In vielen Hadithen spricht der Gesandte Allahs (s.) von den „Fremden“, die das richten, was die Menschen verdorben haben. Sie werden in einer Zeit nach den Gefährten leben, wenn vom Islam im Leben der Menschen nicht viel übrig geblieben ist.
In vielen Hadithen spricht der Gesandte Allahs (s.) von den „Fremden“, die das richten, was die Menschen verdorben haben. Sie werden in einer Zeit nach den Gefährten leben, wenn vom Islam im Leben der Menschen nicht viel übrig geblieben ist.
Im folgenden Beitrag sind diese Hadithe in richtiger Überliefererkette wiedergegeben. Sie sollten für uns alle ein Ansporn sein.
Fremde, aus den Stämmen Entrissene:
Muslim berichtet von Abu Hurairah (r.), der sagte: „Es sprach der Gesandte Allahs: ‚Fremd begann der Islam, und fremd wird er zurückkehren. Heil also den Fremden!'“
Mit „al-Ghuraba'“, die Fremden, bezeichnet man im Arabischen Leute, die ihrem Stamm oder ihrer Sippe entrissen sind (An-Nuzzaa‘).
Al-Daramiyy, Ibn Magah, Ibn Abi Saibah, Al-Bazzar, Abu Ya’la und Ahmad berichten mit einem Isnad, dessen Überlieferer vertrauenswürdig sind – der Wortlaut ist der bei Ahmad –, von Abdullah Ibn Mascud (r.), der sagte: „Es sprach der Gesandte Allahs (s.): ‚Wahrlich, fremd begann der Islam, und fremd wird er zurückkehren, so wie er begann. Heil also den Fremden!‘ Man fragte: ‚Und wer sind die Fremden?‘ Er antwortete: ‚Die den Stämmen Entrissenen (Al-Nuzzaa‘).'“
Im Buch „Lisan al-Arab“ heißt es: „Die al-Nuzzaa‘ aus den Stämmen sind ihre Fremden, die bei Stämmen wohnen, zu denen sie nicht gehören. Die Einzahl ist „Nazii'“ und „Naazi'“. […] Es ist derjenige, der seiner Familie und Sippe entrissen ist, d.h. er hat sich entfernt und ist abwesend.“
Zu den Eigenschaften, die diese entrissenen Fremden schmücken, zählen folgende:
Sie werden rechtens, wenn die Leute verdorben sind: Beweis dafür ist der Hadit von Amr Ibn Auf Ibn Zaid Ibn Malhah Al-Mazniyy (r.), dass der Gesandte Allahs (s.) sprach: „Der Din wird sich im Hijaz zusammenziehen, wie sich die Schlange in ihrem Loch zusammenzieht. Er wird sich den Higaz als Festung und Zufluchtsort nehmen, wie sich die Gams den Berggipfel als Zufluchtsort nimmt. Wahrlich, fremd hat der Din begonnen und fremd kehrt er wieder zurück. Heil also den Fremden, die das richten, was die Menschen nach mir von meiner Sunna verdorben haben.“ Abu Isa sagte, dass dieser Hadit hasan sei.
Die Fremden sind nicht die Gefährten des Propheten, denn sie kommen, nachdem die Menschen die Lebensweise Muhammads (s.) verdorben haben. Die Prophetengefährten, Allahs Wohlgefallen über sie, haben seine Lebensweise nicht verdorben, auch verdarb sie nicht in ihrer Zeit. Beleg dafür ist auch der Hadit von Sahl Ibn Sad Al-Sa’idiyy (r.), der sagte: „Es sprach der Gesandte Allahs (s.): „Fremd begann der Islam und fremd wird er auch zurückkehren, so wie er begann. Heil also den Fremden!‘ Sie sagten: ‚O Gesandter Allahs, und wer sind die Fremden?‘ , er antwortete: ‚Es sind jene, die rechtens werden, wenn die Menschen verdorben sind.'“ Dies ist der Bericht des Al-Tabaraniyy im „Al-Kabir“. Im „Al-Awsat“ und im „Al-Sagir“ heißt es: „die rechtens werden, wenn die Menschen verderben.“ Das Wort „idha“ wird für die Zukunft verwendet. Darin liegt also ein Hinweis, dass der Prozess des Verderbens nach der Zeit der Prophetengefährten geschehen wird. Über diesen Hadit sagt Al-Haitamiyy: „Al-Tabaraniyy berichtete ihn in den drei Werken , seine Überlieferer sind die Überlieferer des Sahih, bis auf Bakr Ibn Salim, der aber vertrauenswürdig ist.
