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Allgemein Ein Brief aus der Vergangenheit – Teil 1

Es ist nicht häufig der Fall, dass man einen Brief aus der Vergangenheit bekommt. Denn Briefe aus der Vergangenheit werden nur geschrieben, wenn sie wegweisenden Inhalts für die Zukunft sind.

Es ist nicht häufig der Fall, dass man einen Brief aus der Vergangenheit bekommt. Denn Briefe aus der Vergangenheit werden nur geschrieben, wenn sie wegweisenden Inhalts für die Zukunft sind. Dieser Brief richtet sich an die Kinder aus der Ummah von Muhammad (saw), die mit der Erlaubnis Allahs (swt) zu Milliarden die Erdkugel bevölkern werden, zu einer Zeit, da wir längst zu Bewohnern der Gräber geworden sind und uns – in sha Allah – in freudiger Erwartung nach dem Anbruch des Jüngsten Tages sehnen.Ihr alle, ob weiß, ob schwarz, ob rot, ob gelb, ihr alle seid unser aller Kinder und wir hoffen auf das Wiedersehen mit euch in den Gärten und an den Flüssen des Paradieses. Doch bis dahin ist euer Weg noch lang, auch wenn er euch später wie ein einziger Augenschlag vorkommen wird. Auf diesen Weg möchten wir euch weise Worte mitgeben. Worte, die wir nicht aus unserem Alter schöpfen, sondern aus den vielen Fehlern die wir gemacht, eingesehen und zu korrigieren versucht haben. In dem tiefen Wunsch, dass ihr nicht in die schon von uns erkundeten Löcher fallt, dass ihr aus dem bescheidenen Wissen unserer Lebenserfahrung eigene Erkenntnisse schöpft und um euch zu helfen, mit unserer Vergangenheit auch eure Gegenwart besser zu verstehen. Mit diesem Wunsch wenden wir uns an euch, in einem Brief aus der Vergangenheit an die Zukunft. Wenn ihr diesen Brief lest, dann sind wir doch wenigstens schon alt und greis geworden, die meisten von uns liegen bereits unter der Erde. Doch so, wie euch die Worte eures Herrn erreichen werden, die die Menschheit in Rechtleitung und Wahrhaftigkeit seit der Entsendung Muhammads (saw), des Gesandten Allahs, bis zur großen Stunde begleiten, so hoffen wir, dass auch unsere bescheidenen Worte euch erreichen und euch eine geringfügige Stütze sein werden.Wir bitten Allah (swt), dass dieser Brief nicht unsere einzige Hinterlassenschaft an euch ist. Vielmehr hoffen wir, dass ihr von uns ein islamisches Wissen erbt, mit dem ihr Recht von Unrecht unterscheiden könnt, das euch Maßstäbe für die kleinen und großen Fitan (schwere Prüfungen) an die Hand gibt, die euch zweifelsohne ereilen werden, und euch mit messerscharfen Verständnissen ausstattet, die sich tief in euren Herzen verankern und euer Handeln in die rechten Bahnen leiten. Wir suchen Zuflucht bei Allah davor, dass wir euch im Wissen abhängig von uns gemacht haben, weil wir euch nichts Anderes als Handlungsanweisungen zu geben pflegten. Denn jetzt, wo wir in unseren Gräbern hausen, könnt ihr uns nicht mehr befragen und seid auf euch gestellt. Wehe uns, sollten wir es verpasst haben, euch einen lebendigen Islam zu vermitteln, den ihr mit rauschender Eigendynamik auf jedes Problem der Zukunft und jede uns unbekannte Herausforderung anzuwenden vermögt. Wehe uns, sollten wir euch mit Fatawa überhäuft, ohne euch jedoch auf allen Feldern des islamischen Wissens ausgebildet und euch Wesen und Methodik der islamischen Lebensordnung vermittelt zu