Die großen islamischen Gelehrten haben diese beiden Prinzipien immer miteinander verbunden, so erläuterte Al-Fadl Ibn Iyad den koranischen Vers: „Damit Er euch prüft, wer von euch die besten Taten vollzieht.“, folgendermaßen: „Die beste Tat ist die aufrichtigste und die richtigste.“ Man fragte ihn: „O Abu Ali, was ist die aufrichtigste und richtigste Tat?“ Er antwortete: „Wenn die Tat richtig vollzogen wurde, aber nicht aufrichtig, wird sie von Allah nicht angenommen. Und wenn sie aufrichtig, aber nicht richtig vollzogen wurde, wird sie von Allah ebenfalls nicht angenommen. Sie wird erst dann angenommen, wenn sie aufrichtig und richtig ist. Aufrichtig ist sie dann, wenn sie nur für Allah getan wurde. Und richtig ist sie, wenn man sie gemäß der Sunna vollzieht.“
Damit eine Handlung als schön – bzw. gut – bezeichnet werden kann, muss sie aufrichtig für Allah und gemäß dem islamischen Recht durchgeführt werden.
Die großen islamischen Gelehrten haben diese beiden Prinzipien immer miteinander verbunden, so erläuterte Al-Fadl Ibn Iyad den koranischen Vers: „Damit Er euch prüft, wer von euch die besten Taten vollzieht.“, folgendermaßen: „Die beste Tat ist die aufrichtigste und die richtigste.“ Man fragte ihn: „O Abu Ali, was ist die aufrichtigste und richtigste Tat?“ Er antwortete: „Wenn die Tat richtig vollzogen wurde, aber nicht aufrichtig, wird sie von Allah nicht angenommen. Und wenn sie aufrichtig, aber nicht richtig vollzogen wurde, wird sie von Allah ebenfalls nicht angenommen. Sie wird erst dann angenommen, wenn sie aufrichtig und richtig ist. Aufrichtig ist sie dann, wenn sie nur für Allah getan wurde. Und richtig ist sie, wenn man sie gemäß der Sunna vollzieht.“
Und Said Ibn Al-Jubair sagte: „Das Wort wird (von Allah) nur mit der entsprechenden Tat angenommen. Und das Wort mit der Tat wird nur mit einer aufrichtigen Absicht angenommen. Und das Wort mit der Tat und der aufrichtigen Absicht wird nur angenommen, wenn die Tat der Sunna entspricht.“
Deswegen muss der Träger der islamischen Dawa darauf achten, dass er die Handlung richtig und nur um Allahs willen vollzieht. Der Erhabene sagt: „Es ist ihnen nur befohlen worden, Allah in Aufrichtigkeit und Hingabe anzubeten.“
In einem von Anas überlieferten Hadith sagt der Gesandte Allahs (s.): „Wenn es der Tag der Auferstehung ist, kommen die Engel mit versiegelten Büchern. Allah, der Erhabene wird sagen: „Dieses (Buch) werft weg und dieses hier nehmt an!“ Die Engel werden sagen: „Bei Deiner Erhabenheit, wir haben nur das niedergeschrieben, was wirklich geschehen ist.“ Und der Erhabene wird antworten: „Diese (Handlungen) wurden nicht um Meinetwillen vollzogen. Und heute nehme ich nur das an, was um Meinetwillen getan wurde.“
Deswegen ist nicht die Anzahl der Handlungen, die man tut, entscheidend, sondern ihre Schönheit, d. h. ihre Aufrichtigkeit und ihre korrekte Durchführung. Im Islam kommt es also auf die Qualität und nicht auf die Quantität an. So sagt der Erhabene: „Damit Er euch prüft, wer von euch die bessten Taten vollzieht.“ Die besten Taten wohl gemerkt und nicht die meisten.
