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Ausland Hasbara – „Israels“ Propagandastrategie

Spätestens seit dem Genozid in Gaza tobt eine globale Schlacht über die Deutungshoheit der Ereignisse im Nahen Osten. Der Judenstaat scheut dabei keine Mühen und Kosten, um mit ausgeklügelter Propaganda die eigenen Verbrechen je nach Bedarf zu verschleiern, zu relativieren oder zu rechtfertigen.


Nach der Unterzeichnung des MoUs am 17. Juni 2026 beobachtete ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung die Reaktionen bekannter MAGA-Accounts. Überrascht stellte er fest, dass zahlreiche Influencer nicht etwa den Deal ihres Präsidenten feierten, sondern israelische Leitartikel teilten, in denen Trump als Versager dargestellt wurde. Andere wiederum posteten ein zurechtgeschnittenes Video, in dem sich der katarische Premierminister vom US-amerikanischen Vizepräsidenten JD Vance abwendete und ihn keines Blickes würdigte. Die Botschaft all dieser Beiträge war eindeutig: Die USA haben klein beigegeben und durch einen unvollendeten Krieg gegen den Iran ihre hegemoniale Position in der Region verspielt.


Im Zuge einer Recherche des Time Magazine wurde schließlich klar, was es mit den inhaltlich und sogar im Wording extrem ähnlichen Beiträgen in den sozialen Medien auf sich hatte. Sie alle waren Teil einer Kampagne, die von Brad Parscale gesteuert wurde. Im Auftrag Israels hatte der ehemalige Wahlkampfmanager Trumps monatlich 1,5 Millionen US-Dollar erhalten, um mit seiner Firma Clock Tower X eine digitale Einflusskampagne durchzuführen, bei der durch entsprechende Beiträge auf TikTok, Instagram und X sowie durch eine Beeinflussung von Rechercheergebnissen bei ChatGPT, Claude und Gemini das Meinungsbild zugunsten Israels und der Fortführung des Iran-Kriegs beeinflusst werden sollte. Dutzende rechte Accounts und Influencer erhielten Anweisungen, deren Befolgung mit großzügigen Zahlungen pro abgesetzten Beitrag und variablen Extravergütungen belohnt wurde, die sich nach der Anzahl erhaltener Likes richtete. Sie alle waren Teil einer vom israelischen Außenministerium koordinierten Social-Media-Kampagne, in der sogenannte Digital Warriors die öffentliche Meinung beeinflussen sollten. Ein Vorgang, den selbst US-Vizepräsident im Podcast von Joe Rogan am 15. Juli vor einem Millionenpublikum als israelische Einflusskampagne scharf kritisierte!


Im digitalen Zeitalter werden Kriege nicht nur materiell, sondern auch virtuell geführt. Propaganda war seit jeher Teil jedes Krieges, doch heutzutage eröffnet sich durch Internet und Soziale Medien eine völlig neue Dimension. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die arabische und islamische Welt zu legen, denn diese ist bereits seit vielen Jahren im Fadenkreuz zionistischer Propaganda. Nicht nur materiell und geheimdienstlich, sondern auch auf einer Ebene, die nicht sofort ersichtlich ist. Der hebräische Begriff Hasbara bedeutet wörtlich Erklärung und bezeichnet seit Jahrzehnten vom Judenstaat geförderte Öffentlichkeitsarbeit und Propaganda. Offiziell soll Hasbara Israels Politik und Sicherheitsinteressen verständlich machen – in Wirklichkeit handelt es sich um gezielte Desinformationskampagnen, die darauf abzielen, jegliche Kritik zu delegitimieren und oppositionelle Narrative zu unterdrücken. Hasbara ist eng mit Israels strategischen Zielen verknüpft und entwickelte sich immer mehr zu einer Form der Informationskriegsführung.


