Die islamische Umma befindet sich auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Der sogenannte Arabische Frühling und der unerschütterliche Kampf der Muslime Syriens gegen die Gewaltherrschaft von Bashar Al-Assad verdeutlichen einmal mehr, dass die Umma ihr Schicksal nicht mehr den Weltmächten und ihren Vasallen anvertrauen will.
Die islamische Umma befindet sich auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Der sogenannte Arabische Frühling und der unerschütterliche Kampf der Muslime Syriens gegen die Gewaltherrschaft von Bashar Al-Assad verdeutlichen einmal mehr, dass die Umma ihr Schicksal nicht mehr den Weltmächten und ihren Vasallen anvertrauen will.
Längst haben die neokolonialistischen Mächte erkannt, dass der Islam die Massen bewegen und in seiner richtigen Umsetzung die Weltpolitik maßgeblich beeinflussen kann.
Aus der Perspektive der säkularen und kapitalistisch-demokratischen Machthaber stellt das Verlangen nach Wiederaufnahme der islamischen Lebensweise eine Bedrohung ihrer vitalen Interessen dar. Die Politik der gegenwärtigen Weltmächte fokussiert sich – motiviert durch ihre kapitalistische Profitorientierung – auf die Ausbeutung der Weltressourcen, die Kontrolle strategischer Handelsknotenpunkte, die Anhäufung von Reichtum in die Hände einiger Weniger und nicht zuletzt die permanente Wachsamkeit zur Unterschlagung populärer Revolten. Die Ungerechtigkeit und Dekadenz der kapitalistischen Demokratie ist derart evident, dass es nicht mal Statistiken und Umfragen bedarf, um diese Tatsache zu untermauern.
Nur die islamische Lebensordnung vermag die Menschheit aus der vom Menschen verschuldeten Finsternis hin zum göttlichen Licht zu führen. Die Umma erkennt mehr und mehr, dass nur ein Islamischer Staat die Menschheit ideologisch führen kann, weil eben einzig die islamische Lebensordnung diejenige ist, die der Natur des Menschen entspricht und bewiesen hat, dass sie bei richtiger Anwendung zum Aufstieg der Völker geeignet ist.
Der Jahrhunderte alte Hass der Kirche gegenüber dem Islam und die permanente Diffamierung unseres geliebten Propheten Muhammad (s.a.s.) sind bis heute tief verwurzelte negative Erkenntnisse der „aufgeklärten“ westlichen Gesellschaften.
Eine vorurteilsfreie und wertneutrale Auseinandersetzung mit der islamischen Lebensordnung hat bisher nie in einem konstruktiven und gesellschaftlich relevanten Ausmaß stattgefunden, so dass es dann auch nicht verwundert, wenn sogenannte islamkritische Stimmen unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit die Ideale und Werte des Islam angreifen.
In diesem Zusammenhang ist dann auch der jüngste Propagandafilm „Innocence of Muslims“ zu sehen, der auf widerwärtige Art und Weise die Aqida der Muslime diffamiert. Für die US-Administration kommt dieser Film zu einem denkbar ungelegenen Zeitpunkt. Denn insbesondere nach dem Arabischen Frühling ist die Obama-Administration darum bemüht, ihre Beziehungen zu der muslimischen Welt neu zu definieren. Durch diesen Schandfilm nun projiziert sich der Unmut und die Wut der Muslime gerade auf die USA samt ihrer Vertretungen in der islamischen Welt, weil sie als führende Weltmacht die Speerspitze und treibende Kraft hinter dem Feldzug gegen den Islam bilden und auch in dieser Position von der Umma wahrgenommen werden.
Die Macht des Volkes ist derart präsent, dass die neuen und als liberal-islamisch geltenden Regierungen nicht in der Lage sind, die massiven Proteste der Umma zu unterdrücken.
Vor diesem Hintergrund muss auch der Protestaufruf der Muslimbrüder in Ägypten vor der US-Botschaft gesehen werden oder die Deklarierung des Freitags als Protesttag seitens der pakistanischen Regierung, um den Emotionen der Muslime gerecht zu werden und die Proteste auch für ihr eigenes Ansehen als vermeintliche Schützer islamischer Werte zu missbrauchen, obwohl sie es gerade sind, die zur Demokratie aufrufen und westliche Gesetzgebungen anwenden.
Durch diesen Schandfilm und die anschließenden Diskussionen ist es ersichtlich geworden, dass die Befürworter die Meinungsfreiheit als Hauptargument aufführen, während die Muslime die Darstellung des Propheten (s.a.s.) als Blasphemie und Beleidigung des Islam und somit als islamrechtlichen Straftatbestand betrachten.
An dieser Stelle kollidieren nun zwei ideologiefremde Wertesysteme aufeinander. Auf der einen Seite die Werte der „Aufklärung“, in diesem Falle die uneingeschränkte Meinungsfreiheit, und auf der anderen Seite das islamische Lebensverständnis, mit Allah (s.w.t.) als Gesetzgeber und Souverän.
Nach eingehendem Studium der soziologischen Veränderungen in der muslimischen Welt kommt man zur ungeteilten Erkenntnis, dass die Umma – insbesondere wahrnehmbar durch den sogenannten Arabischen Frühling – danach strebt, ihr natürliches Recht widerzuerlangen, ihre Heerscher frei zu wählen und in einer Gesellschaft zu leben, in der die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse auf Grundlage der islamischen Aqida geregelt werden.
Diese populären Volksaufstände und Proteste verdeutlichen somit, dass der Islam und die westliche Demokratie miteinander unvereinbare Lebenssysteme darstellen und der Islam und die kapitalistische Demokratie schon aufgrund der inhaltlichen Definition beider Ideologien wesensfremde Systeme mit konträren Antworten zu gleichen Problemen des Menschen und der Gesellschaft haben.
Diese Erkenntnis sollte vor allem denjenigen Muslimen deutlich werden, die unverhohlen zu Demokratie, Integration in unislamische Gesellschaften, Partizipation an politischen Systemen des Westens und einem uneingeschränkten Bekenntnis zum Grundgesetz mit seinen islamfremden Freiheitsverständnissen aufrufen.
Im Islam unterwirft sich der Muslim im Trachten nach Allahs Wohlgefallen Seiner (s.w.t.) Lebensordnung, während die Demokratie die menschlichen Neigungen und seine niederen Triebe zum absoluten Entscheidungsträger im Leben erhebt.
Dieses Dilemma wird für die arroganten Weltmächte immer dann erkennbar, wenn der Islam und seine Werte beleidigend und entehrend angegriffen werden, wie z.B. bei Salman Rushdies „Satanische Verse“, die Karikaturen gegen unseren geliebten Propheten (s.a.s.) oder dem jüngsten Schandvideo, wodurch sogar nicht praktizierende Muslime sich als Teil der Umma wiedererkennen und so zu ihrer wahren Identität gelangen.
Die Proteste in der islamischen Welt sind ein klares Bekenntnis der Umma zu den islamischen Lebensverständnissen und eine Abkehr vom weithin propagierten Trugschluss, dass die Nachahmung westlicher Lebenssysteme zum Fortschritt und Aufstieg der Umma führen würden.
Allah (s.w.t.) warnt uns in Seinem edlen Qur’an mit folgenden Worten:
O die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und Christen zu Freunden. Sie sind einander Freunde. Und wer sie von euch zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.
(Sura Al-Ma’ida 5, Aya 51)