Es sind wenige:
Ahmad, Al-Tabaraniyy und Abdullah berichten von Abdullah Ibn Amr, der sprach: „Ich war eines Tages mit dem Gesandten Allahs (s.) zusammen, als die Sonne aufging. Da sprach er: ‚Am Tage der Auferstehung kommen Leute, deren Licht dem der Sonne gleichen wird.‘ Da fragte Abu Bakr: ‚Sind wir diese, o Gesandter Allahs?‘ Er antwortete: ‚Nein! Euch kommt aber auch viel Gutes zu. Es sind vielmehr jene armen Auswanderer, die aus den verschiedensten Ländern der Erde versammelt werden.‘ Dann sagte er: ‚Heil den Fremden, heil den Fremden!‘ Man fragte: ‚Und wer sind die Fremden?‘ Er antwortete: ‚Wenige gute Leute unter vielen schlechten Leuten. Jene, die ihnen nicht gehorchen, sind mehr als jene, die ihnen gehorchen.'“
Al-Haithamiyy sagte: „Im „Al-Kabir“ hat der Hadit viele Ketten, von denen eine aus den Überlieferern des Sahih besteht. Hier sei Folgendes gesagt: Es muss beachtet werden, dass die Auszeichnung des Fremdseins nicht besser ist als die Auszeichnung des Gefährtentums. Al-Ghurabaa‘, die „entrissenen Fremden“, sind also nicht besser als die Sahabah. So haben sich einige Sahabah mit einigen Eigenschaften ausgezeichnet, die über das Gefährtentum hinausgingen, trotzdem waren sie nicht besser als Abu Bakr. Auch hat sich Uwais Al-Qarniyy mit einer besonderen Eigenschaft ausgezeichnet, die ihn aber nicht besser gemacht hat als die Sahabah, obwohl er ein Tabiciyy war. In gleicher Weise verhält es sich mit den „entrissenen Fremden“.
Aus verschiedenster Menschen Herkunft: Al-Hakim brachte im „Al-Mustadrak“ einen Hadit von Abdullah Ibn Umar (r.) heraus und sagte, er sei richtig im Isnad und von beiden nicht herausgegeben. Ibn Umar berichtet: „Es sprach der Gesandte Allahs (s.): „Allah hat Diener, die weder Propheten noch Märtyrer sind. Doch die Märtyrer und Propheten werden am Tage der Auferstehung wohlwollend staunen über ihre Nähe zu Allah, dem Erhabenen, und den Platz, den sie bei Ihm einnehmen werden.“ Da erhob sich ein Wüstenaraber auf seinen Knien und sprach: ‚O Gesandter Allahs! Beschreibe sie uns, stelle sie uns genau vor!‘ Er antwortete: ‚Leute aus verschiedenster Menschen Herkunft (Afna‘), den Stämmen entrissen. Um Allahs willen haben sie sich befreundet und um Seinetwillen lieben sie sich. Am Tage der Auferstehung wird Allah, der Mächtige und Gewaltige, ihnen Kanzeln aus Licht bereiten. Die Menschen werden sich fürchten, doch sie fürchten sich nicht. Es sind die Schützlinge Allahs, über die keine Furcht kommen wird, noch werden sie traurig sein.“ Im „Al-Lisan“ heißt es: „Afna‘ sind Leute gemischter Herkunft, die Einzahl ist Finw.“ Dieses Attribut ist auch im Hadit des Abu Malik Al-Ash’ariyy (r.) erwähnt worden, bei Ahmad mit folgendem Wortlaut überliefert: „Es sind Leute aus verschiedenster Menschen Herkunft und den Stämmen entrissen.“ Bei Al-Tabaraniyy im „Al-Kabir“ heißt es: „aus verschiedensten Ländern.“