Immer wieder lancieren israelische Stellen unverifizierte oder falsche Meldungen, um militärische Operationen zu rechtfertigen. Beispielsweise behauptete die Besatzungsarmee im Herbst 2023 über X, Hamas-Mitglieder würden israelische Geiseln in einem Krankenhaus gefangen halten. Tatsächlich handelte es sich bei der in dem Beitrag vorgeführten Liste an der Wand um harmlose Wochentagsnamen, was hohe Wellen schlug. Ebenso kursierte der Mythos, Israel habe Brutkästen für Frühgeborene nach Gaza geliefert – in Wahrheit lagen zahlreiche Babys unversorgt und außerhalb der Brutkästen, weil die Stromgeneratoren ausgeschaltet wurden. Solche Fälle entlarven kritische Stimmen – besonders in Sozialen Medien – schnell als Propaganda, die gezielt Emotionen schüren und Unterstützung für militärische Einsätze mobilisieren soll.


Der Journalist Jeremy Scahill von The Intercept spricht in diesem Kontext von einer epischen Lüge, vergleichbar mit den irreführenden Behauptungen über Massenvernichtungswaffen im Irak-Konflikt. Seiner Ansicht nach instrumentalisiert die israelische Regierung Hasbara, um Palästinenser systematisch zu entmenschlichen und so die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren. Internationale Analysen zeigen, dass nicht nur staatliche Stellen, sondern auch private PR-Agenturen oppositionelle Stimmen verdrängen und pro-israelische Narrative in großen Medien platzieren.


Koordinierte Online-Desinformationskampagnen


Heutzutage findet Hasbara vor allem online statt. 2024 deckten die New York Times und NGO-Analysen auf, dass Israels Diaspora-Ministerium rund 2 Mio. US-Dollar in eine geheime Social-Media-Kampagne investierte: Hunderte gefälschter Profile in sozialen Netzwerken kontaktierten systematisch US-Kongressabgeordnete. Diese Fake-Accounts – getarnt als gewöhnliche amerikanische Bürger, darunter angebliche jüdische Studenten oder besorgte Afroamerikaner – posteten massenhaft pro-israelische Botschaften, riefen zur Unterstützung des Vernichtungskriegs in Gaza auf und übten Druck auf demokratische Politiker aus. Der Meta-Konzern identifizierte über 500 solcher Fake-Accounts, die auch gezielt anti-islamische und anti-palästinensische Inhalte verbreiteten. Dass dies wohl nur die Spitze des Eisbergs darstellt, lässt die Positionierung von Meta-CEO Mark Zuckerberg vermuten, der sich als Jude zwar nicht offen zum Zionismus bekennt, dafür aber einige Entscheidungen getroffen hat, die ganz im Sinne der Hasbara sind. So wurde 2024 die negative Verwendung des Begriffs Zionist auf seiner Plattform als Hassrede eingestuft. Im Januar 2025 unterzeichneten fast 200 Meta-Mitarbeiter einen an Zuckerberg gerichteten offenen Brief mit der Aufforderung, sie in Bezug auf Palästina nicht länger zum Schweigen zu bringen. Gegen den Hauptverantwortlichen wurde daraufhin unternehmensintern ermittelt.


Unabhängig von diesen Vorfällen berichtete Politico, dass eine israelische Gruppenamens FakeReporter rund 600 Koordinationsprofile betrieb, die wöchentlich bis zu 2.000 pro-zionistische Kommentare absetzten. Laut Cyberscoop engagierte die israelische Regierung auch die PR-Agentur Stoic, um gezielt progressive US-Bürger zu beeinflussen und die Solidarität zwischen Schwarzen und Palästinensern zu untergraben. Neben den USA nimmt Hasbara auch internationale Hilfsorganisationen ins Visier. Al Jazeera enthüllte 2024, dass dutzende Fake-Accounts eine Verflechtung zwischen dem UN-Hilfswerk UNRWA und der Hamas behaupteten, um dieses systematisch und nachhaltig zu delegitimieren. Bereits in den 2000er Jahren richtete das israelische Militär ein Nationales Informationsdirektorat ein, um Botschaften und Videos gezielt zu steuern und seit 2012 manipuliert Israel Suchalgorithmen und Filter, um pro-israelische Inhalte zu priorisieren.


