein weiterer Nachteil einer kleinen Bevölkerung besteht darin, dass man schon bei relativ geringen Verlusten, sowohl militärisch als auch zivil, die Auswirkungen deutlich zu spüren bekommt.
Seit seiner Gründung musste sich Israel darauf verlassen, dass ausreichend Einwanderer in das Land kommen, um die Bevölkerung zu stabilisieren. Während früher tatsächlich die Zahl der Einwanderer größer war als die Zahl der Auswanderer, hat sich dieser Trend nun umgekehrt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wollen immer mehr Einwohner Israels das Land verlassen. Und so wandern jedes Jahr mehr Israelis nach Europa und in die USA aus als Juden von außerhalb nach Israel einwandern.
Israels konventionellen Streitkräfte umfassen lediglich 176.000 aktive Soldaten und 500.000 Reservisten. Das Waffenarsenal, das überwiegend aus den USA stammt, umfasst 600 Kampfflugzeuge. Das ägyptische Arsenal hingegen verfügt über 1.200 Kampfflugzeuge, hiervon 240 F-16-Jäger und 450.000 Soldaten. Die Türkei verfügt über 700 Kampfflugzeuge und über 400.000 Truppen.


Warum konnten jene muslimischen Länder, die sich in der Vergangenheit mit Israel im Krieg befanden, Palästina nicht befreien?


Seit dem Tag der Gründung Israels haben sich die muslimischen Herrscher nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie man Palästina befreien könnte. Sie waren in Kriege verwickelt, die taktische Ziele verfolgten, jedoch nicht das Ende der israelischen Besatzung. Die Darstellung der muslimischen Herrscher als „Verteidiger der palästinensischen Sache“ ist nichts weiter als eine Fassade, ein Trugbild:
a) Die Suez-Krise in 1956 war keineswegs ein Krieg zur Befreiung Palästinas, sondern vielmehr eine Auseinandersetzung zwischen den Amerikanern und den Engländern um die Kontrolle des strategisch wichtigen Suezkanals.
b) Der Sechstagekrieg in 1967 ist ein inszenierter Krieg gewesen, bei dem im Vorfeld schon abgesprochen wurde, wie er verlaufen und ausgehen soll. Der Verrat der muslimischen Herrscher ist unter anderem durch einen bekannten Vorfall aufgeflogen. Als syrische Truppen die Golanhöhen besetzten, hörten sie durch den syrischen Staatsfunk, dass Israel die Golanhöhen besetzt habe, obwohl sich doch zu diesem Zeitpunkt syrische Truppen auf dem Golan aufhielten.
c) Der Oktoberkrieg in 1973, den Ägypten und Syrien gegen Israel starteten, war auf bestimmte Ziele beschränkt und hatte nie die Befreiung Palästinas im Sinne. Mohammed Heikal, von 1957-1974 Herausgeber der Al-Ahram, erlebte den Krieg und beschreibt in seinem Buch „Die Straße nach Ramadan“ die Stimmung Anwar Sadats und zitiert einen seiner Generäle, der die Ziele des Krieges mit einem Samurai vergleicht, der zwei Schwerter zieht – ein langes und ein kurzes. Und dieser Krieg sei ein Fall für das kurze Schwert. Gemeint ist hier, dass es ein beschränkter Krieg mit beschränkten Zielen war, der absolut nichts mit der Befreiung Palästinas zu tun hat.
Wie könnte der weitere Verlauf aussehen?
Weder die Türkei noch Ägypten möchte von den Muslimen als Verräter betrachtet werden. Deshalb werden beide Länder Washington dazu drängen, Israel wieder an die kurze Leine zu nehmen. Weiterhin hat Ägypten kein Interesse an einer möglichen Flüchtlingswelle aus dem Gazastreifen, der ja eine Grenze zu Ägypten hat. Insofern könnte Israel eventuell zum Einlenken gebracht werden. Traurig ist allerdings, dass ein möglicher Druck seitens Ägyptens und der Türkei lediglich nationale bzw. eigene Interessen im Sinne hätte und nicht den Schutz und die Sicherheit der Muslime in Palästina.


Die Lösung ist eine einzige


Es ist mehr als deutlich, dass die Herrscher in unseren Ländern schlichtweg kein Interesse daran haben, Palästina aus den Klauen der Zionisten zu befreien. Ihre Herzen sind verhärtet, und ihr Gehör vernimmt die Schreie der Muslime nicht, die unter dem Bombenhagel Insraels bitter leiden. Ihre Liebe zur Dunya hat sie fest im Griff, ebenso wie ihre Herren in Washington und London. Mursi wie auch Erdogan wie auch alle anderen Verräter in unseren Ländern müssen unverzüglich beseitigt werden, um an ihrer statt einen Kalifen einzusetzen, der den Tadel eines Tadelnden in Allah (s.w.t.) nicht fürchtet. Ein Führer der Gläubigen, der nur die Begegnung mit Allah fürchtet und die islamischen Armeen in Richtung Jerusalem entsendet, auf dass die Muslime Palästinas endlich wieder in Schutz und Würde leben dürfen, und auf dass der gesegnete Boden vom Schmutz der Zionisten endlich befreit wird.