Sie lieben sich im Geiste Allahs:
Das heißt im Geiste der Rechtslehre Muhammads (s.). Mit anderen Worten ist es allein die Ideologie des Islam, die sie verbindet. Keine andere Bindung schließt sie zusammen: weder Herkunft noch Verwandtschaft und auch nicht materielles Interesse oder diesseitiger Nutzen. Abu Dawud brachte in einem Isnad, dessen Überlieferer vertrauenswürdig sind, von Umar Ibn Al-Hattab folgenden Bericht heraus: „Es sprach der Prophet (s.): „Unter den Dienern Allahs gibt es Menschen, die weder Propheten noch Märtyrer sind. Die Propheten und Märtyrer werden wohlwollend staunen über ihren Stand bei Allah, dem Erhabenen.“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs, erzählst du uns wer sie sind?“ Er antwortete: „Es sind Leute, die sich im Geiste Allahs lieben, ohne Verwandtschaftsbande zwischen ihnen oder Vermögenswerte, die sie einander zureichen. Bei Allah! Ihre Gesichter werden leuchten und sie werden auf Pfaden des Lichts sein. Wenn die Menschen sich fürchten, werden sie ohne Furcht sein. Und wenn die Menschen traurig sind, werden sie ohne Trauer sein.“ Dann trug er die Aya vor: „Wahrlich, über die Schützlinge Allahs soll keine Furcht kommen und nicht sollen sie traurig sein.“ (Yunus 10, Aya 62)
Dieses Attribut wurde auch bei Al-Hakim im vorangegangenen Hadit von Ibn Umar erwähnt mit folgendem Wortlaut:
„Um Allahs willen haben sie sich befreundet und um Seinetwillen lieben sie sich.“, und auch bei Ahmad im Hadit des Abu Malik Al-Ash’ariyy mit dem Wortlaut: „Keine verwandtschaftliche Nähe verbindet sie miteinander. Um Allahs willen lieben sie sich und haben ihre Herzen füreinander gereinigt.“ Ebenso ist der Hadit des Abu Malik bei Al-Tabaraniyy mit folgendem Wortlaut überliefert: „Weder existiert eine Verwandtschaftsbande zwischen ihnen, die sie um Allahs willen aufrecht halten, noch diesseitiges Vermögen, das sie einander zureichen. Sie lieben sich im Geiste Allahs, des Erhabenen und Gewaltigen.“
Bei Al-Tabaraniyy wird auch der Hadit des Amr Ibn Absah überliefert, in einem Isnad, über den Al-Haitamiyy sagte, dass seine Überlieferer vertrauenswürdig seien, auch sagte Al-Mundiriyy, er komme dem Sahih nahe und nichts sei an ihm auszusetzen: Amr berichtet: „Ich hörte den Gesandten Allahs (s.) sagen: „[…] sie sind eine Gemeinschaft aus Stämmen Entrissener. Sie kommen (schließen sich) auf der Grundlage des Gedenken Allahs zusammen und suchen sich von den Aussagen das Beste heraus, wie sich der Dattelesser von den Datteln das Beste heraussucht.“ Das Zusammenkommen auf der Grundlage des Gedenken Allahs ist etwas anderes als das Zusammenkommen um Allahs zu gedenken (Dhikr). Im ersten Fall handelt es sich um eine Bindung, die die Leute miteinander verbindet, ob sie nun gerade beisammensitzen oder nicht. Hingegen endet das Zusammenkommen, um Allahs zu gedenken, mit dem Ende der Gedenksitzung (Dhikr).