Hasbara nutzt auch Methoden der psychologischen Kriegsführung, um Angst und Verwirrung zu stiften. Während des Genozids in Gaza dokumentierten Menschenrechtsbeobachter den Einsatz von Drohnen mit Lautsprechern, die schmerzhafte Baby- und Kinderschreie abspielten, um palästinensische Zivilisten aus ihren Häusern zu locken und dann gezielt anzugreifen. Diese Taktik zielt darauf ab, verzweifelte Eltern zu provozieren – eine perfide, niederträchtige Form der Kriegspsychologie. Der Vernichtungskrieg in Gaza liefert unzählige weitere Beispiele. Von allgemeinen Behauptungen wie der gebetsmühlenartig wiederholten Lüge, unter Krankenhäusern befänden sich Hamas-Kommandozentralen, bis hin zu konkreten Tatsachenverdrehungen in spezifischen Situationen. So wurden am 17. Oktober 2023 bei der Bombardierung des al-Ahli Krankenhauses über 400 Menschen von der IDF getötet und unzählige weitere verletzt. Um einem internationalen Aufschrei vorzukommen wurde behauptet, es hätte sich um eine Hamas-Rakete gehandelt. Dass die Hamas gar nicht über Raketen von solcher Sprengkraft verfügt, wurde dabei natürlich außenvor gelassen. Genauso wenig wurde die Frage beantwortet, worin der Nutzen eines Angriffs auf ein palästinensisches Krankenhaus liegen sollte – vor allem, wenn sich darunter angeblich die eigene Kommandozentrale befindet. Doch die israelische Propaganda wurde über die folgenden Wochen und Monate immer offensichtlicher und dermaßen nachlässig, dass teilweise dilettantische KI-Bilder verwendet wurden, die selbst Laien auf den ersten Blick als Fälschungen entlarven konnten.


Am Propaganda-Frontend praktiziert Hasbara psychologische Manipulation, indem jede Kritik umgehend als antisemitische Hetze gebrandmarkt wird. Auch westliche Kritiker beklagen inzwischen, dass dies politische Debatten unterdrückt und eine Atmosphäre der Angst erzeugt. Blackmail und Erpressung gelten als weitere nützliche Methoden. Palästinensische Quellen berichten, dass israelische Geheimdienste gezielt junge Palästinenser online ansprechen, intime Beziehungen vorspiegeln und dann mit kompromittierendem Material erpressen, um Informanten zu gewinnen.


Datensammlung, Überwachung und Kompromat


Recherchen der Washington Post zeigen, dass israelische Agenten bereits in den 1980er Jahren US-Beamte ausgehorcht und erpresst haben, um staatliche Geheimnisse zu erlangen. Mittlerweile nutzt Israel hierfür besonders Cyber-Spionage. Ein prominentes Beispiel ist die NSO Group und deren Pegasus-Software. Pegasus infiziert Mobiltelefone ohne Wissen der Betroffenen und liefert Regierungen Zugriff auf persönliche Chats, Fotos und Standortdaten. NGO-Untersuchungen (Citizen Lab, Amnesty International) belegten, dass Pegasus weltweit gegen Journalisten, Aktivisten und Politiker eingesetzt wurde. 2021 setzte sogar das US-Handelsministerium die NSO Group auf eine Liste schädlicher Akteure, da ihre Technologie nachweislich gegen Dissidenten und Akademiker verwendet wurde.