haben. Wehe uns, sollten wir euren Islam an unseren geknüpft haben, indem wir Wissen horteten, uns ein Monopol daran errichteten, euch unwissend und leichtgläubig hielten. Bei Dem, in Dessen Händen unser aller Seelen liegen, wir wollten euch unabhängig, furchtlos und stark machen. Wir wollten, dass ihr uns in allem Guten noch übertrefft, wir wollten aus euch die Abu Bakrs, Umars, Khalids, Zaids, Bilals, Mus’abs, Aishas, Umm Salamas, Khadijas und Fatimas der Zukunft machen, möge Allah (swt) mit ihnen allen und mit euch zufrieden sein. Wir bitten den Erhabenen um Vergebung für unsere erzieherischen Unzulänglichkeiten und darum, dass ihr unsere Hoffnungen noch meilenweit übertrefft.Wir wissen nicht, unter welchen Umständen ihr lebt, nur Allah (swt) hat Kenntnis von der Zukunft. Wir bitten den Erhabenen jedoch, dass jedes von euch Kindern liebevolle, rechtschaffene Eltern hat, einen warmen Schlafplatz, eine sättigende Mahlzeit im Magen, Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung. Vielleicht wisst ihr es aus euren Schulbüchern, vielleicht auch nicht, ihr seid noch jung. Wir leben in einer Zeit, da unsere Kinder auf der ganzen Welt leiden. Es fällt uns schwer, euch vom Elend eurer Vorfahren zu berichten. Denn die Kinder der Ummah von Muhammad (saw) leben unter erbärmlichen, unsäglichen Zuständen. So viel Leid, so viel Schmerz, so viel Trauer. Doch fällt es uns auch schwer euch zu berichten, weil wir uns für unsere Unzulänglichkeit schämen, unsere Unfähigkeit, jedes einzelne unserer Kinder zu schützen und dafür, dass wir euch eure jüngere Geschichte nicht in leuchtenden Farben malen können. Die Heimstatt der Muslime ist zerrissen, wir leben in vielen funktionsuntüchtigen Nationen, verstreut über die ganze Welt. In Syrien irren unsere Kinder durch ihre zerbombte Heimat oder haben diese längst verlassen, um im Elend der notdürftigen Flüchtlingsunterkünfte auf eine bessere Zukunft zu hoffen. Manche finden dort den Tod durch Erfrieren, andere verhungern. Längst haben sie das Lesen und Schreiben verlernt, wenn sie es überhaupt je konnten. Ihre verwitweten Mütter betteln, um die aufgeblähten Bäuche ihrer hungernden Kinder zu füllen. Manche von ihnen wagen die Flucht ins ferne Europa, nur um dort auf angesteckte Flüchtlingsheime zu treffen. Ein brennendes Flüchtlingsheim, das ist neues Ostdeutsch für: „Herzlich Willkommen“. Unsere Kinder in Myanmar werden von ach-so friedfertigen buddhistischen Mönchen ins offene Meer geworfen. Ihre Dörfer wurden niedergebrannt, nun treiben sie staaten- und schutzlos auf dem Ozean, wochenlang, monatelang. Von den umliegenden Staaten will sie keiner haben. Nach den jüngsten Fluten in ihrer Heimat zwingt man sie in ihre überschwemmten Behausungen zurück. Die muslimischen Kinder von Burma sterben ihren Eltern untern den Händen hinweg, weil medizinische Versorgung dort nur Buddhisten gebührt. Unsere Kinder in Zentralafrika werden Zeugen, wie Christen ihren Eltern auf offener Straße mit Macheten Gliedmaßen abhacken. Von den französischen Soldaten der UN, die sie vor diesen Übergriffen schützen sollen, werden unsere Kinder gegen Essen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. In Afghanistan bombt man auf Familienfesten ihre ganze Verwandtschaft hinweg. Man habe