Auch berichtet Al-Tabaraniyy in einem Isnad, den Al-Haitamiyy und Al-Mundiriyy als hasan einstuften, von Abu Al-Darda‘, der sprach: „Es sagte der Gesandte Allahs (s.): „[…] Es sind die sich um Allahs willen Liebenden, aus verschiedensten Stämmen und verschiedensten Ländern. Sie kommen (schließen sich) auf der Grundlage des Gedenken Allahs zusammen.“ Das heißt die Bindung zwischen ihnen ist das Gedenken Allahs, was in den vorangegangenen Haditen auch als „Ruh-u-llah“ (der Geist Allahs) bezeichnet wurde.
Sie erreichen diesen Rang, ohne Märtyrer zu sein: Denn die Märtyrer werden über sie wohlwollend staunen. Dies bedeutet aber nicht, dass sie besser sein werden als die Propheten und Märtyrer. Vielmehr handelt es sich um eine Eigenschaft, die sie zwar auszeichnet, aber nicht über die Propheten und Märtyrer stellt. Al-Tabaraniyy berichtet im „al-Kabir“ mit einem Isnad, über den Al-Haitamiyy sagt, er sei hasan und seine Überlieferer als vertrauenswürdig festgestellt worden, von Abu Malik Al-Ašcariyy, der sprach: „Ich war beim Propheten (s.), als die Aya: „Ihr, die ihr glaubt! Fragt nicht nach Dingen, die, so sie euch enthüllt werden, euch unangenehm wären.“ (Al-Ma’idah 5, Aya 101) herabgendt wurde. Wir fragten ihn. Da sprach er: ‚Allah hat Diener, die weder Propheten noch Märtyrer sind. Die Propheten und Märtyrer werden am Tage der Auferstehung über ihre Nähe zu Allah und den Platz, den sie bei Ihm einnehmen werden, wohlwollend staunen.“ Auf einer Seite der Ansammlung saß ein Wüstenaraber. Er erhob sich, kniete auf den Knien, hob die Hände und sprach: ‚Erzähle uns von ihnen, o Gesandter Allahs, wer sie sind!‘ Ich sah, wie sich das Gesicht des Propheten (s.) erhellte. Er sprach: ‚Es sind Diener unter den Dienern Allahs, aus verschiedenen Ländern und aus Stämmen verschiedenster Volkszugerhörigkeiten. Zwischen ihnen existiert weder eine Verwandtschsaftsbande, die sie um Allahs willen aufrecht halten, noch ein diesseitiges Vermögen, das sie einander zureichen. Sie lieben einander im Geiste Allahs, des Mächtigen und Gewaltigen. Allah lässt ihr Antlitz erleuchten und bereitet ihnen Kanzeln, dem erhabenen Barmherzigen gegenüber. Die Menschen werden erschrecken, doch sie erschrecken nicht. Die Menschen werden sich fürchten, doch sie fürchten sich nicht.“ Alle Überlieferungen sprechen ihnen einstimmig das Prophetentum und das Märtyrertum ab. Demzufolge haben sie diese erlauchte Stufe durch diese besonderen Eigenschaften erreicht.
Das sind einige der Eigenschaften, die diese Leute schmücken. Ihren erlauchten Stand bei Allah haben die ob erwähnten Hadite klargemacht, eine Wiederholung erübrigt sich. Wer sie studiert, der sollte bestrebt sein, sich eilends eine Kanzel dem erhabenen Barmherzigen gegenüber zu sichern, auf dass Allah sich seiner Fremde erbarme und ihm seinen Wunsch erfülle.
Und unser letzter Bittruf lautet: „Gepriesen sei Allah, der Herr der Welten!“