Mossad „Honey Traps“


Der Mossad nutzt seit Jahrzehnten klassische Honey Trap-Methoden, wobei sexuelle Beziehungen zu Zielpersonen aufgebaut werden, um kompromittierendes Material zu sammeln. 1986 lockte eine Mossad-Agentin unter dem Namen Cindy den ehemaligen Techniker des israelischen Atomprogramms Mordechai Vanunu in eine Beziehung und in die Stadt Rom, wo er mit einer Injektion betäubt und durch den Mossad entführt wurde. In Israel wurde Vanunu schließlich für die Weitergabe von Informationen über die geheim gehaltene Nuklearbewaffnung des Landes zu 18 Jahren Haft verurteilt – verraten wurde er von Robert Maxwell, Verleger des Daily Mirror und Vater von Ghislaine Maxwell, die später eine Schlüsselrolle in der sogenannten Epstein-Affäre spielen sollte.


Private Spionagefirmen


Black Cube, gegründet von ehemaligen Mossad-Offizieren, führt verdeckte Auftragsrecherchen durch. Unter anderem spionierte Black Cube 2018 für die ungarische Regierung Mitarbeiter regierungskritischer NGOs aus, zeichnete vertrauliche Gespräche auf und lieferte diese an regierungsnahe Medien. Anschließend wurden die Informationen vom damaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in seinen Wahlkampfreden aufgegriffen und instrumentalisiert. Black Cube soll zudem Dossiers über US-Politiker gefertigt haben, um das Iran-Abkommen zu beeinflussen, und zielte dabei auf persönliche Skandale und private Informationen ab.


Die israelische Privatspionagefirma Psy-Group, die auch aus ehemaligen Mossad-Agenten besteht, organisierte 2015 unter dem Projektnamen Project Butterfly eine Kampagne gegen die international agierende BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions). Psy-Group analysierte Social-Media-Profile, öffentliche Datenbanken und das Deep Web, sammelte Informationen zu persönlichen Skandalen von BDS-Aktivisten und verteilte gezielt Desinformationsmaterial, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben.


Cyberoperationen und Social-Media-Überwachung


Neben Pegasus entwickelten israelische Firmen wie Candiru weitere Spionagesoftware, die heimlich Smartphones infiziert. Durch Zero-Day-Exploits, Watering-Hole-Angriffe und Phishing-Mails ermöglichte DevilsTongue die Erfassung von Zugangsdaten, Überwachung von Messengern, Identitätsdiebstahl und die volle Kontrollübernahme von infizierten Rechnern. Solche Technologien ermöglichen es, belastendes Material über Journalisten, Aktivisten und Politiker zu sammeln und politisch auszuspielen. NGO-Berichte und Whistleblower belegen, dass Mitarbeiter von NGOs und Medienhäusern Drohanrufe erhielten oder ihre Internetkommunikation überwacht wurde, was zu einem Klima ständiger Angst und Selbstzensur führte. Selbst in Deutschland ließen sich offizielle Militärsprecher wie Arye Sharuz Shalicar dazu verleiten, Social Media Persönlichkeiten zu drangsalieren. So ließ er dem damals noch unter dem Namen Aggressionsprobleme auftretenden TikToker Serhat Sisik private Drohnachrichten zukommen, die dieser veröffentlichte, um die skrupellose Vorgehensweise israelischer Akteure und Einflussagenten offenzulegen.


Anti-islamische und anti-arabische Propaganda


Ein zentrales Element vieler Hasbara-Kampagnen ist die Stigmatisierung arabischer und islamischer Gruppen. In den USA und Kanada veröffentlichten israelische Online-Präsenzen gezielt islamfeindliche Botschaften, mit dem Ziel, muslimische Gemeinschaften zu diskreditieren. In enttarnten Netzwerken tauchten beispielsweise Aufrufe auf, pro-palästinensische Demonstranten als gewalttätige Nahtodes-Kulte darzustellen oder arabischen Migranten pauschal extremistische Aktivitäten zu unterstellen. Dabei sind drei Kategorien zu ersichtlich: Anti-palästinensische, anti-arabische und anti-islamische Narrative. So wird die Zweistaatenlösung gezielt damit delegitimiert, dass es Palästina nie gegeben hätte oder in Form Jordaniens bereits einen palästinensischen Staat geben würde. Auf anti-arabischer Ebene wird die arabische Kultur als rückständig, brutal und barbarisch dargestellt. Auf anti-islamischer Ebene werden die Hamas oder vergleichbare Organisationen im Grunde nie genannt, ohne sie mit dem Prädikat radikalislamisch zu brandmarken. Darüber hinaus zitieren israelische Politiker – allen voran Benjamin Netanjahu – immer wieder den Satz: Sie lieben den Tod mehr, als wir das Leben; oder wahlweise den bekannten Ausspruch von Golda Meir: Frieden wird sein, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.


