Ich befinde mich zur Zeit inmitten der Vorbereitungen zu einem Routinebesuch meiner Eltern in den Weihnachtsferien. Es ist tatsächlich zu einer Art Routine geworden, so dass immer, wenn die Weihnachtsferien in den letzten paar Jahren angefangen haben, wir unsere Sachen, unsere Wollschals und ein paar warme Pullover eingepackt haben und dann für eine entspannende Pause in Welshin in unser Auto gestiegen sind.
Ich befinde mich zur Zeit inmitten der Vorbereitungen zu einem Routinebesuch meiner Eltern in den Weihnachtsferien. Es ist tatsächlich zu einer Art Routine geworden, so dass immer, wenn die Weihnachtsferien in den letzten paar Jahren angefangen haben, wir unsere Sachen, unsere Wollschals und ein paar warme Pullover eingepackt haben und dann für eine entspannende Pause in Welshin in unser Auto gestiegen sind. Die Zeit hier ist mittlerweile geprägt von übermäßigem Konsum wundervollen Essens, weihnachtlichem Fernsehprogramm und natürlich in erster Linie einer großen Menge an Zeit, die man mit der Familie verbringt, einfach weil jeder Zuhause ist, in der Nähe von Heizungen, gekuschelt um den Kaffeetisch. Das fast schon rituelle Einkaufen zu Schlussverkäufen, wo ich versuche, all die Dinge zu kaufen, die ich für das kommende Jahr brauche, gepaart mit der wundervollen Zeit, die ich mit meiner Familie verbringe, treibt mich jedes Mal zu der Frage, worum es im Leben eigentlich geht. Ohne zu philosophisch werden zu wollen: Ich erhalte jedes Jahr einen Einblick in eine Welt, wie sie sein könnte, wenn nicht das Feuer des Islam in meinem Herzen brennen würde.
Alhamdulillah kann ich sagen, dass die Zeit, die ich mit meiner Familie verbringe, und all die praktischen Dinge, die ich einkaufe, für mich eine starke Verbindung zu meinem Schöpfer haben. Klar wissen wir alle, welches Augenmerk der Islam auf das Zufriedenstellen der Eltern und das Aufrechterhalten der Verwandtschaftsbande legt. Selbst das rituelle Shoppen hat eine Verbindung (wenn auch von einigen als nur schwach angesehen) zum Schöpfer: Es handelt sich dabei um all die Sachen, die ich benötige, um mich, meine Familie und Kinder eine Weile über Wasser zu halten. Doch genau diese Verbindung ist es, die in mir dieses coole Gefühl aufkommen lässt. Ich frage mich nämlich, wie ich mich fühlen würde, wenn diese Verbindung nicht da wäre.
Diese Verbindung erschafft in mir das zufriedenstellende Gefühl, dass meine Taten, die ich vollziehe, tatsächlich eine Art Gewicht und Wert haben, denn Allah (swt) hat uns in der Sure Adh-Dhuriyat den Zweck des Erschaffens der Menschheit offenbart: nämlich einzig und allein, um Ihm (swt) zu dienen – nicht wegen des Shoppens, Chillens oder Vor-sich-Hinvegetierens, einfach nur um sich glücklich zu fühlen.
Doch ich denke, alhamdulillah, viele von uns, einige von uns, die die Ehre hatten, den Islam für sich wiederzuentdecken, können diese Verbindung rational betrachten. Es ist das Verständnis davon, dass es keinen Sinn oder Nutzen in unserem Leben gäbe, wenn unser Leben nicht in Übereinstimmung mit den Ge- und Verboten Allahs (swt) geführt werden würde. Doch mein Verständnis von diesem Din (Lebensordnung) sagt mir, dass der Sinn und Zweck des Lebens (islamisch betrachtet) mehr als dies bedeutet, und es ist meiner Meinung nach eine Herausforderung für jeden von uns, dies in seinem Leben zu verankern. Was mich für die muslimische Community mehr besorgt, ist ein neuerliches Phänomen, was, so empfinde ich, eine Herausforderung für unser Bedürfnis, einzig und allein für den Islam zu leben, darstellt.
