Es gibt mehrere Berichte, die darauf hinweisen, dass Syriens Chemische Waffen verlegt bzw. in Sicherheit gebracht wurden, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Doch können diese Waffen am Konflikt zwischen Assad und der Ummah ohnehin nicht viel ausrichten.
Massenvernichtungswaffen
Es gibt mehrere Berichte, die darauf hinweisen, dass Syriens Chemische Waffen verlegt bzw. in Sicherheit gebracht wurden, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Doch können diese Waffen am Konflikt zwischen Assad und der Ummah ohnehin nicht viel ausrichten. Denn zum einen besitzt Syrien über keine großen Mengen an chemischen Kampfstoffen. Zum anderen weiß man aus den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und des Iran-Irak-Krieges, das chemische Kampfstoffe flüchtig sind bzw. schnell verdampfen. Das bedeutet, dass eine große Menge an Kampfstoff lediglich auf einen relativ kleinen Bereich verteilt werden darf, um eine effektive, tödliche Konzentration zu erreichen. Die Kämpfe zwischen Assad und der Opposition finden jedoch im ganzen Land statt. Und wie bereits erwähnt, hat der Widerstand den großen Vorteil, dass er weder über ortsfeste Stützpunkte verfügt, an denen er sich aufhält, noch feste Versorgungsrouten hat, über die er seinen Nachschub bezieht. Somit wäre beispielsweise der Einsatz von Artillerie völlig ineffektiv, um größere Bereiche mit chemischen Kampfstoffen in ausreichender Konzentration einzudecken.
Denkbar wäre allerdings der Einsatz von Raketen als Trägersystem für chemische Kampfstoffe. Durch seine guten Beziehungen zu Russland konnte sich Assad ein umfangreiches Waffenarsenal beschaffen. Hierzu gehört ein großer Bestand an Scud-Raketen. Dieses taktisch-ballistische Raketensystem wurde einst während des Kalten Krieges von der Sowjetunion entwickelt und in viele Länder der Welt exportiert; unter anderem auch nach Syrien.
Doch als taktische Waffe gegen bewegliche Ziele sind Scud-Raketen ein ineffektives Mittel. Als 1991 Scud-Raketen vom Irak aus nach Israel flogen, wurden keinerlei nennenswerte militärischen Ziele, Regierungsgebäude oder infrastrukturelle Ziele getroffen. Es kamen gerade einmal zwei Israelis durch den direkten Raketeneinschlag ums Leben. Scud-Raketen sind gegen Weichziele bzw. Menschen bestenfalls zur Einschüchterung und Verängstigung geeignet, sprich zur psychologischen Kriegsführung. Ansonsten lassen sie sich effektiv nur gegen größere Komplexe wie Flughäfen oder Industrieanlagen einsetzen – vorausgesetzt, sie treffen. Denn Scud-Raketen sind keine gelenkten Raketen und haben eine relativ niedrige Präzision. Es ist praktisch ausgeschlossen, ein bewegliches Ziel mit einer Scud zu treffen. Zudem ist es sehr fragwürdig, ob es Assad überhaupt gelingen wird, einen chemischen Gefechtskopf in eine Scud zu integrieren. Im Juli 2007 ging nämlich ein syrisches Waffenlager in die Luft, wodurch etwa 15 Menschen um Leben kamen. Jane’s Defence Weekly, eine Militärzeitschrift, geht davon aus, dass sich die Explosion infolge des Versuchs syrischer und iranischer Militärs ereignete, eine Scud-Rakete mit einem Senfgas-Gefechtskopf zu bestücken.
Intervention
Der Bombenanschlag auf die Zentrale der Nationalen Sicherheitsbehörde in Damaskus am 18. Juli 2012 kostete mehreren Geheimdienst-Chefs und möglichen Nachfolgern Assads das Leben. Für die Amerikaner war das der Anlass, offen über eine mögliche Intervention zu sprechen, infolge der Gefahr eines Bürgerkrieges und der Inbesitznahme chemischer Waffen durch radikale Kräfte. Der amtierende syrische Verteidigungsminister Dawoud Rajha, der ehemalige Verteidigungsminister Hassan Turkmani, Innenminister Mohammad al-Shaar, der Chef des Nationalen Sicherheitsrates Hisham Biktyar und der Vize-Verteidigungsminister Assef Shawkat (Assads Schwager) sind dabei getötet worden. Hingegen soll Assads Bruder Maher al-Assad, Kommandeur der Republikanischen Garde und der Vierten Division, lediglich beide Beine verloren haben. Dies veranlasste mehrere US-Amtsträger, darunter den Verteidigungsminister, mit Nachdruck für eine mögliche Intervention werben.
Es lässt alles darauf schließen, dass die Amerikaner im Falle eines weiteren Erstarkens des islamischen Widerstands in Syrien militärisch eingreifen werden. Die Gefahr durch chemische Waffen ist nichts weiter als ein Vorwand, um eine Intervention in Syrien zu rechtfertigen. Die USA wollen nämlich um jeden Preis verhindern, dass Assad durch jemanden ersetzt wird, der die Interessen der Ummah wahrt und jene der Amerikaner in der Region gefährdet. Gegenwärtig versuchen die Amerikaner, den Vormarsch der Opposition dadurch zu erschweren, dass sie ihm die Lieferung schwerer Waffen verweigert und auch andere Länder bzw. Mächte darin hindert, bis sie in Syrien zu einer Alternative gelangen, die ihnen Loyalität garantiert. Sobald sich ein konkreter Sieg der Ummah in Syrien abzeichnet und Assad unmittelbar vor dem Sturz steht, werden die Amerikaner aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Kriegsmaschinerie in Gang setzen. Bislang sind die Amerikaner darin gescheitert, eine Alternative zu Assad innerhalb Syriens zu schaffen und die Ummah in ihrem Voranschreiten zu bremsen. Gegenwärtig versuchen sie, die Ummah mit dem billigen Versprechen von schweren Waffen auszutricksen, aber auch hier zeichnet sich kein Erfolg für die Amerikaner ab.
Die USA und ihre Verbündeten denken sich stets neue Lügenkonstrukte aus, um eine mögliche Intervention zu rechtfertigen. Noch versuchen sie, ihre Interessen durch Handlangerstaaten in der Region zu wahren und so die Ummah im Schach zu halten. Doch im letzten Augenblick wird den ungläubigen Kolonialisten die erlogene Gefahr durch chemische Waffen als Kriegsgrund ausreichen, um die Ummah daran zu hindern, Assad durch einen Islamischen Führer zu ersetzen.