Parallel dazu inszeniert Israel sich selbst als fortschrittliche Demokratie in einer ansonsten rückständigen Region. Die Hervorhebung von LGBTQ-Rechten (Pinkwashing) und Tierschutz (Veganwashing) sollen den Westen beeindrucken und zugleich arabische Staaten als fundamentalistisch oder rückständig darstellen. Der Begriff der einzigen Demokratie im Nahen Osten fällt dabei immer wieder. Diese Rhetorik zielt darauf ab, arabische und muslimische Gesellschaften zu dehumanisieren und Israel als einzige zivilisierte Gesellschaft der Region herauszustellen. Kritik an Israel sei demzufolge nicht nur antisemitisch, sondern auch durch einen anti-westlichen und gegen die Moderne gerichteten Hass von Muslimen und Arabern geprägt.


Spaltung unter Arabern – „Divide et impera“


In Algerien und Marokko eskalierte 2021 ein Konflikt, nachdem marokkanische Sicherheitsbehörden mithilfe der Pegasus-Spyware über 6.000 algerische Handys überwachten – darunter hohe Militärangehörige und Regierungsvertreter. Algerien beschuldigte Marokko, Israel und Frankreich, gemeinsam die eigene Stabilität zu untergraben. Als Reaktion brach Algerien im August 2021 alle diplomatischen Beziehungen zu Marokko ab.


Online entstanden schließlich sogenannte Dzoorish-Accounts, die gezielt Hass gegen Marokkaner verbreiteten. Zehntausende Memes und Hetzkommentare zirkulierten, um Marokko als ein feindliches Land darzustellen und die Gedanken junger Algerier zu infizieren. Slogans wie BananaForMorocco tauchten 2023 auf und sorgten in sozialen Medien für einen regelrechten Wettkampf um die meisten hasserfüllten Botschaften zur Verunglimpfung der jeweiligen Gegenseite. Dieser Kreislauf aus Hass und Hetze wurde bewusst von israelischer Seite forciert und schwappte auch auf die umliegenden Maghreb-Länder über, wobei jedes Mal neue Formen gegenseitiger Angriffe zu beobachten waren. Mit Blick auf Tunesien beispielsweise wurde der islamische Charakter der Bevölkerung geleugnet. So wurde – wahrscheinlich immer noch als Teil der Hasbara-Kampagne – behauptet, in Tunesien würde im Ramadan nicht gefastet oder gleich die gesamte Bevölkerung des Unglaubens bezichtigt (Takfir). Dabei ist oftmals unklar, welche Accounts von echten Menschen und welche von Bots betrieben werden. Die Gefahr liegt dabei darin, dass dies zu einer massiven Verzerrung in der Wahrnehmung führt, denn tatsächlich sind tausende Accounts, Beiträge und Likes oftmals Teil einer Kampagne und spiegeln keinesfalls die öffentliche Meinung wider. Andererseits können umgekehrt auch bisher nur wenig verbreitete Fehlverständnisse oder Fake News gerade durch solche Kampagnen gestreut werden. Ähnliche Strategien verfolgen die Zionisten überall in der islamischen Welt. Die angeführten Fälle stellen lediglich Beispiele dar, die auf den ersten Blick weit weg von der Palästinafrage sind.