Von Al-Fadl wird berichtet, dass er sagte: „Wie viele von denen, die um die Kaaba schreiten, haben weniger Lohn als jene, die weit entfernt davon sind.“
Es geht also um den aufrichtigen und den korrekten Vollzug der Handlung. Deswegen haben die lauteren Altvorderen (Al-Salaf Al-Salih) unter den Muslimen die „Niyya“, die aufrichtige Absicht, immer in den Vordergrund gestellt. So berichtet Al-Hassan Ibn Rabi‘ über den Jihad des ehrenwerten Imams Abdullah Ibn al-Mubarak: „Ein vermummter muslimischer Reiter preschte vor, duellierte sich mit einem feindlichen Ritter, der den Muslimen viel Leid zugefügt hatte, und tötete ihn. Die Muslime jubelten und riefen: „Allahu Akbar“. Er aber mischte sich unter die Menge, sodass ihn niemand erkannte. Doch ich folgte ihm und beschwor ihn, mir sein Gesicht zu zeigen. Und als ich ihn erkannte, fragte ich: „Du vermummst dich vor den Leuten, trotz dieses großen Sieges, den Allah durch deine Hand bewirkt hat?“ Er antwortete: „Demjenigen, für Den ich es getan habe, bleibt es nicht verborgen.“
Auch erzählt Ibn Qutayyiba in seinem Werk „’Uyun al-Akhbar“: „Die Muslime belagerten eine Festung. In der Mauer der Festung entdeckten sie eine Öffnung. Der Heerführer, Maslama Ibn Abd Al-Malik, spornte seine Soldaten an, durch die Öffnung einzudringen. Niemand aber wagte es. Da kam ein unbekannter Mann aus der Masse der Soldaten, drang durch die Öffnung durch und die Festung wurde durch ihn erobert. Darauf ließ Maslama ausrufen: „Wo ist der Mann, der durch die Öffnung drang?“ Aber niemand meldete sich. Da rief er: „Ich habe dem Türsteher befohlen, dass der Mann unverzüglich zu mir eingelassen werden soll, sobald er kommt. Ich bestehe darauf, dass er sich meldet.“ Da kam ein Mann zum Türsteher und sagte ihm: „Hohle mir die Erlaubnis, beim Kommandanten vorstellig zu werden.“ Der Türsteher fragte: „Bist du der Mann, der durch die Öffnung drang?“ Der Mann antwortete: „Ich werde euch von ihm berichten.“ Der Türsteher trat zu Maslama ein und erzählte ihm von dem Mann. Maslama erlaubte ihm einzutreten und der Mann sprach: „Derjenige, der durch die Öffnung drang, setzt euch drei Bedingungen: Ihr dürft seinen Namen in keinem Brief an den Kalifen erwähnen. Ihr dürft ihm keine Belohnung geben und fragt ihn nicht, aus welchem Stamm er ist.“ Und Maslama antwortete: „Das sei ihm gewährt.“ Da sagte der Mann: „Ich bin es.“ Von diesem Tag an sprach Maslama in jedem Gebet die folgende Bitte aus: „O Allah, lass mich mit demjenigen zusammen sein, der durch die Öffnung drang.“
Dieser muslimische Mann, dessen Name bis heute in den islamischen Geschichtsbüchern unerwähnt geblieben ist, lehnte das Bekanntwerden seines Namens ab, um sicherzugehen, dass die unbefleckte Aufrichtigkeit seiner Heldentat, die er allein um Allahs willen vollbrachte, erhalten bleibt und sich keinesfalls Profilierungssucht oder Augendienerei einschleichen konnte. Das würde die Tat nämlich wertlos machen. Gleiches gilt auch für das Verhalten des Imams Abdullah Ibn Al-Mubarak, der sich vermummte, um unerkannt zu bleiben und sicherzustellen, dass er die Tat nur Allah zuliebe vollzieht. Die Muslime sollten ihre Handlungen grundsätzlich mit dieser Einstellung durchführen.
Zur vollkommenen Absicht gehört aber auch, dass man bescheiden ist und Stolz, Hochmut und Selbstbewunderung vermeidet. Das sind Eigenschaften, die jede Tat zerstören und den Menschen ins Höllenfeuer stürzen. Der Prophet Muhammad (s.) ist uns darin ein glänzendes Vorbild. Er war nie hochmütig, hat mit den Dienern gespeist, im Haushalt geholfen, den Teig geknetet und die Waren selbst vom Markt getragen. Von ihm stammt auch der Ausspruch:
„Ich bin kein König. Ich bin der Sohn einer Frau aus Quraisch, die einfachste Speisen aß.“
Als Träger der Dawa sollten wir uns diese Eigenschaften tunlichst zu Herzen nehmen!