Ich erinnere mich an eine Schwester, die zu mir sagte, dass die größte Hürde für die muslimische Community im Westen bei der Wiedererlangung der gerechten islamischen Gesetzgebung darin besteht, dass wir zu einem Lebensstil verlockt wurden, dem britischen Lebensstil, welcher uns und unsere Sehnsüchte vom Rest der Umma trennt. Die Tatsache, dass wir im Supermarkt Halal-Fleisch, sogar aus biologischem Anbau, eine stetig wachsende Fülle an Moscheen, das Aufblühen islamischer Mode, islamische Unterhaltung – sowohl Musik als auch im Fernsehen – und selbst mit einer islamischen Agenda die Möglichkeit zur Anteilnahme an der britischen Politik haben, lässt in vielen Muslimen, die heutzutage nach dem Islam leben, das Gefühl von „das war es“ aufkommen. Wir haben eine Art islamische Version von so gut wie allem, was es auf dem britischen Markt gibt. Wir haben alles, was wir brauchen, direkt um uns herum, und unser Ziel ist es geworden, diesen britisch-islamischen Lebensstil vor allem anderen weiter zu entwickeln, was, wie ich finde, nichts als Nachahmung der realitätsfremden Unterhaltungskultur des Westens ist. Wir baden in materiellen Gütern und Vorstellungen, die uns den „Kick“ verschaffen, unsere Zeit kosten und uns letztlich dabei helfen, der krassen Realität des Lebens zu entkommen. Dinge, die außer Landes passieren, sind nicht wirklich unsere Probleme, denn wir fühlen uns dem Westen zugehörig, und hier ist es, wo unsere Sorgen und Ziele liegen sollten. Alhamdulillah sind viele dieser Dinge gut für die muslimische Community, da sie uns dazu verholfen haben, nach dem Islam zu leben und unseren Din zurückzuerlangen. Doch ich fürchte, dass wenn die muslimische Community diese neue Entwicklung nicht in angemessener Weise behandelt, mehr Gefahren in diesem Phänomen liegen, als sich zunächst daraus erkennen lassen. Ich fürchte, dass wir einfach nur eine Hijab tragende oder das Gebet praktizierende Version unserer britischen Ebenbilder werden, mit denen wir zusammen leben.
Ich bin kein typischer Isolationist, falls du das gerade denkst. Ich denke keinesfalls, dass man alles meiden sollte, was mit dem Westen zutun hat, doch ich denke, dass wir in dieser Gesellschaft nicht nur zwischen Haram und Halal, sondern auch zwischen den Kernideen und Konzepten zu unterscheiden haben. Unser Prophet (saw) hatte während seines gesamten Prophetentums nie Freude oder Annehmlichkeiten als Lebensziel, weder materiell noch emotional. Auch seine Sahaba (Gefährten) hatten dies nicht. Vielmehr war sein Ziel, das Wort des Islam zum Höchsten zu erheben und die Umma zu beschützen, was durch seine bekannte Ansprache an Abu Talib deutlich gemacht wurde: „Wenn du die Sonne in meine rechte Hand und den Mond in meine Linke legen würdest, so würde ich von dieser Sache (die Menschen zum Islam aufzurufen) nicht ablassen, bis Allah den Sieg bringt oder ich dabei zugrunde gehe.“ Nicht nur, dass er seine und die Annehmlichkeiten seiner Familie für den Islam opferte, nein, er war selbst dafür bereit, sein eigenes Leben dafür zu geben. Dies ist das beste Beispiel für uns. Sollten wir dem also nicht folgen?
Das Schöne am Islam ist, dass er uns nicht dazu auffordert, ein Leben im Asketentum zu verbringen, so dass wir uns von allem Materiellen entfernen müssten. Reichtum wird vom Islam nicht einmal als grundsätzlich schlecht oder böse betrachtet, Allah (swt) fordert jedoch von uns, die Frage nach dem Sinn unserer Existenz immer wieder in den Vordergrund zu rufen. Sind wir hier, um nach Annehmlichkeiten oder einem individualistischem Lebensstil, ähnlich dem unserer nichtmuslimischen Gegenstücke, zu streben, uns nur um uns selbst und um die Menschen, die uns am nächsten stehen, zu kümmern, den „Kick“ in unserem Leben aus materiellen Dingen zu suchen? Nur weil einige Dinge unter dem Deckmantel des Islam präsentiert werden, bedeutet dies nicht, dass das Verwenden dessen weniger gefährlich wäre als das Verwenden der hiesigen Popkultur des Westens.