Auch im Zuge des US-israelischen Überfalls auf den Iran wurde über Jahre hinweg massive Propaganda betrieben, um diesen Krieg zu rechtfertigen. Von der drohenden Atombombe bis hin zum Narrativ der Unterdrückung des iranischen Volkes durch das Mullah-Regime und der Instrumentalisierung der Exil-Iraner ist alles dabei, was die Propagandamaschinerie hergibt. Die Wirkung bleibt im Zuge des – auch in weiten Teilen des Westens – geächteten Überfalls auf den Iran jedoch hinter den Erwartungen zurück, denn dieser Krieg entpuppt sich nicht nur materiell als Desaster für die USA und Israel, sondern reiht sich in eine weitere Serie von Niederlagen in der Propagandaschlacht ein und festigt das inzwischen weltweit verbreitete Bild von Israel als kriegstreibenden und genozidalen Verbrecherstaat.


Externe Troll-Farmen und Hashtag-Kriege


In den angeführten Konflikten agierten nachgewiesen auch Troll-Farmen aus den Golfstaaten, die zehntausende Fake-Accounts betrieben. Diese Accounts verbreiteten gezielt Hass-Botschaften in marokkanischem und tunesischem Dialekt sowie auf Berberisch (Tamazight), um eine breite Beteiligung der jeweiligen Bevölkerungsgruppen vorzutäuschen. Hashtags wie #DzoorishTrending dominierten kurze Zeit das Al-Arabiya-Netzwerk, während #BananaForMorocco binnen Stunden viral ging. Diese Kampagnen verdeutlichen, wie externe Akteure innerarabische Spannungen verschärfen und Misstrauen systematisch schüren.


Diese Entwicklungen werden mit der Übernahme des US-Geschäfts von TikTok durch Oracles CEO Larry Ellison – einem bekennenden Zionisten – mit Sicherheit noch deutlich verstärkt. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die mit ihrem eigenen Staatsfond MGX Fund Management Limited zu etwa 15 % an der Übernahme beteiligt sind, haben Interesse am Schüren von Konflikten in der arabischen Welt und am Kampf gegen die islamische Identität.


In der Gesamtschau zeichnet sich Hasbara durch eine vielschichtige Mischung aus Desinformation, psychologischer Kriegsführung, Spionage und Kompromat aus. Die Methoden reichen von einfachen Falschbehauptungen, über koordinierte Online-Kampagnen bis zu verdeckten Spionageaktionen. Anti-islamische und anti-arabische Propaganda dehumanisiert Muslime und Araber, während gleichzeitig innerarabische Konflikte systematisch verschärft werden – teils durch Troll-Netzwerke aus den Golfstaaten.


Gleichzeitig stößt die israelische Propaganda zunehmend an ihre Grenzen und aller Bemühungen und ausgefeilter Strategien zum Trotz, hat der Judenstaat die jüngsten Propagandaschlachten eindeutig verloren. Seit dem Genozid in Gaza haben die Zionisten jegliche moralische Autorität verloren. Alle Versuche, die Realität mit ihren Vertuschungskampagnen zu kaschieren, endeten mit der Entlarvung Israels als koloniales Projekt, dessen Existenz auf fortwährender Vertreibung und Völkermord beruht. Doch dies war und ist kein Selbstläufer: Während der Widerstand auf dem Boden durch die Mujahedin und Bevölkerung Palästinas geleistet wird, sind muslimische Akteure und Bewegungen in aller Welt Teil ebenso Teil dieses Konflikts. Die Zionisten haben dies längst begriffen und betreiben seit jeher auch Hasbara zur Schwächung des islamischen Erwachens. Im digitalen Zeitalter verstehen jedoch auch immer mehr Muslime, welchen Beitrag sie leisten müssen: Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Interesse der Umma und die Mobilisierung selbiger, sodass diese ihre politische Handlungsfähigkeit in Form des Kalifats wiedererlangt und dem zionistischen Konstrukt samt Hasbara ein für alle Mal den Garaus machen kann.