gedacht, es handle sich um Ansammlungen von Kämpfern. In Pakistan werden unsere Kinder von Drohnen aus der Luft abgeschossen. In Russland dürfen sie nicht in der Übersetzung des Qur’an lesen, in China selbst im Ramadan nicht fasten. Im Irak leben unsere Kinder seit Jahrzehnten im Chaos und unter Todesangst, geschürt von sich ablösenden Diktatoren, Neokolonialisten und Milizen. In Somalia essen unsere Kinder die unverdauten Körner aus Viehmist, weil eine Hungersnot der anderen folgt. Und in Europa und Amerika? Da bläut man unseren Kindern ein: „Ihr seid die Terroristen der Zukunft!“ Ja ganz recht, die Opfer des kapitalistischen Welt-Terrors sind im Westen die wahren Terroristen. Sie werden gezwungen, sich voreinander im Schwimmunterricht zu entblößen, am beschämenden Sexualkunde-Unterricht teilzunehmen, vom Gebet in der Schule abgehalten, ihnen der Hijab untersagt. Unsere Kinder gelten als Opfer unserer vermeintlichen Gewalt und Radikalisierung und sind doch als Radikalisierer und Gewalttäter von morgen verschrien.Doch sind es nicht nur unsere Kinder, die tagtäglich Bitterkeit erfahren. Die Kinder der Nicht-Muslime leben teils in Wohlstand, teils in kläglicher Armut. Manche von ihnen haben fürsorgliche Eltern, doch viele auch nicht. Soziale Krankheiten haben die Gesellschaften der Kuffar befallen. Eine dieser Krankheiten nennt sich „Persönliche Freiheit“. Sie treibt die Menschen dazu an, die Entfaltung ihrer Triebe über die Grenzen jeglicher Natur und Vernunft hinweg zu betreiben. Vor allem die Familienstruktur wird von diesem Virus zersetzt. Man gibt den Menschen eine verwirrende Vielzahl von Möglichkeiten. Sie können gleichgeschlechtlich leben, sie können sogar ihr Geschlecht verändern oder überhaupt ein geschlechtsloser Mensch sein. Viele Kinder genießen nicht mehr die Fürsorge eines Vaters und einer Mutter. Die Mütter vernachlässigen Familie und Haushalt, weil sie sich dem Diktat einer vermeintlichen Selbstverwirklichung in der Arbeitswelt unterwerfen. Wenn es warmes Essen gibt, dann aus der Tiefkühltruhe. Gestresst zerren sie ihre Kinder jeden morgen in den Kindergarten, ach was in die Kinderkrippe, in der sie ihre Kinder schon im Säuglingsalter jeden Wochentag Fremden überlassen. Dann suchen sie verzweifelt nach einer Nachmittagsbetreuung, um bloß nicht ihre Karriere aufs Spiel zu setzen. Eine liebevolle Mutter zu sein, die sich unter Selbstaufgabe ihrer Familie widmet, wurde erst zum Fremdwort, dann zur Beleidigung. Erzogen werden die Kinder heute vom Fernseher, Fäkalsprache und Sexualisierung im Kleinkindalter sind längst nicht mehr geächtet. Die persönliche Freiheit zieht auch viele andere Viren an und bereitet ihnen einen fruchtbaren Nährboden. Alkoholismus, Promiskuität, Kindesmissbrauch, so heißen einige von ihnen. Wir bitten Allah (swt), dass er die Muslime immun gegen diese Krankheit macht, doch auch unsere Gesellschaften hat das Virus des westlichen Lebensstils schon befallen. Bei Allah, niemand leidet so sehr unter den Auswüchsen der persönlichen Freiheit mit ihren absurden Lebensentwürfen, ihrer Frauen- und Menschenfeindlichkeit, wie alle Kinder dieser Welt.Die Realität ist viel brutaler, als wir sie euch mit Worten malen können und wollen. Wir wünschten, wir könnten euch…Teil 2 folgt…