Die Fülle an Beweisen im Qur’an und in der Sunna zeigen deutlich, dass der Grund, weshalb wir morgens aufwachen, der wichtigste Teil unseres Tages und die Dinge, die uns begeistern – all dies – im Islam liegen sollte und nirgendwo anders. So sagte der Prophet (saw): „Keiner von euch ist wahrhaft gläubig, bis seine Neigungen dem entsprechen, womit ich gekommen bin“. Deshalb müssen wir uns Zeit zum Nachdenken nehmen, Nachdenken darüber, was es wirklich bedeutet, ein Muslim zu sein, was es bedeutet, dafür zu leben, das Wort Allahs (swt) in die Welt zu tragen und das Wort des Islam zum Höchsten zu machen, dass wir die Vorreiter des Islam und der Umma sind und dies Pflichten und Verantwortungen mit sich bringt. Es geht nicht nur um das Beten, Fasten, das Erfüllen islamischer Grundpfeiler und seine Kinder in islamische Schulen zu schicken. Wir müssen über diesen wundervollen Din Allahs (swt) und die Tatsache, dass wir den geehrten Qur’an in unseren Bücherregalen verstauben lassen, nachdenken, nachdenken darüber, dass wir meinen, astaghfirullah, dass der Qur’an nicht gut genug wäre, unsere Angelegenheiten in der sogenannten „modernen Welt“ zu regeln. Die daraus resultierenden Auswirkungen sind vielfältig: Wir haben ein globales Wirtschaftssystem, das kurz vor dem Zusammenbruch steht, ein Sozialsystem, in dem Vergewaltigungen, Kriminalität und Morde häufig vorkommen, eine Welt, in der das Missbrauchen und die Unterdrückung der Umma Teil des Lebens sind. In dieser turbulenten Zeit, in der wir leben, sollte es nicht normal sein, dass ein Diener Allahs (swt) ein Leben im Komfort führt, ein Leben, vollgepackt mit jeder erdenklichen Art von Verpflegung, aber ohne höhere Ideale. Die Tatsache, dass gestern auch nur eine Mutter dieser Umma im Gazastreifen den Tod ihrer Kinder erleben musste, sollte für uns Anlass genug sein, all unsere Energie und Mühen, Zeit und unseren Schweiß in die Arbeit zur Implementierung der Gesetzgebung Allahs (swt) und für das Wiederherstellen des Schildes eines gerechten Herrschers für diese Umma zu investieren. Der Prophet (saw) sagte: „Der Imam ist ein Schutzschild; man kämpft hinter ihm und schützt sich durch ihn.“ Der dadurch verspürte Schmerz sollte so sein wie der, den wir empfinden würden, wenn es unserer eigenen Mutter oder Schwester passieren würde, so, wie der Prophet (saw) die Beziehung zu unserer Umma, wo auch immer sie sein sollte, mit einem Teil unseres Körpers verglich, der, wenn er schmerzt, uns unweigerlich ebenfalls Schmerz bereitet.
In dieser Dunya zu leben ist richtig, da unsere Körper und Familien alle ein gewisses Anrecht uns gegenüber haben, so, wie unser Schöpfer es uns vorgeschrieben hat. Da dies jedoch nicht die Aufgabe ist, die Allah (swt) in dem Moment, in dem er die Menschheit erschuf, für uns vorgesehen hatte, sollte dies auch nicht der einzige Zweck unseres Daseins sein. Wir wissen, dass Allahs (swt) Wohlgefallen und das Versprechen von Al-Jannah (das Paradies) nur denjenigen zugutekommt, die lebten, um das Wort Allahs zum Höchsten zu erheben und so viel wie möglich aus ihrem Leben dafür zu opfern – nicht jedoch diejenigen, die lediglich nach dem leben was Allah (swt) erlaubt und was er verboten hat. Das Leben für den Islam ist der Weg nach Al-Jannah, nicht das Leben nach dem Islam. Und wer würde es riskieren, einen anderen Weg zu gehen?
﴿قُلْإِنكَانَآبَاؤُكُمْوَأَبْنَاؤُكُمْوَإِخْوَانُكُمْوَأَزْوَاجُكُمْوَعَشِيرَتُكُمْوَأَمْوَالٌاقْتَرَفْتُمُوهَاوَتِجَارَةٌتَخْشَوْنَكَسَادَهَاوَمَسَاكِنُتَرْضَوْنَهَاأَحَبَّإِلَيْكُممِّنَاللَّهِوَرَسُولِهِوَجِهَادٍفِيسَبِيلِهِفَتَرَبَّصُواحَتَّىٰيَأْتِيَاللَّهُبِأَمْرِهِۗوَاللَّهُلَايَهْدِيالْقَوْمَالْفَاسِقِينَ﴾
Sprich: Wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Gattinnen, und eure Sippemitglieder, Besitz, den ihr erworben habt, Handel, dessen Niedergang ihr fürchtet, und Wohnungen, an denen ihr Gefallen findet, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und das Abmühen auf Seinem Weg, dann wartet ab, bis Allah mit seiner Anordnung kommt! Allah leitet das Volk der Frevler nicht recht.[9:24]